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Unabhängiges Wirtschaftsmagazin für die Steiermark, Kärnten, Osttirol & Burgenland – 12 /2015
P.b.b. | 02Z033423 M | Wirtschaftsnachrichten Zeitschriftenverlagsges.m.b.H. Theodor-Körner-Straße 120a, 8010 Graz Retouren an Postfach 100, 1350 Wien
Klartexter Warum gute Rhetoriker besser verdienen
Verbraucherschutzgesetz Kein Stein bleibt auf dem anderen
Maßnahmen Unternehmen investieren in Weiterbildung
WIE ENTSTEHT WOHLSTAND?
RISIKOBEREITE UNTERNEHMER
LEISTUNGSBEREITE MITARBEITER
INTELLIGENTE PRODUKTE
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Editorial Von Seilschaften, Steigbügelhaltern und Räuberleitern Sich über seine Kompetenzen erhebend, mutiert Konrad Pesendorfer als Chef der Statistik Austria vom Vergangenheitsaufzeichner zum Zukunftsdeuter: Um kanzlerische Untätigkeit zu rechtfertigen, rückt dessen ehemaliger Wirtschaftsberater aus und bricht – übrigens wenig glaubwürdig und noch weniger fundiert – für Faymann die Lanze.
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tung Reformenfinanzierung in keinster Weise zwingend.
ewisse Fakten lassen sich beim besten Willen nicht wegleugnen: die Arbeitslosenzahlen zum Beispiel. In den letzten Jahrzehnten und insbesondere in der letzten Dekade wurden sie – ob gewollt oder nicht – fehlgedeutet, da sowohl die höchst elastische Hacklerregelung als auch die forcierten Frühpensionen eine Hunderttausendschaft an Menschen aus dem Berufsleben direkt in die Pension schaufelten. Oft mit dem lapidaren Beisatz: Es gibt diese Arbeitsplätze ab sofort nicht mehr. Vor ein, zwei Jahren wurde dieses seltsame Spiel scheinbar abgepfiffen: Man schaffte die Quadratur des Kreises und steigerte binnen eines Jahres das durchschnittliche Pensionsantrittsalter um sage und schreibe 13 Monate. Dumm nur, dass man geflissentlich durch die Reha-Korridorregelung 40.000 Beitragszahler in ein großes, schwarzes Schlupfloch fallen ließ.
Gaul wieder einmal von hinten auf und setzt durch eine nicht refinanzierte Steuerreform auf die Ankurbelung des Konsums.
Ganz dem Prinzip Ursache und Wirkung folgend, werden uns mit November somit 430.000 Arbeitslose (inkl. Schulungsteilnehmer) ausgewiesen. Wenn man hierbei noch berücksichtigt, dass durch den extrem milden November gerade in der so schwankungsbreiten Baubranche viele noch bis in den Dezember beschäftigt sind bzw. waren, wird das wahre Ausmaß der Beschäftigungslosen erst mit Jänner eklatant. Die 500.000er-Marke ist zwar de facto heute noch Prognose – die Realität holt diese jedoch sicherlich nur allzu schnell ein. Und nicht erst hier beginnt das unsaubere, um nicht zu sagen perfide, Spiel der Bundespolitik: Anstatt sich um das Thema Wirtschaft und Unternehmertum zu bemühen – immerhin werden dort die so dringend notwendigen Arbeitsplätze generiert –, zäumt man den
Die Unwilligkeit der Regierungsspitze in der Causa Pensionsreform gipfelt sogar in einer schier unglaublichen Situation: Faymann sieht keinerlei Handlungsbedarf – schon gar nicht kurzfristig! –, da „ohnehin ausreichend Maßnahmen gesetzt wurden, um das System zu sichern“. Wie bitte? Wie kommt der Kanzler zu dieser Annahme? Und hier eilt gleichsam aus dem Nichts die Statistik Austria zu Hilfe. Deren Generaldirektor Konrad Pesendorfer meldet sich nämlich zu Wort und proklamiert sinngemäß, dass durch einen jährlichen Zuzug von 60.000 Menschen bis zum Jahr 2024 die Neun-Millionen-Einwohnergrenze in Österreich erreicht sein werde. Ergo: Durch rund 400.000 potenzielle – vorwiegend junge – Arbeitnehmer und Beitragszahler wäre das Pensionssystem somit gesichert und Handlungsbedarf Rich-
Es mutet höchst seltsam an, dass diese Zukunftssicht/Kaffeesudleserei/Sterndeuterei nicht etwa aus dem Munde einer österreichischen Institution, wie etwa WIFO, IHS, Nationalbank oder Gerda Rogers, tönt, sondern aus der Ecke der Statistik Austria zu vernehmen ist. Anstatt also Fakten aus der Vergangenheit zu analysieren und zu diagnostizieren, wirft sich Pesendorfer den Mantel des Prognostikers um und assistiert durch Steigbügelhalterei der Politik Faymanns. Liegt die Ursache vielleicht darin, dass Faymann wiederum im Jahr 2010 seinem damaligen persönlichen Wirtschaftsberater – unter schwerem, jedoch ungehörtem Protest seitens der Opposition – die Räuberleiter in die Chefetage der Statistik Austria gemacht hat? Dass der ORF dann via Teletext, anstatt zu berichten, ungefragt kommentiert, dass „die SPÖPosition gestützt sei, da die bisher gesetzten Maßnahmen griffen“ (siehe Faksimile), vervollständigt nur das Bild der enggewobenen Seilschafterei auf höchster Ebene. Es steht zu befürchten, dass diese brandgefährliche Kasperliade auch noch im nächsten Jahr ihre Fortsetzung – es steht sogar zu befürchten: ihre Steigerung – finden wird. Bis dahin allerdings wünsche ich Ihnen gesegnete Feiertage und einen fulminanten Start ins neue Jahr, auch wenn diesen Teile der Bundesregierung wieder zu verhindern wissen wollen. Ihr Wolfgang Hasenhütl Herausgeber
[email protected] WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Inhalt 8
Coverstory: Mächtig ohnmächtig Was kann Politik in der Wirtschaft überhaupt noch ausrichten? Was können Politiker ökonomisch noch bewegen? Der Spielraum scheint – auch selbstverschuldet – immer geringer zu werden.
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Symbiose: Mensch und Maschine Wirtschaft und Industrie befinden sich im Wandel. Damit die Evolution hin zu Industrie 4.0 und Smart Production & Services gelingt, müssen sich Unternehmen neuen Herausforderungen stellen, um Chancen optimal nutzen zu können.
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Optimismus kehrt zurück Laut Handelsbarometer erwarten die Händler ein besseres Weihnachtsgeschäft als 2014. Trotz vieler Ängste ist die Stimmung durchaus positiv und lässt den österreichischen Handel auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hoffen.
Tauwetter für die Konjunktur Das aktuelle Konjunkturbarometer der Wirtschaftskammer Steiermark lässt auf einen leichten Aufschwung hoffen.
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30 Weihnachtsgeschäft:
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Klartexter, keine Schwadroneure Warum gute Rhetoriker besser verdienen, erklärt die Kommunikationsexpertin Tatjana Lackner damit, dass „ihnen schlicht mehr zugetraut wird, und sie hörbar einen guten Eindruck machen“. Wer im Vertrieb oder in der Beratung überzeugt, dem bietet sich die Chance, ein größeres und finanziell besseres Kundensegment zu erobern.
Smart telefonieren Für Kleinunternehmer ist die Mobil-Telefonie bzw. mobiles Internet ein wichtiges Thema. Im Businessmarkt und speziell im KMU- und EPU-Bereich stehen nicht die neuesten technischen Errungenschaften im Vordergrund, sondern die Forderung nach praktischen Lösungen.
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Talente für heimische Betriebe Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) hat die Initiative „Talente“ ins Leben gerufen, bei der Schülerinnen und Schüler mit forschenden Unternehmen in Kontakt gebracht werden. Ein Mehrwert für Unternehmen und künftige Mitarbeiter.
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Schulterschluss für eine lebenswerte Zukunft Das Land braucht neue Zuversicht. Arbeiterkammer-Steiermark-Präsident Josef Pesserl erörtert seine Vision für eine Zukunft der Fairness und des lebenswerten Lebens für alle Menschen in Österreich.
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Zukunftsweisende Kooperation In der Steiermark ist das RCPE federführend an der Entwicklung von Innovationen im Bereich der pharmazeutischen Forschung beteiligt. Das internationale Konsortium ECCPM will die Tablettenproduktion revolutionieren.
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Menschen & Märkte
Initiative ENERGIE gegen ARMUT Armut bringen wir gemeinsam mit unseren Kunden Licht und Wärme in Tausende Grazer Haushalte“, betont der Geschäftsführer der Energie Graz, Dr. Gert Heigl.
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twa 230.000 Personen in Österreich können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten. Statistisch gesehen sind das mehr als 10.000 Grazerinnen und Grazer. Um diese nicht nur reale, sondern auch soziale Kälte zu bekämpfen, hat die Energie Graz gemeinsam mit der Caritas und dem Sozialamt die Initiative ENERGIE gegen ARMUT ins Leben gerufen. „Mit der Initiative Energie gegen
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Experten-Tipp
Tag der steirischen Kfz-Wirtschaft Am 17. November 2015 fand der alljährliche Tag der steirischen Kfz-Wirtschaft am Flughafen Graz statt. Pickerlgutachten zu Dumpingpreisen, Kampf gegen den Pfusch, Altfahrzeuge und Gebrauchtwagen: Brisante Themen standen auch heuer wieder auf der Agenda der Branchentagung, zu der über 300 Unternehmer aus Fahrzeughandel, Kfz-Technik und Karosseriebautechnik kamen. Ü Foto: WKO Stmk Mag. Edgar Pitzer
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Welche Investitionen machen 2015 noch steuerlich Sinn? Bei Investitionen in und Inbetriebnahme von Immobilien bis 31.12.2015 ist noch eine Halbjahresabschreibung möglich. Weiters können Sie Vorauszahlungen auf laufende Reparaturen des kommenden Jahres tätigen und diese sofort absetzen. Überdies können natürliche Personen betriebliche Q
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idR zur Deckung des Investitionserfordernisses für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag geltend machen. TIPP: Beachten Sie, dass seit 2013 die Höhe des maximalen Gewinnfreibetrages eingeschränkt ist. Bei höheren Gewinnen können Sie Steuern sparen, wenn Sie den Betrieb idR rückwirkend unter Anwendung des Artikel III UmgrStG in eine GmbH einbringen.
Siegmund Birnstingl (CEO Grazetta), Eva Radinger, GF Licht ins Dunkel Österreich, Hannes Artner (GF Grazetta), Andreas Oberbichler (GF Autohaus Wittwar) und ORF-Steiermark-Landesdirektor Gerhard Draxler (v.l.) Foto: Wittwar
Rekordergebnis für „Licht ins Dunkel“ Im Zuge der „Licht ins Dunkel Gala“ des Autohauses Wittwar und Grazetta wurde mit 89.500 Euro ein neuer Spendenrekord erreicht! Unter den anwesenden Gästen, u.a. Stadtrat Mario Eustacchio, ORF-Steiermark-Landesdirektor Gerhard Draxler sowie Licht-ins-Dunkel-Österreich-GF Eva Radinger, wurden 28 Exponate versteigert, Höchstgebote wurden dabei für eine Weinverkostung im Weingut Georgiberg oder einen Skitag mit Armin Assinger erzielt.
Weltmeisterin 2015 Was für eine sensationelle Nachricht aus Korea! Sabine Trummer von Denzel Graz hat den Gobal Sales Consultant Championship gewonnen! Die Hyundai-Verkaufsleiterin von Denzel Graz flog letzte Woche nach Korea, um am „Global Sales Consultant Championship“ teilzunehmen. Jedes Land weltweit darf einen Teilnehmer nominieren und nach Korea zur Weltmeisterschaft für den Bereich Verkauf/Beratung senden. Das große Los für Österreich fiel auf die sympathische und überaus erfolgreiche Hyundai-Expertin Sabine Trummer von Denzel Graz. Ü Foto: Denzel
Menschen & Märkte –
Weiter so
Entbehrlich
Lehrlinge immer mehr im Abseits
Die Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung der Stadt Graz lud Ende November zum „Club der GründerInnen & friends“ mit dem Thema „Ljubljana trifft Graz“. Start-ups aus beiden Städten waren dabei, als im Rahmen eines Pitch aus zehn ausgewählten Projekten drei Sieger gekürt wurden. Die Start-ups aus Ljubljana Cooling Inno, Anigmo und Byba freuten sich über einen Gutschein für jeweils zehn Tage im Coworking Space Aula X und einen kreativen Geschenkkorb der Gastgeberstadt Graz. Wirtschaftsstadtrat Gerhard Rüsch: „Mit dieser Veranstaltung bringen wir zwei Städte zusammen, die beide über Wirtschaftsstadtrat Gerhard eine aufblühende KreativwirtRüsch, Marjana Majeric (Tehnoschaftsszene verfügen. Um loski park Ljubljana), Leiterin der mit dem Standort Graz auch Abteilung für Wirtschafts- und in Zukunft erfolgreich zu sein, Tourismusentwicklung Andrea müssen wir über den TellerKeimel (v.l.) rand hinausblicken und internationale Kooperationen forcieren.“ In der abschließenden Gesprächsrunde der Jurymitglieder wurden Synergien zwischen Graz und Ljubljana deutlich, die für eine Partnerschaft in der Zukunft sprechen. Ü
Die Lehre steuert immer weiter ins Abseits: So könnte man das Ergebnis der ersten österreichischen Lehrlingsstudie zusammenfassen, die am 4. Dezember in der Arbeiterkammer Steiermark
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Ljubljana trifft Graz
Foto: Stadt Graz/Lipp
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präsentiert wurde. Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier befragte 300 Lehrlinge – dabei zeigte sich, dass Lehrlinge vor allem mit Imageproblemen zu kämpfen haben: Lehrlinge fühlen sich demnach zwar im Betrieb anerkannt, aber nicht in der Gesellschaft. „Im Betrieb fühlt man sich wohl, aber wenn man aus dem Betrieb herausgeht, hat man das Gefühl, man ist irgendwie an der untersten Stufe der gesellschaftlichen Hierarchie angesiedelt“, so Heinzlmaier. Dieses Imageproblem geht oft schon von den Eltern aus, die glauben, dass ein sozialer Aufstieg nur mit einer Matura oder einem Studium gelingen kann. Aus diesem Grund steht für Heinzlmaier fest, dass die Politik, aber auch die Gesellschaft schnellstens reagieren und umdenken müssen. Ü
Markus Malle, Max Habenicht, Jürgen Mandl und Franz Pacher genossen das Netzwerk und die heißen Maroni. Foto: Didi Wajand
Maronifest Mit heißen Maroni, Schinken, Wein und den ersten Schneeflocken stimmten sich die Unternehmer aus Klagenfurt und Klagenfurt-Land auch heuer wieder auf die Vorweihnachtszeit ein. Auch heuer folgten mehr als 500 Unternehmer der Einladung des frischgewählten WB-Bezirksobmannes Max Habenicht, von Landesgruppenobmann Franz Pacher und Präsident Jürgen Mandl zum Netzwerken bei Schinken, Wein und Maroni! Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Mächtig ohnmächtig Wie mächtig ist die Wirtschaftspolitik? Wie eng sind die Fesseln? Foto: Livenet
Was kann Politik in der Wirtschaft überhaupt noch ausrichten? Was können Politiker ökonomisch noch bewegen? Der Spielraum scheint – auch selbstverschuldet – immer geringer zu werden. Von Martin Link
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eihenweise schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt, und das auch noch in der sensiblen Vorweihnachtszeit. „Eine Riesensauerei“ nennt Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) die Zielpunkt-Pleite mit Hunderten Betroffen in Südösterreich – auch indirekt: Zielpunkts Fleisch- und Wurstlieferant Schirrnhofer aus der Oststeiermark wird von der Insolvenz mitgerissen. Es wackeln 270 Jobs. Dazu 200 Jobs, die bei einem südsteirischen Fensterhersteller ebenfalls wegen Konkurs wegfallen ... Was außer öffentlich ärgern bleibt Politikern da noch? Und was können sie nicht nur in diesen Worstcase-Szenarien beeinflussen? „Wir haben in Österreich einen Staatsanteil bei den Staatsausgaben von 50 Prozent“, rechnet Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, vor. „Damit nimmt die Politik unweigerlich Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung.“ Gerade die Ereignisse der Jahre 2008 und 2009 würden zeigen, dass
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Pleite bei Zielpunkt, Politiker ärgern sich öffentlichkeitswirksam Foto: APA
Märkte, vor allem Finanzmärkte, aus den Fugen geraten können. Herks Appell an die Politik: „Klare Regeln vorgeben, um die Realwirtschaft zu stärken, anstatt aktionistisch dort einzugreifen, wo die Gesetze des Marktes sehr wohl funktionieren.“
Spielräume schaffen Ausgedünnte Landregionen, verdichtete Zentren – diese Vision vor Augen, war in den vergangenen Monaten viel von Regionalförderung die Rede. Ein Feld, auf dem die Politik ihren Einfluss auch in wirtschaftlichen Dingen noch geltend machen kann. „Es braucht vor allem Impulse für innovative Regionen, denn diese sind ein Schlüssel zur
Wettbewerbsfähigkeit und damit für Beschäftigung und Wohlstand“, unterstreicht der steirische Vize-LH Michael Schickhofer (SPÖ), unter anderem für Finanzen und regionale Entwicklung zuständig. Freilich: Die Spielräume, auch die finanziellen, wachsen nicht. „Wir haben bereits begonnen, den Förderdschungel zu durchforsten und die Bürokratie bei den Förderungen zu reduzieren.“ Noch viel schwieriger ist die Lage in Kärnten. Das Land selbst ist von der Zahlungsfähigkeit bedroht und muss mit den Gläubigern zu einer Einigung kommen. „Gerade in schwierigen Zeiten mit schwacher Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit muss es die Aufgabe der Politik sein, sowohl kurz- als auch mittelfristig Impulse zu setzen“, beharrt Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Dies sei nicht als Gegenentwurf zur Funktionsweise der Marktgesetze zu sehen. „Hier geht es darum, Rahmenbedingungen zu gestalten.“ Ein Beispiel dafür ist für Kaiser die Forschungsachse Süd gemeinsam mit der Steiermark. Ein erster Schritt in dem Kooperationsfeld ist die Beteiligung des Landes Kärnten an der renommierten Forschungsgesellschaft Joanneum Research, das nun mit dem Robotics-Institut im Lakeside-Park in Klagenfurt eine Außenstelle einrichtet.
„Mein Motto ist Zuhören-Verstehen-Handeln, dieses Motto lebe ich in allen meinen Ressorts. Daher weiß ich, wo der Schuh drückt.“ Michael Schickhofer, Vize-LH, SPÖ
Foto: APA
Kaiser: „Damit greifen wir also den aktuellen Bedarf der Wirtschaft an anwendungsorientierter Forschung für diese Technologien an der Schnittstelle zwischen realer und digitaler Welt auf.“ Innovation, also das laufende Arbeiten an Neuem, sei der beste Nährboden für zusätzliche Arbeitsplätze, unterstreicht auch der steirische Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP). Die Steiermark habe alle Förderprogramme mit einem starken Fokus auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet. Es hat sich ausgezahlt: Seit Jahren führt das Bundesland österreichweit bei der F&EQuote, zeitweilig konnte man sich sogar über den Titel Vize-Europameister freuen. Insgesamt plädiert der Langzeitlandesrat neben mehr Wertschätzung der Politik für Unternehmerinnen und Unternehmen, was auch in dem Ansatz „Mehr Hausverstand statt vieler Gesetze“
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zum Ausdruck kommt: Abbau bürokratischer Hürden, mehr Flexibilität und weniger Normen, das ist für Buchmann auch ein Beitrag aktiver Wirtschaftspolitik. Um allen Missverständnissen dabei vorzubeugen: „Die soziale Marktwirtschaft ist meine persönliche Handlungsmaxime mit ihrem fairen Wettbewerb zwischen den Unternehmen und den Wirtschaftsregionen.“
Struktur: klein und groß
„Aktive Standortpolitik“, das ist auch für SPÖ-Gegenüber Michael Schickhofer – nebstbei studierter Betriebswirt – der Hebel. Er verweist auf 100 Millionen Euro, die die Steiermark in den nächsten Jahren in diesem Bereich regional einsetzen will. Schickhofer: „Auf Basis regionaler Entwicklungsleitbilder und des Landesleitbildes sollen Impulsprojekte in den Bereichen Standortentwicklung, Bürgerbeteiligung, Verkehr und Umwelt, aber auch rn Bildung und Soziales umgeue ste s le al t ch ni Politik kann setzt werden.“ Die Möglichkeit und Aufgabe Der Ökonom Clemens der Politik als „Türöffner und des ent Fuest, Präsid Vernetzer“ sieht Kärntens LanDeutschen Zentrums deschef Peter Kaiser. So hat tWir e für Europäisch Kärnten hat als erste Region r übe ng, chu fors afts sch EU-weit eine enge Kooperaes ein ften die Eigenscha tion mit der EU-Forschungsguten Wirtschaftsinitiative ECSEL. Kärnten unstandorts und woran terstützt vom Klein- bis zum Österreich da leidet: Großbetrieb alle UnternehZwei Erklärungsansätze men, Fördergeld aus Wien hat Clemens Fuest, und Brüssel abzuholen. Ökonom an der Univer- Ökonom Clemens Fuest: Österreich hat Foto: EWZ Noch ein Rad, an dem die Posität Mannheim, wenn Nachholbedarf. es um die wirtschaftlilitik drehen kann, ist die Inchstum che Entwicklung ÖsterWa frastruktur – mit den Großdas mt lah , opa Eur reiter in reichs geht: Lange ein Vor projekten des Semmeringg der Krise in Ostkun wir Aus die das sei seit Jahren. Zum einen e: „Länach Urs eite und des Koralmtunnels bietet Zw fe. tref onders europa, die Österreich bes ng, darüber nachzuigu der Süden Österreich dabei Ne ig wen en hab t, der, denen es gut geh beste Beispiele. Steiermarks entlich stützt.“ eig d tan hls Wo sen die denken, was leich international erg e-V ahr 15-J Wirtschaftslandesrat Buchim t lieg Österreichs Wachstum itik Defianderen Ländern die Pol mann: „Leistungsfähige Inin e hab nur , gut er noch imm n müsse sich Been, sie zu beheben. Ma frastruktur mit umfassender den h zite erkannt und begonn Abgabenquote, aber auc und uer Erreichbarkeit eines WirtSte e hoh die reiche wie ystem wird tor ansehen. Das Sozials schaftsstandortes auf der tät, bili relativ starken Staatssek che Sta nsantritt belastet. „Politis Straße, der Schiene und aus d sin s durch den frühen Pensio Da e“: Lag he skraft, die geografisc der Luft sowie flächendeBei Ausbildung, Innovation Dre dort. en guten Wirtschaftsstan ckend schnelles Internet, – tem für Fuest Kriterien für ein sys uer Ste ulierungsdichte und das sind die Rahmenbedinreiche – Arbeitsmarkt, Reg ussen. : könne die Politik beeinfl aum gungen für Wertschöpfung ielr ssp ung sieht Fuest Handl Gerade beim Steuersystem teuern nds und Arbeitsplätze, die die Gru nde alle anf h rlic dass jäh Studien würden zeigen, Besteuerung des Politik beeinflussen kann.“ lich sind, während hohe eher wachstumsfreund und Boden könwirkt. Nachsatz: Grund Einkommens hemmend en. nen auch nicht davonlauf
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Wirtschaftskammer-Boss Josef Herk: Bitte keine Politik des undifferenzierten Schuldenmachens mehr! Fotos: APA
Ein Politikfeld, das (noch) funktioniert: öffentliche Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort.
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„Ich tausche mich laufend mit meinen Expertinnen und Experten im Wirtschaftsressort aus und wir evaluieren gemeinsam.“ Christian Buchmann, Wirtschaftslandesrat, ÖVP
Konsum anregen Ob Hunderte Millionen oder mehrere Milliarden, wird sich weisen, aber die Politik hofft jedenfalls auf einen möglichst großen Impuls durch die Steuerreform, die mit Jahresanfang wirksam wird. „Nur wenn die privaten Haushalte konsumieren und die Unternehmen investieren, gibt es ein Wirtschaftswachstum und damit Wertschöpfung, und es können Arbeitsplätze gesichert werden“, erläutert Wirtschaftslandesrat Buchmann. Freilich: Längst alles an einer Steuerreform finanziert
sich selbst, sodass auch neue oder höhere Belastungen entstehen können, die das Wirtschaftsgeschehen negativ beeinflussen. Mutinjektionen können da schon helfen und auch von der Politik kommen, zum Beispiel den Sprung auf ausländische Märkte zu wagen. Jeder zweite Arbeitsplatz in der Steiermark ist von den Exporterfolgen der Unternehmen abhängig, die Internationalisierung der heimischen Wirtschaft mit politischer Unterstützung ein wichtiger Hebel. „Internationalität, aber auch Innovation und Inves-
„Es sitzen äußert kluge Köpfe in den Gremien, etwa beim KWF mit Hans Schönegger, Erhard Juritsch und Gilbert Isep. Zudem finden regelmäßig der Austausch mit allen Sozialpartner statt.“ Peter Kaiser, LH, SPÖ
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tition, das sind für mich die Tripple-I, die nachhaltig gegen Arbeitslosigkeit, Armut und Abwanderung helfen“, sagt Kärntens Landeschef Peter Kaiser. Dabei ist für Wirtschaftsvertreter wie WKOSteiermark-Präsident Josef Herk im Diskurs über den Spielraum der Politik in Wirtschaftsfragen eines klar: „Was nicht mehr funktioniert, ist der Ansatz des in Österreich gerne praktizierten undifferenzierten Deficit-Spendings. In einer offenen, hochtechnisierten Volkswirtschaft verpuffen diese Maßnahmen und lassen noch mehr Defizite in den öffentlichen Haushalten zurück.“ Ü
n n Mehr Schaden als Nutze iche Agentur Wie Kärnten seine erfolgre ontiert hat dem ng dlu sie für Betriebsan 300 Beals hr Binnen zehn Jahren me 0 neue 445 it dam und lt ede triebe angesi nz Bila se Die : Arbeitsplätze geschaffen in gaz Ma en isch brit dem blieb selbst ht verborgen. „The New Economy“ nic ngsagentur klu wic Ent die 2012 wurde europäiten Kärnten deshalb zur bes ürt. Eigek tur gen gsa lun schen Ansied diese nte kon d nen dauerhaften Bestan denr abe ung chn zei Aus internationale rübe ner Jän 1. noch nicht sichern. Mit und ngs dlu sie san rieb nimmt die Bet t Babeg die Beteiligungsgesellschaf ng von Filäru Erk lle izie Agenden. Off ig (SPÖ): aun Sch nanzlandesrätin Gaby abgeten kei isig lgle ppe Do „Es werden “ ert. uzi schafft und Kosten red
Mit Anfang 2016 treten die meisten Punkte der medial groß angekündigten Steuerreform 2015/2016 in Kraft.
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Steuerreform 2015/2016: Wer profitiert, wer finanziert? n Kontakt
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er erfreulichen Senkung (Anpassung) des Einkommensteuertarifs, durch den gerade Bezieher geringerer und mittlerer Einkommen entlastet werden, stehen jedoch zahlreiche Belastungen (Stichwort „Gegenfinanzierung der Steuerreform“) gegenüber, die fast alle Liegenschaftsbesitzer und Personen mit Kapitaleinkünften zu den Verlierern der Steuerreform zählen lassen. Diese sehen sich durch eine erhöhte Immobilienertragsteuer, einer Änderung der Grunderwerbsteuerbemessung und durch einen höheren Kapitalertragsteuersatz stärker in die Pflicht genommen.
Einkommen profitieren durch eine Erhöhung der Negativsteuer („Sozialversicherungserstattung“) von 110 auf 400 bzw. auf 500 Euro, wenn ein Anspruch auf Pendlerpauschale besteht. Auch kommen Arbeitnehmer in den Genuss der Neuregelung der Steuerfreiheit von Mitarbeiterrabatten: Bei einer Rabattgewährung von maximal 20 Prozent führt diese nicht mehr zu einem Sachbezug. Bei Überschreiten der 20-Prozent-Grenze gelten Mitarbeiterrabatte von jährlich insgesamt 1.000 Euro pro Mitarbeiter als steuerfrei. Die Mitarbeiterrabatt-Begünstigung gilt übrigens auch für höherpreisige Waren wie etwa Autos und dergleichen.
Entlastungen Das viel gepriesene Kernstück der Steuerreform stellt die Anpassung des Steuertarifs dar. Statt bisher drei soll es künftig sechs Tarifstufen geben, wobei der Eingangssteuersatz von 36,5 Prozent auf 25 Prozent gesenkt wird. Die ersten 11.000 Euro bleiben weiterhin steuerfrei. Der neue (auf fünf Jahre befristete) Höchststeuersatz beträgt nun 55 Prozent und betrifft Einkommensteile über eine Million Euro pro Jahr. Konkret ergibt sich bei einem Monatseinkommen von 1.500 Euro ein Entlastungsvolumen von rund 500 Euro/Jahr, die maximale Entlastung von etwa 2.000 Euro/Jahr ergibt sich bei einem Monatseinkommen von 10.000 Euro brutto. Zusätzlich erhöht sich noch der jährliche Kinderfreibetrag von 220 auf 440 Euro pro Kind; wird dieser von beiden Elternteilen in Anspruch genommen, beträgt er nun 300 Euro pro Elternteil. Arbeitnehmer können sich schließlich über einen auf 400 Euro erhöhten Verkehrsabsetzbetrag freuen und Bezieher sehr geringer
Belastungen Neben beschlossenen Maßnahmen, wie etwa der Registrierkassenpflicht (ab 7.500 Euro Barumsätze), der Belegerteilungspflicht, der Kontoeinsichtsmöglichkeit durch Organe der Finanzverwaltung, dem Barzahlungsverbot zwischen Unternehmen in der Baubranche, der Erhöhung des Pkw-Sachbezugs und der Anhebung des Umsatzsteuer-Satzes von zehn auf 13 Prozent bei einigen Umsätzen sehen sich zukünftig vor allem Liegenschaftsbesitzer wesentlich höheren Belastungen ausgesetzt. So erhöht sich bei entgeltlichen Grundstücksveräußerungen die Immobilien-Ertragsteuer von 25 auf 30 Prozent. Der bisher sehr vorteilhafte Inflationsabschlag bei einer Veräußerung nach zehn Jahren wird ersatzlos gestrichen. Auch bei den so genannten „Altgrundstücken“ (Grundstücke, bei denen der letzte entgeltliche Erwerb i.d.R. vor dem April 2002 erfolgte) steigt die effektive Steuerbelastung von 3,5 auf 4,2 Prozent des Ver-
äußerungserlöses. Schließlich bringt auch die Änderung der Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer (GrESt) oftmals eine Höherbelastung bei (vor allem unentgeltlichen) Liegenschaftsübertragungen mit sich. Während sich die GrESt bei unentgeltlichen Übertragungen bisher vom meist viel niedrigeren dreifachen Einheitswert berechnete, kommt ab 2016 der in der Regel höhere Grundstückswert als Bemessungsgrundlage zur Anwendung. Begünstigt wird jedoch die unentgeltliche oder teilentgeltliche Übertragung von sehr günstigen Grundstücken durch einen neu eingeführten Stufentarif, wonach der Steuersatz für die ersten 250.000 Euro 0,5 Prozent, die für nächsten 150.000 Euro zwei Prozent und darüber hinaus 3,5 Prozent beträgt. Nicht jede unentgeltliche Grundstücksübertragung muss daher ab 2016 nachteilig sein, was im Einzelfall zu prüfen sein wird. Auch Bezieher von Kapital-Einkünften (beispielsweise Gewinnausschüttungen von Kapitalgesellschaften oder Veräußerung von Wertpapieren und Kapitalanteilen) werden durch die Erhöhung der Kapitalertragsteuer (KESt) auf 27,5 Prozent stärker zur Kasse gebeten. Nur bei Zinsen aus Sparbüchern und Kontoguthaben bleibt es beim bisherigen KESt-Satz von 25 Prozent. Für GmbH-Gesellschafter führt die KEStErhöhung im Ausschüttungsfall zu einer rechnerischen Gesamtbelastung von nunmehr 45,6 Prozent (25 Prozent Körperschaftsteuer auf den Gewinn und bei der Ausschüttung nochmals 27,5 Prozent KESt). Als kleines Trostpflaster ist für GmbH-Gesellschafter jedoch der Entfall der Gesellschaftsteuer zu erwähnen: Zukünftig erspart man sich bei Kapitalerhöhungen bzw. bei Nachschüssen diese einprozentige Steuerbelastung. Als Fazit der Steuerreform bleibt festzuhalten: Bezieher niedrigerer (und teilweise auch mittlerer) Einkommen können sich über eine Entlastung freuen. Verlierer sind jedoch Immobilienbesitzer und Bezieher von Kapitaleinkünften, die wesentlich höher belastet werden. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Symbiose: Mensch und Maschine Wirtschaft und Industrie befinden sich im Wandel. Damit die Evolution hin zur Industrie 4.0 und Smart Production & Services gelingt, müssen sich Unternehmen neuen Herausforderungen stellen, um Chancen optimal nutzen zu können.
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mart Production“ oder auch Industrie 4.0 ist der Zukunftstrend der globalen Wirtschaftsentwicklung, an dem kein Weg vorbeiführt. Die Produktion wird in vielen Bereichen immer komplexer und wissensintensiver, zahlreiche Unternehmen sind bereits auf den Zug aufgesprungen, teilweise sogar ohne sich dessen bewusst zu sein, einfach weil es heute eine Notwenigkeit darstellt. Der globale Wettbewerb produzierender Unternehmen und die damit verbundene steigende Innovationsorientierung treiben die Vernetzung von Maschinen, Services und Menschen über die gesamte Produktionskette voran. Dennoch haben viele Unternehmen in diesem Bereich massiven Nachholbedarf. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, bringt es IV-Steiermark-Präsident Mag. Jochen Pildner-Steinburg auf den Punkt. Dazu wurden im Zuge einer 2015 von IV Steiermark und SFG gemeinsam initiierten Studie der ICG Integrated Consulting Group 22 Interviews mit Personen aus dem Top-Management verschiedenster Branchen geführt. Die Studie macht deutlich, wo die Schwerpunkte aus Sicht der Unternehmen liegen müssen, dabei sind Vernetzung, Bewusstseinsbildung, Know-how-Transfer und gesetzliche Rahmenbedingungen die wesentlichen Anliegen.
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Arbeitswelt im Wandel Eine Fabrik ohne Menschen wird es auch in Zukunft nicht geben, dennoch werden sich die Anforderungen an die Mitarbeiter verändern und vor allem der Bedarf an hochqualifizierten Facharbeitern wird steigen. Angesichts des hohen Vernetzungsgrades zwischen verschiedensten Bereichen sowie von Menschen nicht nur miteinander, sondern verstärkt auch mit Maschinen und der hohen Komplexität der Systeme hat in Zukunft der ungelernte Hilfsarbeiter in der Produktion ausgedient. Pildner-Steinburg betont, wie wichtig es sei, offensiv und kontinuierlich mit dem Thema Smart Production & Services umzugehen: „Jene Betriebe, die sich schon länger und intensiv mit Smart Production befasst haben, sind jene, die investieren, Arbeitsplätze halten und ausbauen. Jene, die sich der Entwicklung nicht aufgeschlossen gezeigt haben, fallen zurück!“ Mit der Evolution der Produktion werde auch eine Evolution der Arbeitsplätze einhergehen, gibt Pildner-Steinburg zu bedenken.
Zukunftsfit Zahlreiche Unternehmen haben die Chancen bereits erkannt und in Smart Production & Services investiert, derzeit sind es vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die noch Aufholbedarf haben. Denn die Industrie 4.0 betrifft nicht ausschließlich den produzieren-
den Bereich, es wird auch Veränderungen, wie die Transformation vom Produkt zur Dienstleistung geben, genauso wie neue Geschäftsmodelle, die durch Digitalisierung und Vernetzung ermöglicht werden. In Zukunft werden auch die Integration sowie langfristig auch die örtliche Nähe der Produktion (3D-Druck) zum Kunden und selbstverständlich auch die Kundenbetreuung neue Lösungen erfordern. Der Verein Industrie 4.0 Österreich – die Plattform für intelligente Produktion hat sich zum Ziel gesetzt, zukünftige Entwicklungen und Innovationen in der industriellen Produktion (Industrie 4.0) bestmöglich für sämtliche Beteiligte zu nutzen und Risiken zu minimieren. Gegründet wurde der Verein auf Initiative vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), der Industriellenvereinigung (IV), der Bundesarbeitskammer (AK), der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), dem Fachverband der Maschinen- und Metallwaren-Industrie (FMMI) und dem Fachverband der Elektround Elektronik-Industrie (FEEI). Damit soll ein Beitrag zur Sicherung und Schaffung von konkurrenzfähiger Produktion und qualitätsvoller Beschäftigung auf hohem Niveau geleistet und somit Österreich als zukunftsfähiger Produktionsstandort gestärkt werden.Ü
Milliardeninvestitionen in steirische Standorte
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andeshauptmann Hermann Schützenhöfer besuchte am 12. November den Technologie- und Industriegüterkonzern voestalpine am Standort Leoben-Donawitz. In den letzten fünf Jahren investierte die voestalpine mehr als eine Milliarde Euro in die insgesamt acht steirischen Standorte. Aktuell investiert die voestalpine an ihrem Standort in Leoben-Donawitz über 100 Millionen Euro in die Errichtung eines neuen Drahtwalzwerks. In dem Werk, das als modernstes dieser Art in Europa gilt, werden ab 2016 jährlich rund 450.000 Tonnen Qualitätswalzdraht für den Automobil- und Energiesektor produziert. „Die Innovationskraft, die man am Standort der voestalpine in Leoben-Donawitz spürt, ist enorm. Es macht mich stolz, dass ein international erfolgreiches Industrieunternehmen wie die voestalpine hier in der Region Obersteiermark tief verwurzelt ist“, freute sich Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer im Rahmen seines Besuchs. „Die voestalpine erzeugt hier eine breite Palette von hochwertigen Schienenprofilen und Stahlgüten – international besonders gefragt sind die von uns produzierten wärmebehandelten Schienen mit einer Länge von bis zu 120 Metern. Mit der Großinvestition in ein neues Drahtwalzwerk am Standort
voestalpine-Vorstand Franz Kainersdorfer, Projektleiter Gunter-Franz Korp und LH Hermann Schützenhöfer (v.l.) bei der Besichtigung des neu entstehenden Drahtwalzwerks. Foto: voestalpine
bauen wir auch unsere führende Position im Drahtbereich in Europa weiter aus“, so Franz Kainersdorfer, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Chef der in Leoben-Donawitz ansässigen Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns. Um langfristig am Standort erfolgreich sein zu können, seien aber auch entsprechende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für Industriebetriebe – speziell mit Blick auf die aktuellen Klimaschutzvorgaben der EU – notwendig, erläuterte Kainersdorfer im Gespräch mit Landeshauptmann Schützenhö-
fer. Das Stahlwerk der voestalpine in Leoben-Donawitz zähle zu den besten Europas und gilt in seiner Branche bereits heute als internationaler Benchmark in Sachen Umweltschutz, so Kainersdorfer weiter. Als wichtiger Arbeitgeber übernimmt die voestalpine Verantwortung für die Menschen in der Region insgesamt. So wurde von Landeshauptmann Schützenhöfer auch das neu errichtete voestalpine-Mitarbeiterzentrum in Leoben-Donawitz besichtigt, das eine Werkskantine, einen eigenen Betriebskindergarten sowie eine Kinderkrippe umfasst. Ü
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Tauwetter für die Konjunktur Das aktuelle Konjunkturbarometer der Wirtschaftskammer Steiermark lässt auf einen leichten Aufschwung hoffen.
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rste positive Ansätze sind erkennbar – die konjunkturelle Gesamtsicht bleibt aber von Unsicherheit geprägt. So lautet kurzgefasst die Quintessenz des aktuellen Wirtschaftsbarometers der WKO Steiermark. Demnach fallen zwar die Einschätzungen der Unternehmer zum bisherigen Geschäftsverlauf bezüglich Umsatz (+17,3 Prozent), Investitionen (+6 Prozent), Auftragslage (+3,3 Prozent) und auch Beschäftigung (+7,8 Prozent) im Saldo positiv aus, die wirtschaftliche Gesamtsicht wird allerdings weiterhin negativ beurteilt – und das zum neunten Mal in Folge. Im Detail: 34 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus, 20 Prozent von einer Besserung. Unterm Strich ergibt das ein Negativsaldo von -14 Prozentpunkten. Diese Saldowerte werden berechnet aus den Unternehmen, die ihre Geschäftslage positiv bewerten, abgezogen jener, die sie negativ beurteilen. Insgesamt 680 steirische Unternehmer haben an dieser Konjunkturumfrage teilgenommen. Sie ermöglicht direkte Vergleiche mit den bundesweiten Ergebnissen und bildet die gesamte Wirtschaft ab – vom Kleinstbetrieb bis zum Leitbetrieb. Mit interessanten Einblicken, wie WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg betonen: „Das steirische Konjunkturprofil ist zwar weiterhin durchwachsen, liegt in vielen Bereichen aber über dem Bundesschnitt. Ge-
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tragen wird diese leichte Besserung vor allem von der Exportwirtschaft, also der internationalen Wirtschaftsdynamik, der Österreich leider noch immer hinterherhinkt. Um diese Lücke zu schließen, braucht es eine neue Offenheit und Ehrlichkeit von Politik und Sozialpartnern gegenüber den vielen real existierenden Herausforderungen.“
Prognose der Geschäftsentwicklung Umsatz Im aktuellen Wirtschaftsbarometer melden 45,3 Prozent der steirischen Unternehmer einen Anstieg und 28 Prozent einen Rückgang ihres bisherigen Gesamtumsatzes. Der daraus resultierende Saldo von +17,3 Prozentpunkten liegt klar über den letzten Salden, bleibt aber deutlich hinter den Spitzenwerten konjunkturell guter Zeiten zurück. Auch der Erwartungssaldo klettert mit +7,9 Prozentpunkten deutlich über die Nulllinie. Im Detail: 28,3 Prozent der befragten Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer Umsatzsteigerung, 20,4 Prozent mit einem Rückgang. Auch wenn diese Aufwärtsbewegung insgesamt erfreulich ist, gilt es zu berücksichtigen, dass sich vor allem die Mittel- und Großunternehmen über Umsatzsteigerungen freuen, während bei den Kleinbetrieben sowohl die Salden des bisherigen als auch des erwarteten Gesamtumsatzes überwiegend negativ ausfallen.
Investitionen Ähnliches gilt für die Investitionsbereitschaft. Hier wird der knappe Positivsaldo (+6 Prozentpunkte) ebenfalls von den Großunternehmen getragen, KMU dagegen melden beim Wirtschaftsbarometer eine vergleichsweise geringe Investitionstätigkeit zurück. Auch im kommenden Jahr ist kaum von einer großen Änderung des Investitionsvolumens auszugehen. Auftragslage Die leichte Aufwärtstendenz des bisherigen Auftragslagensaldos hat sich weiter fortgesetzt. Konkret geben 31,1 Prozent der steirischen Unternehmen an, dass sich ihre bisherige Auftragslage in den vergangenen 12 Monaten verbessert hat, wohingegen 27,8 Prozent mit einem Minus zu kämpfen haben (Saldo: +3,3 Prozentpunkte). Auch die Einschätzungen für das kommende Jahr fallen vergleichsweise positiv aus: Die Optimisten (28,8 Prozent) überwiegen hier gegenüber den Pessimisten (23,3 Prozent). Damit klettert der Erwartungssaldo zum ersten Mal seit Herbst 2013 wieder über die Nulllinie. Beschäftigung Ein wenig überraschend mutet auf den ersten Blick – angesichts der hohen Arbeitslosigkeit – der Positivsaldo bei der Beschäftigung an (+ 7,8 Prozentpunkte). 31,6 Prozent geben
Wirtschaft & Politik Für WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk (l.) und WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg sind laut Umfrage erste positive Ansätze erkennbar – die konjunkturelle Gesamtsicht bleibt aber weiterhin von Unsicherheit geprägt. Foto: Fischer
an, dass der Personalstand in den vergangenen zwölf Monaten aufgestockt wurde, wohingegen 23,7 Prozent einen Personalabbau rückmelden. Diese Rückmeldung spiegelt sich allerdings auch in den AMS-Statistiken wieder, wo ja eine steigende Zahl der Jobs nachzulesen ist. Allerdings reicht diese Dynamik nicht aus, um die Arbeitslosenquote zu senken, und daran dürfte sich auch in den kommenden Monaten wenig ändern. 23,3 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einem Personalabbau, während lediglich 11,2 Prozent von einem Anstieg ihrer Beschäftigtenzahl ausgehen. Der daraus resultierende Erwartungssaldo von -12,1 Prozentpunkten deckt sich mit den aktuellen Wirtschaftsprognosen, die trotz eines steigenden Wirtschaftswachstums von keiner nachhaltigen Entspannung am heimischen Arbeitsmarkt ausgehen.
Wirtschaft fordert Maßnahmen Die Notwendigkeit tiefgreifender Systemreformen liegt für die Führungsspitze der WKO Steiermark auf der Hand. Darüber hinaus brauche es aber auch ein Signal an die Unternehmerinnen und Unternehmer, „dass sich Leistung in diesem Land wieder lohnt und auch geschätzt wird“, betonen Herk und Dernoscheg: „Die Politik muss ein Zeichen für ein neues Vertrauensklima setzen, denn Konjunktur passiert bekanntlich zu einem großen Teil in den Köpfen.“ Drei Punkte liegen Herk und Dernoscheg dabei besonders am Herzen. Investitionen ankurbeln „Wir müssen endlich das Wachstum ankurbeln und dazu braucht es neue Investitionen“, betont Herk. Die WKO Steiermark
Trotz erster Anzeichen einer Konjunkturerholung sind Erwartungen teilweise getrübt. Quelle: WKO Steiermark
macht sich hier für die Einführung eines Investitionsfreibetrags bzw. einer Investitionszuwachsprämie stark. Der Unternehmer würde dabei zehn Prozent seiner über dem Durchschnitt der drei letzten Kalenderjahre getätigten Investitionen vom Staat ersetzt bekommen. Damit sollte sich allein in der Steiermark das Investitionsvolumen um 70 bis 80 Millionen Euro steigern lassen, was rund 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten würde. „Weiters machen wir uns für eine Anhebung der Grenze für geringfügige Wirtschaftsgüter auf 1.500 Euro stark, das würde vor allem Kleinunternehmer entlasten“, so Herk. Derzeit liegt die seit dem Jahr 1982 nicht mehr valorisierte Grenze bei 400 Euro. Eine dritte aus Sicht der WKO längst überfällige Maßnahme wäre der Vorsteuerabzug für betrieblich genutzte Pkw. Unternehmen entlasten Weniger ist mehr, sollte das neue Motto des Gesetzgebers lauten. Das beginnt bei den (oft willkürlichen) behördlichen Überprüfungen und reicht hin bis zu einer weiteren Reduktion der Beauftragten sowie einer Entbürokratisierung auf Landesebene, wo die WKO mit „Zukunft 2020“ ein eigenes Reformpapier vorgelegt hat. Ein weiterer Punkt ist die oft schwierige Abgrenzung von Selbstständigen und Unselbstständigen, was
nicht selten existenzbedrohende Nachzahlungen an die GKK zur Folge hat. „Das Minimum, das jedem Unternehmer, ja jedem Bürger zusteht, ist Rechtssicherheit. Diese ist hier nicht gegeben, da die zuständige Schlichtungsstelle sich als zahnlos erwiesen hat. Hier braucht es Reformen“, so Herk. Weiters macht sich die Wirtschaft für Erleichterungen bei fallweiser Beschäftigung stark. Standort wettbewerbsfähig halten Mehr Flexibilität und Senkung der Lohnnebenkosten hieße das Gebot der Stunde. Zusätzliche Belastungsideen wie eine flächendeckende Lkw-Maut lehnt Herk kategorisch ab: „Das würde unterm Strich sämtliche Branchen und damit den gesamten Wirtschaftsstandort belasten.“ Notwendig dagegen seien infrastrukturfördernde Maßnahmen wie der Ausbau der Pyhrn-SchoberAchse oder eine zusätzliche Breitbandoffensive. Dritter Bereich: die Einhaltung eines fairen Wettbewerbs, vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen. „Das Bestbieterprinzip muss hier endlich das Billigstbieterprinzip ablösen. Umso mehr verwundert es uns, dass der Gesetzesentwurf dazu im Verfassungsausschuss jetzt gescheitert ist. Diese Form der Blockade ist absolut kontraproduktiv“, so Herk. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Export Erneut positiv entwickelt sich der Außenhandel: Der Saldo des Exportumsatzes erhöht sich auf +29,5 Prozentpunkte. Im Detail freuen sich 48,6 Prozent der exportierenden steirischen Unternehmen über ein steigendes Auslandsgeschäft, wohingegen sich 19,1 Prozent mit sinkenden Exportumsätzen konfrontiert sehen. Auch die Erwartungen sind überwiegend von Optimismus gekennzeichnet: 39,2 Prozent rechnen im kommenden Jahr mit Umsatzsteigerungen, 17,3 Prozent gehen von einem Rückgang aus (Erwartungssaldo: +21,8 Prozentpunkte).
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„Raiffeisen ist klarer Marktführer im digitalen Banking. Aber der Erfolg von gestern ist kein Ruhekissen.“ Martin Schaller, Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Digitale Bodenhaftung Martin Schaller, Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, über die Zukunft von Regionalbanken in Zeiten des Umbruchs in der österreichischen Bankenlandschaft.
Haben Sie schon einen Neujahrsvorsatz? Vorsätze haben es leider so in sich, dass sie nach den ersten Hürden leicht wieder über Bord geworfen werden. Beruflich halte ich es daher lieber mit Zielen und Planungen.
persönliche Beratung in der Nähe. 3000 solcher Gespräche gibt es täglich allein bei Raiffeisen Steiermark. Die Nutzung der Bankstellen hat sich also verändert und ich rechne mit Optimierungen durch die eigenständigen Raiffeisenbanken. Sicher werden wir aber die Bankengruppe mit dem dichtesten Bankstellennetz bleiben.
Kommen wir also gleich zu einem großen Trend: die Digitalisierung. Wie weit ist Raiffeisen in dieser Entwicklung fortgeschritten? Wir haben im Zahlungsverkehr bereits vor rund zwanzig Jahren begonnen, die Automatisierung voranzutreiben. Das macht sich jetzt bezahlt, denn bei Raiffeisen werden schon heute 94 Prozent aller Zahlungen automatisch abgewickelt. Im Electronic Banking sind wir mit rund 1,6 Kunden österreichweit Markführer. Auch unsere Raiffeisen-App mit 530.000 Nutzern liegt ganz vorne. Aber der Erfolg von gestern ist natürlich kein Ruhekissen. Entscheidend wird sicher sein, wie eine Unterscheidung vom Mitbewerb gelingt. Wie will Raiffeisen technische Innovationen angehen? Auch bei technischen Entwicklungen muss unser Raiffeisen-Profil klar erkennbar bleiben. Innovationen müssen also zuerst den Kundennutzen erhöhen, hochsicher sein und die Beziehung zu unseren Kunden unterstützen, diese aber nicht ersetzen. Wir müssen nicht überall die Ersten sein, aber jene, die mit ausgereiften Funktionen einen großen Teil der Kunden bewegen. So wurden wir vor Kurzem vom renommierten AndroidMagazin mit 4,5 von 5 Punkten als beste Banking-App in Österreich bewertet. Könnte durch die Digitalisierung nicht die Beziehung zu den Kunden leiden? Ganz im Gegenteil, denn wir definieren Kundennähe in drei Dimensionen: regional, digital und emotional. Die digitalen Kanäle
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Martin Schaller, Generaldirektor der RaiffeisenFoto: Raiffeisen Landesbank Steiermark
werden wir noch deutlicher betonen, weil diese aus Kundensicht die häufigsten Kontaktpunkte zur Bank sind. Gleichzeitig setzen wir auf Beratung in den Regionen. Unsere Mitarbeiter sind vor Ort so stark verwurzelt wie sonst niemand. Raiffeisen ist die Bank, der man sprichwörtlich in die Augen sehen kann. Das wird uns auch in Zukunft unterscheiden. Aber braucht es in diesen Zeiten noch ein dichtes Filialnetz? Für alltägliche Bankgeschäfte wie Überweisungen werden Bankstellen heute kaum noch gebraucht. Aber für wichtige finanzielle Entscheidungen schätzen unsere Kunden die
All diese Entwicklungen werden vom Umfeld getrieben. Die österreichischen Banken beklagen die hohen Belastungen. Übertrieben? Ganz und gar nicht, denn wir erleben einerseits einen Tsunami an Regularien und gleichzeitig eine Flaute durch die EZB-Zinsen. Eines allein würde schon reichen, beide zusammen bringen die Banken an die Grenzen der Belastbarkeit. Allein die steirischen Raiffeisenbanken samt Raiffeisen-Landesbank Konzern werden 2016 rund 40 Millionen Euro an ertragsunabhängigen Bankensteuern und Dotierungen für diverse Fonds zahlen. Die österreichische Bankensteuer ist zehnmal höher als in Deutschland. Gleichzeitig sind die Kapitalquoten zu erhöhen. Das alles gleicht einem Aderlass unter Marathonbedingungen. Die ersten Auswirkungen sind in der österreichische Bankenlandschaft ja schon zu sehen. Wie können Regionalbanken wie Raiffeisen da bestehen und welchen Stellenwert werden diese haben? Als zu 100 Prozent steirische Bankengruppe und genossenschaftlicher Sektor hat Raiffeisen ein Alleinstellungmerkmal. Durch die jüngsten Entwicklungen rückt dieser regionale Bezug noch stärker in den Vordergrund. Das wird uns sehr unterstützen, doch es wäre blauäugig zu glauben, dass das allein genügt. Unsere Zukunft ist die digitale Regionalbank, also eine technisch weit entwickelte Bank mit steirischer Bodenhaftung. Ü
Besser leben dank Smart Production
Die beiden Geschäftsführer von Fidas Graz, Mag. Friedrich Hirschmann und Ing. Mag. Andreas Wallner. Foto: Fidas Graz Steuerberatung
Fidas Steuerberatung informiert über Registrierkassenpflicht Brandheiß waren die Themen des Infoabends der Steuerberatungskanzlei Fidas Graz, welchen die Klienten mit großem Interesse gefolgt sind.
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ie beiden Geschäftsführer Mag. Friedrich Hirschmann und Ing. Mag. Andreas Wallner referierten über die aktuelle Registrierkassenpflicht und Aufhebung des Bankgeheimnisses und berichteten über die Highlights der Steuerreform. Sei es die Anforderung einer Registrierkasse ab 1.1.2016 ab einem Jahresumsatz von 15.000 Euro und Barumsatz von 7.500 Euro sowie die Belegerteilungspflicht ab 1.1.2016 – unabhängig von der Höhe des Jahresumsatzes oder des Barzahlungsbetrages – oder die Bankkonten-Einschau, wodurch die österreichischen Bürger für den Vater Staat immer gläserner werden, um nur einige nennenswerte Fakten des Vortrages anzusprechen.
Johanna liebt ihr Rad und den Sommer, wo die Nächte lang und die Abende lau sind. Die Spezialistin für Lagerlogistik betreut ihre Kunden weltweit und ist unermüdlich als Servicetechnikerin im Einsatz. Früher saß Johanna dafür viele Stunden im Flugzeug – auch an ihren geliebten Sommerabenden. Heute kann sie dank neuer Technologie und Spezialbrille in Graz bleiben und trotzdem in Sekunden zum Störfall in Mexiko oder zur neuen Anlage in China schalten, wo sie jedes Problem mit den Technikern vor Ort behebt. Das spart Zeit, Geld und rettet so manchen Sommerabend.
Auch der Anhebung der Immobilienertragsteuer auf 30 Prozent und dem neuen gestaffelten Tarif der Grunderwerbsteuer im Familienkreis ab 2016 könnte man mit gesetzten Maßnahmen noch vor dem 31.12.2015 entkommen. Um für die Flut an neuen Gesetzen und Gesetzesänderungen bestens gewappnet zu sein, wurden anhand von Beispielen verschiedene Szenarien erklärt und diskutiert. Somit verwandelten die Grazer Steuerberater die anfangs verspürte Unsicherheit der Klienten in Vertrauen und Zuversicht.
Schlauer arbeiten in der steirischen Industrie.
Fidas Graz Steuerberatung GmbH 0316/47 35 00 •
[email protected] www.fidas.at
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Bei kulinarischem Abschluss stand das Team der Fidas ihren Klienten noch mit Rat und Tat zur Seite und der Abend fand nach kniffligen Vortragsthemen einen gelockerten Ausklang. Ü
Foto: Erste Bank
Neue Bezahlsysteme Aufladbare Kreditkarten in PDF-Form können online sofort genutzt werden. Die Karten sind als Plastikkarten in verschiedenen Designs erhältlich, mit denen man online sowie in allen Shops, die Visa akzeptieren, bezahlen kann.
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er Akt des Bezahlens entwickelt völlig neue Formen. Ab sofort wird eine Online Karte als PDF oder Plastikkarte angeboten, mit der man online sofort einkaufen kann. Die s Prepaid Karten sind auch für Nicht-Kunden erhältlich.
Online Karte zum Sofort-Shoppen Erste Bank und Sparkassen bieten ab sofort aufladbare Kreditkarten an. Die Karten sind sowohl als Plastikkarten in verschiedenen Designs erhältlich, mit denen man online sowie in allen Shops, die Visa akzeptieren, bezahlen kann. Es gibt aber auch eine Online Variante, bei der die Kartennummer sofort nach dem Kauf als PDF angezeigt wird, mit der man dann sogleich online einkaufen kann. Das Ablaufdatum sowie der Sicherheits-CVV2-Code werden bei dieser Variante auf das Handy geschickt. Die Online-Karten können direkt an SBGeräten gekauft werden. Erhältlich sind die s Prepaid Karten auch im George Store, in der CardControl App sowie in allen Filialen.
Geschenkkarte oder wiederaufladbare Karte Grundsätzlich können beide Versionen als einmalig aufladbare Geschenkkarte oder als wiederaufladbare Karte für den Eigengebrauch bestellt werden – bis zu einem maximalen Betrag von 10.000 Euro. Die Geschenkkarte kann einmalig mit bis zu 150 Euro beladen werden. Auch Nichtkunden können diese Karten in den Filialen von Erste Bank und Sparkassen kaufen. Alle Karten verfügen über einen Wunschcode, den man bei der Online-Bestellung selbst wählen kann.
Anonymisierung im Datendschungel Die Nutzungsmöglichkeiten sind bei diesen Prepaid-Karten vielfältig. Manche Kunden wollen aus Sicherheitsgründen Kreditkarten auf denen kein Name aufgedruckt ist, das ist bei den Prepaid-Karten der Fall. Eine bessere Kostenkontrolle ist außerdem möglich, denn wenn das Guthaben aufgebraucht ist, kann nicht mehr bezahlt werden. Ü
global thinking - global logistics
www.global-express.at
Sie suchen einen kompetenten Logistikpartner? „Egal ob Bank oder Produktionsbetrieb - leichte Dokumente oder schwere Gitterboxen DXIGHQ6FKUHLEWLVFKRGHUGLUHNWDQV)OLHEDQGSUR¿WLHUHQ6LHYRQXQVHUHPNQRZKRZ Arbeiten wir gemeinsam an Ihrem Erfolg und kontaktieren Sie mich: Tanja Rehak Tel: +43 (0)3135 90 900 106 | email:
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Geld & Finanzen
TPA-Horwath-Steuerspartipps zum Jahresende:
Für alle Steuerpflichtigen Kirchenbeitrag
Ihren Kirchenbeitrag zahlen; damit kann mit einer Steuererklärung Ihres (Ehe-)Partners unter Umständen ein höherer Steuerspareffekt erzielt werden.
Der steuerlich absetzbare Höchstbetrag für einen bezahlten Kirchenbeitrag beträgt EUR 400.
Kinderfreibetrag beantragen
TPA Horwath-Tipp: Wenn Ihre Zahlungen 2015 den Höchstbetrag noch nicht erreichen, können Sie den Restbetrag noch bis Ende 2015 ausschöpfen.
Pro Kind kann ein Freibetrag von EUR 220 pro Jahr geltend gemacht werden. Machen beide Elternteile den Freibetrag geltend, dann stehen beiden Einkommensbeziehern 60 Prozent des Freibetrages, das sind jeweils EUR 132 jährlich, zu. Im Jahr 2016 wird der Kinderfreibetrag auf EUR 440 pro Kind erhöht. Bei Geltendmachung durch beide Elternteile wird der Freibetrag künftig EUR 300 betragen.
Versicherungen Die „Topf-Sonderausgaben“ für insbesondere freiwillige Kranken-, Unfall- oder Pensionsversicherungen, bestimmte Lebensversicherungen sowie Ausgaben zur Schaffung und Sanierung von Wohnraum werden eingeschränkt und laufen aus.
Kinderbetreuungskosten absetzen Mag. Monika Seywald, Steuerberaterin und Partnerin bei TPA Horwath in Wien Foto: TPA Horwath
TPA-Horwath-Tipp: Davon unberührt bleiben z.B. Ausgaben für freiwillige Weiterversicherung, Nachkauf von Versicherungszeiten oder Beiträge an Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen.
Kinderbetreuungskosten sind bis zu einem Betrag von EUR 2.300 pro Kind und Jahr abzugsfähig. Begünstigt sind Kinder bis zum 10. Lebensjahr (16. Lebensjahr bei einer Behinderung).
TPA-Horwath-Tipp: Der Kinderfreibetrag und die Kinderbetreuungskosten müssen im Wege der Einkommensteuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden. TPA-Horwath-Tipp: Das Finanzamt ist bei der Absetzung von Kinderbetreuungskosten nicht mehr so streng wie am Anfang.
Außergewöhnliche Belastungen
NoVA-Vergütung für Privatexport ab 2016
Außergewöhnliche Belastungen können nur im Jahr der Zahlung berücksichtigt werden und wirken sich i.d.R. nur dann aus, wenn der nicht abzugsfähige Sockelbetrag überschritten wird.
Ab 1.1.2016 kann eine NoVA-Vergütung auch für private (oder nicht überwiegend betrieblich genutzte) Fahrzeuge beantragt werden, die der Zulassungsbesitzer ins Ausland verbringt oder liefert. Die Vergütung erfolgt mit dem Zeitwert des Fahrzeuges, begrenzt mit dem ursprünglich entrichteten Abgabenbetrag. Ü
TPA-Horwath-Tipp: Vor allem hohe Arztrechnungen (z.B. Zahnarzt) sollten nicht in Raten auf mehrere Jahre verteilt bezahlt werden, da jedes Jahr der Sockelbetrag zu berücksichtigen ist. Wenn möglich, sollten hohe Rechnungen – u.U. auch fremdfinanziert – in einem Jahr bezahlt werden. In diesem Jahr sollten auch alle anderen Arzt- und Apothekenrechnungen gesammelt werden, denn jeder Euro, der den Sockelbetrag überschreitet, wirkt sich steuermindernd aus. TPA-Horwath-Tipp: Wenn Sie kein steuerpflichtiges oder ein geringeres Einkommen haben als Ihr (Ehe-)Partner, so sollte dieser Ihre Arztrechnungen und
Praterstraße 62-64, 1020 Wien Telefon: +43 1 588 35-0 • Fax: +43 1 588 35-500
[email protected] www.tpa-horwath.at • www.tpa-horwath.com WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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TPA-Horwath-Tipp: Sonderausgaben aufgrund am 31.12.2015 bestehender Verträge bleiben noch fünf Jahre lang, somit bis zur Veranlagung 2020, absetzbar. Der Abschluss von Versicherungsverträgen oder der Beginn von Sanierungsmaßnahmen bis 31.12.2015 kann daher sinnvoll sein.
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„Österreichs Exporteure müssen sich breiter aufstellen“ Die heimische Exportwirtschaft ist nach wie vor eine der tragenden Säulen unseres Wohlstands. Warum Österreich seinen Exportfokus neben Osteuropa auch auf andere wachstumsstarke Regionen ausdehnen muss, analysiert Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer im Gespräch mit Chefredakteurin Marie-Theres Ehrendorff.
Die Erholung der Wirtschaft verläuft seit Jahren eher schleppend – welche Hauptursachen sind aus Ihrer Sicht dafür verantwortlich? Das sehr moderate Wirtschaftswachstum der vergangenen drei Jahren in Österreich, das 2014 mit 0,4 Prozent sogar erstmals seit Einführung des Euros geringer als im EuroraumDurchschnitt (2014: plus 0,9 Prozent) ausfiel, ist zum Teil auf eine schwache Inlandsnachfrage zurückzuführen, aber auch darauf, dass sich die Exportdynamik – und auch der Wachstumsbeitrag des Außenhandels zum BIP – abgeschwächt hat. Im Vergleich zu Deutschland weist Österreich mittlerweile seit etwa drei Jahren eine geringere Exportdynamik auf. Doch die heimischen Exporteure haben in Deutschland selbst kaum Marktanteile eingebüßt. Die österreichische Wirtschaft deckt weiterhin mehr als vier Prozent der deutschen Importnachfrage ab. Sie haben die geringere Exportdynamik von Österreich angesprochen. Sehen Sie hier eine Trendwende? Der österreichische Außenhandel wurde vor allem durch die träge Nachfrage aus Italien, den mittel- und osteuropäischen Ländern und Russland/Ukraine belastet. Dagegen haben Länder wie China, Großbritannien, die USA oder die Schweiz aufgrund einer konjunkturell günstigeren Lage in den vergangenen Jahren eine entsprechend stärkere Nachfrage nach „Made in Austria“ entwickelt. Unsere Analyse lässt darauf schließen, dass die Exportschwäche, die die träge Konjunktur in Österreich der vergangenen drei
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Jahre wesentlich prägte, durch den „ungünstigen“ Mix der Exportmärkte mitbestimmt ist, dagegen weniger direkt auf strukturelle, durch preisliche oder qualitative Faktoren bedingte Probleme zurückzuführen ist. Das bestätigt auch die bisherige Exportentwicklung im Jahr 2015. Die österreichischen Exporte zeigen, unterstützt durch die Festigung der Erholung in Europa und die Abschwächung des Euros, wieder leicht nach oben. In den ersten sieben Monaten 2015 ergab sich ein Plus von 1,9 Prozent im Jahresvergleich. Angesichts der Erholung in Italien und der verbesserten Konjunkturtrends in vielen mittel- und osteuropäischen Ländern hat die Dynamik im Jahresverlauf zugenommen und weitere Verbesserung ist in Sicht. Auch das solide Wachstum in den USA und Großbritannien sowie die Stärke des Schweizer Franken schlagen sich positiv nieder. Die Exporte nach China leiden dagegen unter den bestehenden Konjunktursorgen. Das heißt, wenn die Konjunktur in den wichtigsten Exportmärkten Österreichs anspringt, ist mittel- bis langfristig Erholung in Sicht? Ein Anspringen der Konjunktur in wichtigen Exportmärkten Österreichs alleine garantiert keine Rückkehr zu – im Vergleich zum Euroraum – überdurchschnittlich hohen BIPAnstiegsraten in Österreich. In den mittelund osteuropäischen Ländern entwickelt sich ein nachhaltigeres, ausbalancierteres Wachstumskonzept. Eine dauerhaft schwächere Importdynamik dieser Länder ist die Folge. Damit verliert Österreich aber zukünftig die
Basis für den Wachstumsvorsprung gegenüber dem Euroraum. Woher soll dann das Wachstum in Österreich herkommen? Das bisherige Wachstumsmodell muss überdacht werden. Für Österreich ist es an der Zeit, seine Exportwirtschaft nicht nur, aber auch regional neu auszurichten. Das heißt, dass der Exportfokus über die europäischen Partner und insbesondere Osteuropa hinausgehend auch auf wachstumsstarke Regionen, wie etwa den asiatischen oder lateinamerikanischen Raum, ausgedehnt werden muss. Asien und besonders China, das auch bei etwas niedrigeren Wachstumsraten als in den vergangenen Jahren eine hohe Importnachfrage entwickeln wird, bieten für österreichische exportorientierte Unternehmen große Wachstumschancen. Die Hotspots für exportorientierte Unternehmen liegen mittlerweile in Ländern und Regionen, die sich dynamischer entwickeln als Europa. Ein Beispiel: Von 2000 bis 2014 ist die Importnachfrage von Asien – inklusive China – um insgesamt fast 3.300 Milliarden Euro gestiegen. In Mittel- und Osteuropa – inklusive Russland – gab es im gleichen Zeitraum einen Importnachfragezuwachs von rund 900 Milliarden Euro. Das bedeutet, die österreichische Exportwirtschaft muss sich komplett neu ausrichten? Die Exportwirtschaft muss sich jetzt nicht neu erfinden, aber Österreichs Exporteure müssen sich einfach etwas breiter aufstellen.
Im Gespräch „Österreich muss seine Exportwirtschaft auch regional neu auszurichten“, meint BankAustria-Chefökonom Mag. Stefan Bruckbauer. Foto: UniCredit Bank Austria AG
aber auch Unternehmervertrauen stärken. Wie wichtig ist gute Stimmung? Mit guter Stimmung alleine können wir die Wirtschaft natürlich nicht retten. Wir haben aber schon die Tendenz, negative Meldungen überzubewerten. Der vorherrschende Pessimismus ist einfach zu groß und nicht gerechtfertigt. Alles in allem sind die Rahmenbedingungen für ein höheres Wachstum 2016 besser als erwartet, dazu tragen die globale Konjunktur, der schwächere Euro, der niedrigere Ölpreis, weniger Haushaltskonsolidierung und die niedrigen Zinsen bei. Allerdings sitzt der Pessimismus tief und erhöht die Anfälligkeit der Erholung für Risikofaktoren. Daher sollte die Wirtschaftspolitik nach Jahren mit wachstumshemmender Politik (Haushaltskonsolidierung, Regulierung) auf wachstumsfördernd umschalten.
Damit Österreich wieder stärker als andere Euroländer wachsen kann, muss der Exportfokus neben Osteuropa auch auf andere wachstumsstarke Regionen ausgedehnt werden. Im Investitionsgüterexport gewinnen neben den klassischen österreichischen Exportmärkten die Emerging Markets/Schwellenländer zunehmend an Bedeutung. Märkte wie Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika oder Karibik werden für österreichische Exporteure zunehmend wichtiger. Verliert Osteuropa damit an Bedeutung für Österreichs Exporteure? Nein, ganz im Gegenteil. Die Märkte der CEE-Region hatten 2015 einen guten Start ins Jahr. Getragen von der Erholung der Nachfrage im Euroraum und der Ausweitung der Liquidität im Zuge des QE-Programms der EZB, sind die Wachstumsraten für 2015 deutlich besser als im Vorjahr – allerdings nicht überall. Während sich die positive Entwicklung auf Mitteleuropa konzentriert,
bleibt das Wachstum in der Türkei schwach und auf dem westlichen Balkan wie Kroatien und Serbien noch schwächer. Russland und die Ukraine rutschten noch tiefer in die Rezession, da zu den Folgen der niederen Rohstoffpreise noch geopolitische Spannungen zwischen beiden Ländern und die Sanktionen gegen Russland hinzukommen. Generell ist die Region, die Kernländer, die Mitglieder der EU sind, 2015 sogar verstärkt, ein aussichtsreicher Wachstumsmarkt für die österreichischen bzw. internationalen Exporteure und wir werden sie als Bank Austria weiterhin dorthin aktiv begleiten. Wie beurteilen Sie das Konsumklima angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen? Das Konsumklima ist in Österreich leider schwach und in letzter Zeit sogar noch gesunken. Hier ist die Politik gefordert, langfristige Rahmenbedingungen zu schaffen oder zu verbessern, die das Konsumenten-,
Wie sieht Ihre Wirtschaftsprognose für 2016 aus? Im Jahr 2016 wird die Binnennachfrage zum wichtigsten Träger des Wirtschaftswachstums werden, das mit 1,5 Prozent etwas höher als 2015 ausfallen wird. Die Investitionen und der Konsum – unterstützt durch die Steuerreform – werden für mehr Schwung sorgen. Einerseits wird die Investitionstätigkeit stärker in Fahrt kommen – begünstigt durch das anhaltende Zinstief und eine Ausweitung des laufenden Wertpapieraufkaufprogramms der EZB im kommenden Jahr. Auch wenn das Wachstum trotzdem nur begrenzt sein wird, da die Kapazitätsauslastung in der heimischen Wirtschaft klar unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Andererseits wird der Konsum 2016 positive Impulse setzen können. Die Steuerreform bringt einen spürbaren Reallohnzuwachs von durchschnittlich zwei Prozent und vor allem geringere Einkommensschichten mit höherer Konsumquote werden profitieren. 2016 wird die österreichische Wirtschaft von einer anziehenden Binnenkonjunktur angetrieben und zusätzlich Impulse durch die anhaltende Erholung in Europa erhalten. Die Konjunkturschwäche einiger Schwellenländer wird die robuste Aufwärtsentwicklung in Europa nach meiner Einschätzung voraussichtlich nicht in Gefahr bringen, zumal solide Daten aus China die Annahme einer weichen Landung der chinesischen Wirtschaft untermauern. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Klartexter, keine Schwadroneure Warum gute Rhetoriker besser verdienen, erklärt die Kommunikationsexpertin Tatjana Lackner damit, dass „ihnen schlicht mehr zugetraut wird, und sie hörbar einen guten Eindruck machen“. Wer im Vertrieb oder in der Beratung überzeugt, dem bietet sich die Chance, ein größeres und finanziell besseres Kundensegment zu erobern.
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tatt Eigenlobhudelei in UnternehmensNewslettern zu betreiben, wäre es interessanter zu erfahren, wie der eigene Chef über gesellschaftspolitische Fragen denkt“, meint Lackner. Alleine in Österreich sitzen laut Wirtschaftskammer knapp 500.000 Unternehmer an den Schnittstellen der Gesellschaft. In Deutschland sind es mehr als 3,1 Millionen – sie alle reden mit Kunden, beeinflussen ihre Mitarbeiter, beobachten Branchentrends samt den gesetzlichen Rahmenbedingungen ihres Öko-Systems. Die „Trainerin des Jahres 2014“ und Bestsellerautorin Lackner ist überzeugt, „dass Menschen, die klare Ansagen und Haltungen zu gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen machen, interessantere Unternehmer sind und ihr persönliches Branding erfolgreich selbst in die Hand nehmen“. Früher hat von Assistenten, Ärzten, Winzern oder gar Technikern keiner erwartet, dass sie präsentieren können. In der modernen Kommunikationsgesellschaft ticken die Uhren jedoch anders. Rhetorische Intelligenz findet sich ganz vorne bei den Karrierefaktoren, gleich neben der Fachexpertise. Schließlich überzeugt Kunden nicht nur die gelungene Warenpräsentation oder das Herstellerzertifikat, sondern auch das Charisma des Entrepreneurs. Gerade in der mittelständischen Wirtschaft, wo Unternehmer auch Identifikations-Ikonen sind, will niemand für einen einsilbigen Chef arbeiten, sondern Mitarbeiter wollen das Gefühl haben, ihr Arbeitgeber ist ein toller Handwerker und er repräsentiert das Unternehmen auch perfekt nach außen. 80 Prozent unseres Alltags verbringen wir in Kommunikations-Situationen. Drei Disziplinen sind vor allem gefragt: kraftvoll präsentieren, schlüssig argumentieren und auf Einwände vorbereitet zu sein. „Für manche Unternehmer ist die große Kunst des kleinen Gespräches deshalb ein Horror, weil sie zu wenig Interesse am Gegenüber haben. Holprigkeit im Small Talk ist in gewissen Positionen jedoch schlicht peinlich. Gerade Führungskräfte sollen beim Kundenevent netzwerken können. Wir kaufen bei Menschen, denen wir vertrauen, die uns das Gefühl geben, dass wir für sie wichtig sind, und wir mögen Leute, die wir spüren können und wissen, wie sie ticken. Sobald wir uns in einem Markt bewegen, werden wir bewertet“, erklärt Lackner.
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„Der Verkauf findet immer weniger über Preis, Sortiment, Produkt oder Dienstleistung statt“, meint Tatjana Lackner, MBA, Kommunikations-Profilerin, Trainerin des Jahres 2014 und Bestsellerautorin. Foto: Schule des Sprechens
Kommunikation im Wandel Was in den 1980er Jahren noch aktuell war, ist heute bereits komplett veraltet. Bei einigen Medien, die damals in Gebrauch waren, wie Overhead, wüssten unsere Kinder gar nicht mehr, was das ist. Unternehmer sollten dabei ebenfalls mit der Zeit gehen. Schließlich müssen sie sich täglich gegen unfaire Angriffe wie Killerphrasen wehren und brauchen rhetorische Strategien, Storytelling-Elemente und Small Talk, um sprachlich fit zu bleiben. „Es ist in der Sprache wie mit der Ernährung: Wir reden zu viel, zu fett und zu wahllos“, bringt es die Kommunikations-Expertin auf den Punkt. „Auch wenn mittlerweile viel über das Internet verkauft wird – die Verbindung Mensch zu Mensch wird auch 2030 noch für wichtige Verkaufstransaktionen relevant sein. Wer es daher schafft, in Bildern zu reden, der spricht Emotionen an und verlässt den Buchstabenwald der Worte.“
Welcher Kommunikationskanal ist sinnvoll Die Überlegung, welcher Content für welche Dienstleistung oder welches Produkt sinnvoll ist, bleibt niemandem erspart. „Ich setze
für mein Unternehmen ,Schule des Sprechens’ stark auf Content-Management. Wir schreiben einen monatlichen Newsletter an 8.000 Leser, ohne Eigenlobhudelei. Darin bringen wir Wissenswertes, Buch- und Filmtipps, jobrelevante Trends und machen klar, wofür wir stehen. Dieser Mehrwert wird belohnt.“ Der Vorteil im Medienzeitalter ist, dass parallel viele Kanäle nutzbar sind. „Das Internet ist der größte Gratis-Verlag der Welt. Unternehmer müssen heute nicht mehr teure Werbesendezeit von TV-Stationen kaufen, um Publizität zu erlangen, wenn er oder sie es hinbekommt, auch dieses Medium mit Zwei-Minuten-Erzähl-Videos zu bedienen oder Interviews mit Kunden zu bringen.“ Ü
n Information plom Business-Rhetorik-Diine ss-Rhe-
Bus Wie im Sport bietet das ischen Triathtorik-Diplom einen rhetor n, ohne zu iere ent um arg en lern Sie lon: , ohne ften krä ent sen laufen, Killerphra ohne zu en, tier sen prä und en, zu tret schwimmen.
Optimierte Zahlungsziele, Erweiterung des Liquiditätsspielraums und eine starke Bindung der Kern-Lieferanten, das alles ist Supply Chain Finance. Präsentiert wurde „Trade Purchase for Buyers“ der Bank Austria von: Manfred Seyringer (Export & Investment Promotion Finance), Erich Schramek (Firmenkunden Wien Churhausgasse), Robert Fleischmann (Receivable Finance), Irene Müller-Gerstenbauer (Marketing Firmenkunden), Ruth Fritzer (Marketing Firmenkunden), Robert Kremer (Multinational Corporates Oberösterreich), Michael Kaltenbeck (Firmenkunden Wieb City I). Foto: UniCredit Bank Austria AG
Innovativste Finanzdienstleistung 2015:
„Trade Purchase for Buyers“
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ahlungsziele zu verlängern und dadurch Liquidität schaffen, ohne die Finanzkraft der Lieferanten zu schwächen, das ist „Supply Chain Finance“, die Finanzierung von Lieferketten. Die innovative Lösung der Bank Austria, die zur Optimierung des Working Capitals beiträgt, heißt „Trade Purchase for Buyers“. Mit dieser Supply-Chain-Finance-Lösung wurde „Trade Purchase for Buyers“ der Bank Austria beim 29. Alpbacher Finanzsymposiums von den Teilnehmern zur inno-
n Information in Finance: Nutzen von Supply Cha rking Capital Wo des ng ieru n Optim teres Bezahspä ch des Käufers dur n. nge hnu Rec len von sparenten, sin Schaffung einer tran voll automaund n nte zie effi , cheren ung auf ickl bw gsa tischen Zahlun . ten Sei beiden rking Capital n Verbesserung des Wo den regressch dur n nte fera Lie des ungen. der For losen Verkauf von ierungskosanz Fin der ng eru uzi n Red ten der Lieferanten. ng. n Einfache Handhabu
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vativsten Finanzdienstleistung 2015 gekürt. Damit geht diese Auszeichnung bereits zum sechsten Mal en suite an die Bank Austria. „Die Auszeichnung für unsere SupplyChain-Finance-Lösung als innovativste Finanzdienstleistung 2015 beim Alpbacher Finanzsymposium durch Entscheidungsträger der Wirtschaft zeigt, dass unser erweitertes Service-Angebot von unseren Kundinnen und Kunden hervorragend angenommen wird. Diese Auszeichnung bestätigt unsere Vorreiterrolle als führende, innovative Bank in Österreich“, ist Dieter Hengl, Bank-Austria-Vorstand Corporate & Investment Banking, zu Recht erfreut.
Liquidität auf Abruf Die Effizienz der Finanzflüsse innerhalb einer Lieferkette kann mit der Finanzierungslösung „Trade Purchase for Buyers“ gesteigert werden und stellt somit Unternehmen ein Instrument zur Verfügung, das dem heutigen Geschäftsalltag entgegenkommt. Dieses Service bietet ein webbasiertes System, das die reale Lieferkette mit der finanziellen Lieferkette synchronisiert und somit Liquidität auf Abruf für die Lieferanten eines Käufers schafft. Die Internetplattform ist einfach zu bedienen und ist für die Anforderungen mittlerer und großer österreichischer sowie
international tätiger Unternehmen entwickelt. Eine Installation ist nicht notwendig, denn das System kann problemlos über das Internet aufgerufen werden. In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: Sobald ein Unternehmen als Käufer eine Lieferung ordnungsgemäß erhält und die Rechnung akzeptiert, kann es diese Rechnung auf die Bank Austria „Trade Purchase Platform“ laden. Die Bank Austria kauft daraufhin die Forderung regresslos vom betreffenden Lieferanten an. Der Zinssatz für diese Lieferforderung wird auf die Bonität des kaufenden Unternehmens abgestellt und ermöglicht somit eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit für den Lieferanten. Günstig, schnell und bilanzentlastend. „Dieses Service bietet sowohl für Käufer als auch für Lieferanten Vorteile: Der Käufer profitiert von einer verbesserten Liquidität durch die Verlängerung der Zahlungsziele und das optimierte Working Capital. Zudem wird die Bindung zu Kernlieferanten gestärkt. Der Lieferant kann ausstehende Forderungen durch Liquidität ersetzen, Finanzierungskosten sparen und das Working Capital durch den regresslosen Verkauf von Forderungen verbessern“, präzisiert Dieter Hengl. Ü
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Ein ausreichender Polster an Liquidität ist ein wesentlicher Garant für den Erfolg eines Unternehmens. Und das wissen die Unternehmen nicht erst seit den konjunkturellen Auf- und Abschwüngen der krisenbedingten jüngsten Vergangenheit.
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fit2work unterstützt Unternehmen, die Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu fördern und zu erhalten, die Produktivität des Unternehmens nachhaltig zu verbessern sowie Erfahrungsverlust im Unternehmen zu verhindern. Foto: iStock
fit2work zieht Bilanz Seit 2013 unterstützt fit2work flächendeckend in ganz Österreich Personen mit gesundheitlichen Problemen, um deren Arbeitsfähigkeit zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Außerdem berät die Initiative Unternehmen, um effiziente innerbetriebliche Strukturen für solche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufzubauen. Von Marie-Theres Ehrendorff
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ast 50.000 Personen haben sich seit Beginn der Initiative an die fit2work-Personenberatung gewandt und rund 400 Unternehmen profitierten bereits von der fit2work-Betriebsberatung. Alleine im laufenden Jahr haben bis zum 31. Oktober 2015 knapp 11.000 Personen kostenlose Unterstützung bei der Findung von neuen Perspektiven durch berufliche Neu-Orientierung, Erhalt der Arbeitsfähigkeit durch entsprechende Umgestaltung des Arbeitsplatzes, Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nach psychischen Krisen etc. bekommen. Ziel der fit2work-Beratung ist es, Menschen mit gesundheitlichen Problemen bestmöglich zu unterstützen, um auf diese Weise ein frühzeitiges krankheitsbedingtes Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu verhindern bzw. die erfolgreiche Wiedereingliederung nach langen Krankenständen zu sichern. Case Manager und Case Managerinnen stellen Informationen bereit, planen mit den Klienten und Klientinnen die nächsten Schritte und unterstützen sie bei der Umsetzung. In der Beratung werden u.a. die medizinischen und psychologischen Behandlungsmöglichkeiten oder Fragen der beruflichen Neuorientierung besprochen und mit WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
den relevanten Stellen vernetzt. fit2work holt die Menschen ab, wo sie stehen, unterstützt bei der Umsetzung und setzt nach einer genauen Analyse des Ist-Zustandes in der Beratung dort an, wo Bedarf gegeben ist. Oft nützen bereits geringfügige Maßnahmen, die von fit2work systematisiert und aufeinander abgestimmt werden.
Was bietet die fit2workBetriebsberatung? fit2work ist ein kostenloses Angebot für Unternehmen. 2015 wurde das Angebot der fit2work-Betriebsberatung dahingehend erweitert, dass die Unterstützungsleistung, um erfahrene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen trotz gesundheitlicher Probleme im Unternehmen zu halten, auch für Kleinst- und Kleinbetriebe in Anspruch genommen werden kann. Auch Ein-Personen-Unternehmen (EPU) erhalten im Rahmen von fit2work bestmögliche Unterstützung. Für sie stehen die Berater und Beraterinnen der fit2workPersonenberatung zur Verfügung. Durch geförderte Umschulungen, Arbeitsplatzumgestaltungen oder Arbeitsentlastungen wird der reibungslose Wiedereinstieg nach einem Krankenstand unterstützt. So
bleibt den Betrieben wertvolles Know-how erhalten. Betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind motivierter, bleiben ihrem Unternehmen besonders verbunden und das Betriebsklima wird gestärkt. Ü
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fit2work ist ein kostenlos ht und ihnen gebot, das allen offen ste ürokratischen unb und en iert pliz om unk Unterstützung und ng atu Zugang zu Ber lte rechtzeitig sol vice Ser ses Die tet. bie zu langen genutzt werden, bevor es Pensionsantriten früh en, änd nst nke Kra mt. fit2work ten oder Kündigungen kom erreichischen ist eine Initiative der öst etzlich im Arges und ng Bundesregieru setz (AGG) verGe eitndh esu d-G t-un bei durch das Arankert. Finanziert wird sie ersicheialv beitsmarktservice, die Soz er, Allträg ngs eru ich ers rung (Krankenv ngsanstalt, eru sich ver fall Un e ein gem talt) und das Pensionsversicherungsans . vice ser um teri inis ialm Soz www.fit2work.at Weitere Informationen:
Wirtschaftsnachrichten
Alles über die Montanuni 823 Seiten, drei Bände – ein Mammutwerk: Zu ihrem 175. Gründungstag leistete sich die Montanuniversität Leoben eine Festschrift. Co-Autor Martin Kugler über die MUL-Forschungsbilanz. enorme Fortschritte gegeben, quer durch alle Werk- und Kunststoffe. Hier ist die Montanuniversität zur Weltspitze vorgestoßen.
Co-Autor Martin Kugler beleuchtet in der MULFestschrift die vergangenen 25 Jahre Forschungsgeschichte an der Montanuniversität Leoben. Foto: Die Presse
Die Montanuniversität hat vor 25 Jahren zum 150. Geburtstag letztmals ihren Standort in der Forschungslandschaft verortet. Was hat sich nach Ihrer Recherche seither verändert? Ich habe die einzelnen Forschungsbereiche analysiert, ihren aktuellen Stand und auch einen Ausblick in die Zukunft unternommen. Dabei haben sich zum einen große Veränderungen, aber auch Kontinuitäten herausgestellt. Faktum ist, dass die Montanuniversität in jenen Bereichen, in denen sie traditionell Weltgeltung hatte, weiterhin zu den führenden Universitäten zählt. Der technologische Vorsprung, etwa aus dem Linz-DonawitzVerfahren in der Stahlerzeugung oder der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode, ist gesichert worden. Die Universität wächst aber nicht nur räumlich im Zentrum von Leoben, sie braucht diesen Platz, weil sie sich inhaltlich immer wieder erneuert. Da hat es vor allem im Bereich der Materialforschung in den vergangenen 25 Jahren
Wo würden Sie die Montanuniversität im internationalen Vergleich einordnen? Was macht die MUL so erfolgreich? An der Montanuniversität gibt es seit jeher einen starken Zugang zur industrienahen Forschung, das ist schon grundgelegt durch Erzherzog Johann und Gründungsprofessor Peter von Tunner. Was andere Hochschulen erst mühsam erlassen mussten, war an der Montanuniversität und ihren diversen Vorläuferinstitutionen schon immer Praxis. Mittlerweile hat sie sich als Leitinstitutionen bei EU-weiten Forschungsprojekten, zum Beispiel in der Materialforschung im südosteuropäischen Uninetzwerk, etabliert.
Was hat Sie bei Ihren Recherchen zum aktuellen Forschungsstand als diplomierter Techniker selbst am meisten überrascht? Neben allen neuen Forschungsfeldern war für mich erstaunlich, wie sehr auch in klassischen Bereichen weiter geforscht wird. Ich denke da beispielweise an die Sprengtechnik, von der man irrigerweise annehmen könnte, dass es kaum noch offene Fragen gibt. Gerade im dicht besiedelten Europa wird aber intensiv nach ökonomisch und ökologisch schonenden Verfahren gesucht, die die Lärm, Staub- und Erschütterungsbelastung für die Anrainer minimieren. Ganz allgemein gilt ja, dass der ressourcenschonende Umgang mit Rohstoffen das große Thema der Zukunft sein wird – und auch da ist die Montanuniversität sehr gut aufgestellt. Ü
Das große Buch Anlässlich des Jubiläums „175 Jahre Montanuniversität Leoben“ erschien Anfang Oktober 2015 die dreibändige Festschrift „Wo aus Forschung Zukunft wird“. Der erste Band beschreibt die Entwicklung der Montanuniversität Leoben seit 1990. Band zwei widmet sich der Lehre und Forschung, der dritte Band der Geschichte von der montanistischen Lehranstalt in Vordernberg zur Universität in Leoben. Die Festschrift ist zum Pries von 60,- Euro in der Hauptbibliothek der Montanuniversität (Hauptgebäude, 1. Stock – Infopoint, Entlehnstelle) erhältlich. E-Mail:
[email protected]. Die 1990 herausgegebene Festschrift „150 Jahre Montanuniversität Leoben, 18401990“ wurde unterdessen von der Universitätsbibliothek digitalisiert und im Volltext erschlossen. Foto: KK
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Unternehmen investieren in Weiterbildung Der Weiterbildungsmarkt für Erwachsene boomt in Österreich. Jährlich fließen rund 2,4 Milliarden Euro in Weiterbildung, was durchschnittlich 706 Euro pro unselbstständig ErVon Marie-Theres Ehrendorff werbstätigem entspricht.
D
ie Weiterbildungsbudgets bleiben trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen konstant. Für das laufende Geschäftsjahr planen 70 Prozent der Unternehmen, ihre Budgets in gleichbleibender Höhe zu belassen. Weitere neun Prozent haben Kürzungen eingeplant, die allerdings im Vorjahr noch 13 Prozent ausmachten. Im Vergleich dazu haben 15 Prozent der Unternehmen heuer höhere Ausgaben für Weiterbildung eingeplant. Der überwiegende Teil budgetiert heuer jedoch gleich viel für die Weiterbildung. „Wir sehen die Entwicklung der Weiterbildungsbudgets positiv. Dass heuer weniger Unternehmen ihre Budgets reduzieren, ist zumindest ein klares Signal, dass den Firmen die Bedeutung von Weiterbildung nach Jahren des Sparens wieder bewusst wird“, meint Alice Fleischer, die neue Sprecherin der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB). Diese aktuellen Daten stammen aus der Studie „Weiterbildung 2015“, die vom MAKAM Research-Institut erstellt wurde und die dazu Führungskräfte und Personalverantwortliche von 500 heimischen Unternehmen mit über 20 Beschäftigten befragte. Der Grund, dass Unternehmen bei der Weiterbildung heuer ihre Budgets nicht reduzieren, mag auch darin liegen, dass viele mit einem baldigen Wirtschaftsaufschwung rechnen. Denn 66 Prozent jener Unternehmen, die heuer mehr für Weiterbildung ausgeben, tun dies nach eigenen Angaben, „um für den nächsten Aufschwung gerüstet zu sein“.
Verkaufstrainings im Fokus Abgefragt wurde bei den Unternehmen im Rahmen der Studie, welche Bedeutung sie einzelnen Weiterbildungsmaßnahmen zuordnen. Den größten Konkurrenzvorsprung erwarten sie sich durch Marketing- und Verkaufstrainings, die seit dem Vorjahr immer wichtiger werden und heuer 52 Prozent betragen. „Der Kampf um Marktanteile wird immer härter. Aus Sicht der Unternehmen tragen Marketing- und Verkaufstrainings stark zum Konkurrenzvorsprung bei, deshalb zählen sie zu den wichtigsten Weiterbildungsbereichen“, erklärt Fleischer. An zweiter Stelle steht der Bereich Technik und Produktion mit 43 Prozent, der heuer allerdings an Bedeutung im Vergleich zum vergangenen Jahr mit 56 Prozent eingebüßt hat. Unverändert an dritter Stelle rangiert das
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dung, Rechnungswesen und Recht. „Big Data und Datenanalyse sind in aller Munde und kommen langsam auch bei den Unternehmen an. Dazu kommt, dass Abläufe immer effizienter gestaltet werden müssen, Informatik spielt dabei eine Schlüsselrolle“, erklärt Fleischer die zunehmende Bedeutung von Weiterbildung in den Bereichen Informatik, EDV, Rechnungswesen und Recht.
Förderungen wären wünschenswert „Dass rechtliche Rahmenbedingungen gerade in der Weiterbildung eine wichtige Lenkungsfunktion haben, zeigt sich auch beim Wunsch der Unternehmen nach mehr Förderungen“, sagt Fleischer. Mehr als zwei Drittel jener Firmen, die heuer gleich viel für Weiterbildung ausgeben, würden ihre Budgets erhöhen, wenn es mehr Förderungen gäbe, zeigt die PbEB-Studie. „Damit könnte man nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken, sondern auch in die Höherqualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern investieren.“
1,7 Millionen Euro für Weiterbildung
„Die Studie zeigt, dass 28 Prozent der Unternehmen den Erfolg ihrer Weiterbildungsmaßnahmen nicht messen. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen ist das häufiger der Fall“, weiß Mag. Alice Fleischer, Sprecherin der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB). „Auch einfache Methoden der Erfolgsmessung können Auskunft darüber geben, wie Maßnahmen wirken und wo es weiteren Qualifizierungsbedarf gibt.“ Foto: Gerhard Faktor
Thema Persönlichkeitsentwicklung, das aber von den Befragten heuer ebenfalls als weniger wichtig, mit lediglich 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 51 Prozent, eingestuft wurde. Nicht zu vergessen sind auch die deutlichen und statistisch signifikanten Steigerungen in den Bereichen Informatik und EDV-Anwen-
Die Miba AG hat im vergangenen Geschäftsjahr 1,7 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung ihrer Beschäftigten investiert. Die Miba ist einer der führenden strategischen Partner der internationalen Motoren- und Fahrzeugindustrie, die Produkte wie Sinterformteile, Gleitlager, Reibbeläge, Leistungselektronik-Komponenten und Beschichtungen sind weltweit in Fahrzeugen, Zügen, Schiffen, Flugzeugen und Kraftwerken zu finden. Technologie von Miba macht sie leistungsstärker, sicherer und umweltfreundlicher. „Lebenslanges Lernen“ ist einer der zentralen Unternehmenswerte der oberösterreichischen Technologiegruppe. „Über den Fachkräftemangel zu jammern bringt uns im internationalen Wettbewerb nicht weiter. Deshalb investieren wir sowohl in unsere Lehrlingsausbildung als auch in gezielte Weiterbildungsprogramme für unsere Fach- und Führungskräfte. So können wir einen großen Teil unseres Nachwuchses aus den eigenen Reihen sichern“, erklärt Bernhard Reisner, Vice President Human Capital der Miba AG. Ein weiteres Beispiel für den intensiven Einsatz von Weiterbildung ist die „Miba Leadership Academy“. Das maßgeschneiderte, eineinhalb Jahre dauernde Programm zur Führungskräfteentwicklung besteht bereits seit 2003. Ü
Foto: iStock.com/ismagilov
Innovationsinkubator ZAT Das Zentrum für angewandte Technologie (ZAT) in Leoben hat seit seiner Gründung im Jahr 1999 mehr als 50 Gründungsprojekte initiiert und betreut und dadurch über 300 meist akademische Arbeitsplätze in der Region geschaffen.
Chance fürs Unternehmertum Durch die Nähe zur Montanuniversität Leoben sollen vor allem Forscher und innovative Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Universität angesprochen werden. Die Kompetenzen und das Netzwerk der Montanuniversität vor allem im Bereich von Werkstoffen und deren Anwendungen haben zahlreiche Projektträger inspiriert, sich auch aus Regionen außerhalb Leobens hier anzusiedeln und ihren Start in die Selbstständigkeit mithilfe des ZAT in Angriff zu nehmen. In den ersten 18 bis 24 Monaten werden die innovativen Gründer durch die Bereitstellung von Büros und Mentoring sowie durch eine finanzielle Förderung von bis zu 135.000 Euro in Form von Zuschüssen und zinsenlosen Darlehen unterstützt. „Das verschafft den Gründern in dieser schwierigen Zeit Freiräume, denn es gibt genug andere Hürden zu
überwinden“, erklärt Mag. Bernd Buchberger, Geschäftsführer des Zentrums für angewandte Technologie. Dieses hohe Maß an Unterstützung bleibt natürlich nur den aussichtsreichsten Start-ups vorbehalten, daher sind die Aufnahme-Bedingungen streng, erklärt Buchberger: „Ein Aufnahmeboard prüft die Projekte, auch während der Zeit am ZAT werden die Gründer von einem Projektbeirat auf Herz und Nieren getestet. Die Qualitätskriterien sind sehr hoch angesetzt – vor allem im Interesse der Gründer selbst.“ Die Voraussetzungen für eine Aufnahme sind jedenfalls neben einer innovativen Geschäftsidee ein akademischer Hintergrund sowie die Unternehmensgründung im Raum Leoben. Die Motivation dahinter ist, Forscher fürs Unternehmertum zu begeistern, dazu wird etwa auch eine Entrepreneurschulung geboten. „Technisch gibt es meistens nichts auszusetzen, das Manko liegt eher im unternehmerischen Bereich“, so Buchberger.
Weiterentwicklung akquiriert werden sollen. „In Zukunft will ich den Austausch zwischen den einstigen mittlerweile erfolgreichen ZAT-Start-ups und den aktuellen Gründern intensivieren, Fehler müssen nicht unbedingt zweimal gemacht werden“, gibt Buchberger einen Ausblick.
Impulse für Start-ups Zusätzliche Impulse, um mehr Menschen für das Unternehmertum zu begeistern, sollen zwei Wettbewerbe schaffen, die jährlich ausgeschrieben werden. In Kooperation mit dem FabLab Leoben wurde das Projekt „Print Your Product“ für Studenten und HTL-Schüler gestartet, in dem innovative Produktideen als 3D-Modell eingereicht werden können. Die Teilnehmer werden dabei vom FabLab gecoacht und die Besten werden im Finale im Februar 2016 ausgezeichnet. Im Zuge des zweiten Wettbewerbs „Best od Tech“ gibt es Geldpreise und ein umfassendes Coaching für innovative Geschäftsideen zu gewinnen.Ü
Erfolg in Serie Die hohen Standards machen sich bezahlt und so kann das ZAT auf eine beeindruckende Erfolgsquote von über 95 Prozent aktive Unternehmen nach fünf Jahren verweisen. Zu den erfolgreichen „Absolventen“ zählen etwa Mettop, die 4a Group oder Makava. Bislang wurden über 60 Gründerunternehmen betreut. Schwierig wird es häufig noch einmal nach der Gründungsphase, wenn weitere Mittel bzw. Investoren für die
n Kontakt Techno Zentrum für angewandte Peter Tunner Straße 19 8700 Leoben, Austria 23 Tel. +43 (0) 3842 47044en.at erd erw ehm ern office@unt en.at www.unternehmerwerd
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ls erstes universitäres Spin-off-Center in Österreich ist das ZAT ein 50:50Joint-Venture von Montanuni und Stadt Leoben. Das Zentrum ist im Inkubatorennetzwerk AplusB angesiedelt und erhält Mittel des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, das Programm wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) durchgeführt. Zusätzlich zu diesen öffentlichen Mitteln treten die Steiermärkische Sparkasse sowie der innovationsaffine Industrielle Stefan Pierer (Cross Industries) als Sponsoren auf.
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Weihnachtsgeschäft: Optimismus kehrt zurück Laut Handelsbarometer erwarten die Händler ein besseres Weihnachtsgeschäft als 2014. Trotz vieler Ängste ist die Stimmung durchaus positiv und lässt den österreichischen Handel auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hoffen.
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ie Mehrheit der österreichischen Händler ist für das Weihnachtsgeschäft optimistisch. Knapp zwei Drittel rechnen mit einem besseren Schlussquartal als im Vorjahr. Nur jeder Zehnte erwartet Umsatzeinbußen. Die Ertragssituation wird hingegen als unverändert schwierig angesehen. Zu diesen Ergebnissen kam eine Umfrage des Handelsverbands in Zusammenarbeit mit Mindtake. Das erhobene Handelsbarometer gibt quartalsweise Einblicke in Umsatz- und Stimmungslage des heimischen Handels. Trotz konjunktureller Herausforderungen, komplexer regulativer Rahmenbedingungen und eines verstärkten globalen Wettbewerbs, macht sich überwiegend Optimismus unter den Händlern breit.
Wetter und Steuerreform „Wir rechnen damit, dass jene durchschnittlich hundert Euro, die jedem Arbeitnehmer
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ab 2016 pro Monat mehr bleiben, von den Österreichern schon 2015 teilweise für die Weihnachtseinkäufe eingeplant werden. Das Star-Wars-Schwert unter dem Christbaum könnte mit Geld bezahlt werden, das erst 2016 verdient wird“, hofft der Geschäftsführer des Handelsverbandes, Rainer Will, auf kaufkraftstimulierende Effekte der Steuerreform auf das Weihnachtsgeschäft. Thomas Krenn, CEO von Charles Vögele und Mitglied des Handelsverbandes, blickt ebenso zuversichtlich auf die umsatzstärkste Zeit des Jahres: „Das Wetter hat gerade rechtzeitig zum ersten Adventwochenende auf Wintertemperaturen umgestellt. Wir rechnen jetzt damit, dass das erste Wochenende intensiv zum Shoppen genutzt wird. Das Weihnachtsgeschäft ist dieses Jahr lang (vor allem die besonders umsatzstarken Tage ab 28.12. eingerechnet) und wir sind optimistisch, die guten Umsätze des Vorjahres zu erreichen.“
Die Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts für die Buchbranche unterstreicht Thomas Pretzl, Geschäftsführer von Thalia: „Weihnachten ist für uns die wichtigste und intensivste Zeit im Jahr. Wir verkaufen doppelt so viele Bücher und eReader als in einem normalen Monat und über 100.000 Kunden besuchen täglich unsere 35 Buchhandlungen. Darum wird auch 2015 unter jedem zweiten österreichischen Weihnachtsbaum ein Buch liegen.“
Österreicher geben wieder mehr aus Die Konsumlaune der Österreicher nimmt wieder Fahrt auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Marketagent.com, bei der 700 Privatpersonen im Auftrag von UnibailRodamco befragt wurden. Im Durchschnitt geben die Österreicher heuer rund 349 Euro für Weihnachtseinkäufe aus. Das sind um 42 Euro mehr als noch im Vorjahr. „Die Vorzei-
Handel
auch Ähnlichkeiten. Wichtigste Gemeinsamkeit: E-Commerce wächst, sowohl in Österreich als auch der Schweiz, unter den 250 umsatzstärksten Onlineshops sogar im zweistelligen Bereich. Viele Menschen nutzen die Möglichkeit, der Hektik aus dem Weg zu gehen, und bestellen ihre Geschenke von zu Hause.
chen für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft stimmen uns sehr positiv. Wir erwarten für unsere Premium-Einkaufszentren SCS und Donau Zentrum ein starkes Weihnachtsgeschäft mit Umsatzzuwächsen“, so Thomas Heidenhofer, Country Manager von Unibail-Rodamco Österreich. Männer zeigen sich laut Studie noch spendabler und investieren mit 374 Euro wesentlich mehr in Geschenke als Frauen mit 325 Euro. Ein Drittel der Befragten gibt an, sogar mehr als 400 Euro auszugeben.
Mehr Wachstum und Konzentration
Foto: iSock/Flavio Vallenari
Beliebte Einkaufszentren Enormer Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor die heimischen Einkaufszentren. Auf die Frage, wo Herr und Frau Österreicher heuer ihre Weihnachtsgeschenke einkaufen werden, ergibt sich laut Studie ein interessantes Bild. Mehr als die Hälfte der Befragten (56,4 Prozent) geben an, in Einkaufszentren nach Geschenken für die Liebsten zu suchen. Der Onlinehandel folgt mit 50 Prozent an zweiter Stelle. Besonders bemerkenswert ist die Beliebtheit von Einkaufszentren bei den unter 30-Jährigen. Rund 65 Prozent geben an, ihre Weihnachtseinkäufe in Einkaufszentren zu erledigen.
Onlinehandel – der Gewinner Mit einem zweistelligen Wachstum über das Jahr ist der Onlinehandel der eigentliche Ge-
Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands Foto: Günther Peroutka/Handelsverband
winner. Speziell die Weihnachtzeit beschert dem E-Commerce ein frohes Fest. Eine Studie des EHI, des Instituts für Forschung, Bildung und Beratung für den Handel, und von Statista erfasst den E-Commerce-Markt in Österreich und der Schweiz und präsentiert durchaus herzeigbare Ergebnisse. Die Analyse der 250 umsatzstärksten Onlineshops Österreichs und der Schweiz hat deutliche Unterschiede in Bezug auf die dominierenden Branchen, Versandarten oder Zahlungsarten hervorgebracht. Es gibt aber
2,1 Milliarden Euro wurden in 2014 in Österreich von den Top-250-Onlineshops mit physischen Waren im Internet umgesetzt. Damit ist das Wachstum der Top-250-Onlineshops mit jeweils über elf Prozent – Österreich 11,6 Prozent und Schweiz 11,4 Prozent – höher ausgefallen als in Deutschland (neun Prozent). Ebenso ist die Konzentration gestiegen. In Österreich machen die Top Ten mit 46,3 Prozent schon fast die Hälfte des Umsatzes der Top 250 aus, sicherlich auch getrieben durch den größten Player Amazon.
Dynamische Alpenländer Der Markt in beiden Ländern ist hoch dynamisch. Jeweils 44 neue Onlineshops konnten sich im Ranking platzieren, wobei die vordersten Ränge fest belegt sind. In Österreich finden sich zwölf Neueinsteiger unter den Top 150. Die vorderen Ränge sind von Generalisten belegt, die in Österreich fast die Hälfte (46,6 Prozent) des Umsatzes generieren. Die größten Player sind im Alpenland Amazon.at mit 477,1 Millionen Euro, gefolgt von Universal.at mit 112,4 Millionen Euro und Zalando.at mit 95 Millionen Euro.
Mehr Services Manche Trends lassen sich insbesondere dadurch untermauern, dass sie in beiden Ländern auffallen. Hierzu gehören unter anderem eine verstärkte Verbreitung mobil verfügbarer Onlineshops und ein erhöhtes Angebot an Click & Collect, bei dem Kunden online getätigte Bestellungen im stationären Store abholen können. Bereits jeweils rund ein Viertel bietet diesen Service an, was für Österreich eine Verdopplung und für die Schweiz eine dreifache Erhöhung bedeutet. Mobil wird im Kontext von Omnichannel immer wichtiger. Die mobile Website ist in diesem Jahr sowohl in Österreich als auch der Schweiz der am meisten verbreitete zusätzliche Vertriebskanal. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Smart telefonieren Praktische Lösungen stehen im Vordergrund Für Kleinunternehmer ist die Mobil-Telefonie bzw. mobiles Internet ein wichtiges Thema. Im Businessmarkt und speziell im KMU- und EPU-Bereich stehen nicht die neuesten technischen Errungenschaften im Vordergrund, sondern die Forderung nach praktischen Lösungen. Von Christian Wieselmayer
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erkömmliche Festnetzanschlüsse können mit den steigenden Anforderungen in puncto Flexibilität und Individualität nur noch sehr schwer mithalten. Individuelle Lösungen, gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Ein-Personen-Unternehmen (EPU), werden von der Ausnahme zur Regel. Ein Trend, den auch die großen österreichischen Mobilfunkbetreiber erkannt haben und ihre Angebote in Verbindung mit den neuen Technologien den Kundenwünschen entsprechend anpassen. Eine dieser neuen Technologien ist die IP-Telefonie (Internet-Protokoll-Telefonie), also das Telefonieren übers Internet. Diese neue Art der Kommunikation löst die klassische Festnetztechnik immer schneller ab und eignet sich auch für
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kleine Unternehmen. Die IP-Telefonie wird genutzt, um weltweit Gespräche direkt über das Internet zu führen. Dabei wird das klassische Telefonnetz gar nicht mehr benutzt. Die Verbindung zu und von Teilnehmern am herkömmlichen Telefonnetz bleibt aber weiterhin möglich. Sie wird dabei durch einen vom Anbieter bereitgestellten Übergang, den Gateway-Dienst, hergestellt. Ein weiterer Vorteil: Unabhängig vom Aufenthaltsort ist die Erreichbarkeit immer unter derselben Adresse und Rufnummer gegeben.
Business-Lösungen Eine Lösung, die speziell für kleinere Unternehmen konzipiert wurde, ist der Festnetzersatz bzw. die mobile Nebenstellenanlage. Die Vorteile einer solchen Anlage liegen auf der Hand: Die Festnetznummer bleibt beste-
hen, die Grundgebühr fürs Festnetz fällt jedoch weg, ebenso wie Anschaffungskosten sowie Miet- und Wartungskosten für Telefonanlagen wegfallen. Außerdem sind die Mitarbeiter über Mobiltelefone leichter erreichbar. Der Mobilfunkanbieter 3 hat bereits 2009 eine Lokalbank mit vier Filialen und insgesamt 65 Mitarbeitern im steirischen Deutschlandsberg mit einer solchen Anlage ausgestattet. Eine Lösung, die sich sehr bewährt hat. „Speziell für KMU haben wir unser Erfolgsprodukt All In Communication weiterentwickelt. Mit All In Communication Mobile verbinden wir Festnetz mit ausgewählten Vorteilen aus dem Mobilfunk. Es ist wie eine Telefonanlage in der Hosentasche. Mit nur einem Endgerät, einer Rufnummer und einer Rechnung bewahrt man stets den Überblick und verbessert die Kommunika-
Marco Harfmann, Leiter Marketing von A1
Maria Zesch, CCO von T-Mobile Austria
Alfred Pufitsch, CEO von Tele2 Österreich
Foto: A1/APA-Fotoservice/Hinterramskogler
Foto: Marlena König/T-Mobile
Foto: Oskar Steimel
tion in Unternehmen. Der Vorteil: Egal ob man mit der Festnetz- oder Handy-Nummer angerufen wird, man ist immer für seine Kunden erreichbar“, erklärt Maria Zesch, CCO von T-Mobile Austria. „Für EPU und KMU ist es wichtig, ähnliche IT-Services nutzen zu können, wie sie großen Unternehmen zur Verfügung stehen. Moderne ICT Lösungen, wie beispielsweise die virtuelle Nebenstellenanlage, bieten genau diese Möglichkeit. Die Unternehmer müssen nicht in eine teure und wartungsintensive Telefonanlage investieren, sondern nutzen die Funktionen als IT-Service mit sehr günstigen monatlichen Gebühren“, bestätigt auch Marco Harfmann, Leiter Marketing von A1. Alfred Pufitsch, CEO von Tele2 Österreich, spricht von großen Herausforderungen im Wettstreit um Kunden und dass Mobilfunkanbieter vor allem flexibel sein müssen: „Wir haben unser Mobilfunkangebot zusammen mit Unternehmen im Rah-
men von Co-Creation-Workshops und Customer-Journey-Interviews entwickelt. Der Kundenwunsch ist klar: möglichst flexible beziehungsweise modulare Tarife mit hoher Datengeschwindigkeit ohne Aufpreis und ohne Bindung beziehungsweise Mindestvertragsdauer abzuschließen. Nur so können Unternehmer Kommunikationsmittel schnell und unkompliziert an die eigene Unternehmensentwicklung und mögliche Veränderungen am Markt anpassen.“
n Ein Blick in die Zukunft t drei Trends, Alfred Pufitsch beschreib en Telefonie bili mo der t unf die die Zuk prägen werden: bilfunkanDie Zeiten, in denen Mo en einen ost gek Fol e bieter über hoh nanzierefi if Tar en stig gün ich vermeintl n klar arte erw den ren, sind vorbei. Kun Angeche htli rsic übe und te strukturier Qualität zu bote in höchstmöglicher stiger Roagün ive lus ink n ise guten Pre ming-Tarife. ganz anBusinesskunden sind in ürger auf alb rm No derer Weise als angewiel itte nsm atio nik mu ihre Kom em guten Ansen. Daher ist neben ein sönliche Serper und kte dire gebot der ein Anbieter den , vice ausschlaggebend tet. bie den Kun seinen if wird es Den „einen“ Business-Tar terreich Ös In en. geb hr me ht nic knapp gibt es laut WKO-Statistik über 90 aus en ehm tern Un 0 500.00 Größen. ten ens ied Branchen in versch jedes Unters das nd, Ha der auf t Es lieg haben muss, nehmen die Möglichkeit seine Bedürfan l uel ivid ind if Tar seinen nisse anzupassen.
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Cloud-Lösungen Die Telefonie der Zukunft heißt „Cloud TK“, wobei TK für Telekommunikation steht. Dabei werden analoge Telefonanlagen und ISDN-Anlagen, die von Unternehmen selbst betrieben werden, durch virtuelle Telefonanlagen in der sogenannten Cloud ersetzt. Das Prinzip ist recht einfach: Alle Funktionen einer üblichen TK-Anlage werden im Rechenzentrum eines spezialisierten Dienstleisters gehostet und über das Internet bereitgestellt. Dieser übernimmt gleichzeitig die volle Verantwortung für Betrieb, Wartung und Updates. Geschäftskunden benötigen lediglich einen herkömmlichen DSL-Anschluss. Das Management der Anlage erfolgt zentral über eine Web-Anwendung und erfordert kein spezielles Know-how. Hier lassen sich beispielsweise die Einstellungen konfigurieren oder Anruflisten über verpasste beziehungsweise angenommene Anrufe einsehen. Weniger technologie-affine Unternehmer werden aber von den TelekomAnbietern nicht alleine gelassen, wie Maria Zesch bestätigt: „Wir arbeiten stetig daran, das Ein-Mann/Frau-Unternehmen bis zum Welt-Konzern mit flexiblen Geschäftslösungen zu unterstützen. Unser Anspruch ist es, die Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden sehr genau anzusehen und eine maßgeschneiderte Lösung anzubieten.“ Die Vorteile von CloudAnwendungen kennen heute viele Unternehmer bereits aus dem privaten Bereich. „Wir haben uns daher entschieden, auch für EPU und KMU die sehr populären Dropbox-Accounts in den Tarifen zu inkludieren, das ermöglicht den Austausch von Daten auf die gewohnte Weise“, erläutert Marco Harfmann. Ü
IMPRESSUM Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Medieninhaber (Verleger): Wirtschaftsnachrichten Zeitschriften Verlagsgesellschaft m.b.H., 8010 Graz, Theodor-Körner-Straße 120a, Telefon 0316/834020, Telefax 0316/834020-10,
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Personal Austria 2015
1.978 Besucher der Personal Austria nutzten das einzigartige Angebot und Programm, um sich für die Personalarbeit im digitalen Zeitalter zu rüsten. Foto Pfluegl / spring Messe Management
Stellschrauben für das Personalmanagement in der neuen Arbeitswelt identifiziert.
Jedes Mitarbeiterprofil ein Schaufenster der Firma Eher großartig findet Social-Business-Network-Professional Michael Rajif Shah das Internet mit seinen schier unendlichen Möglichkeiten. „Jeder von uns sitzt am Ende einer Datenverbindung.“ Den versammelten PersonalistInnen empfahl er, in die Profile ihrer Mitarbeiter zu investieren: „Kaufen Sie sich die Hoheit über Ihre Mitarbeiter zurück!“ Da diese meist keine beruflichen, sondern ureigene Interessen
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mit ihrem Internet-Auftritt verbänden, sei dies allerdings eine Vertrauensfrage. „Beginnen Sie mit denjenigen, die schon ein InternetProfil besitzen. Bieten Sie ihnen ein Personal Branding durch einen externen Spezialisten. Es hilft nichts, wenn das Unternehmen Employer Branding darüberstülpt!“ Mehr Gehör im Unternehmen – das wünschen sich insbesondere die Vertreter jüngerer Generationen, wie Dr. Simon Werther mit Bezug auf eine Studie feststellte. Der Geschäftsführer von HRinstruments zeigte auf, wie Mitarbeiter jeden Alters durch flexible, benutzerfreundliche Feedbacksoftware mitgenommen und „blinde Flecken“ im Unternehmen identifiziert werden. Nicht alles laufe digital, betonte der Experte. „Wir nutzen die Technik nur, um den Prozess wirklich neu zu denken.“ So hat das innovative Start-up beispielsweise für die Stadtwerke München eine Feedbacklandschaft erstellt, die ständige Rückmeldungen auf qualitativ-inhaltlicher Ebene ermöglicht.
Wahre Leader lassen sich den Spiegel vorhalten „Eine der größten Schwächen von Managern ist das Zuhören. Feedback ist ein Geschenk“, erklärte Mag. (FH) Michael Walser, Landesvorsitzender des WdF Vorarlberg. Die Bereitschaft, sich selbst den Spiegel vorhalten zu lassen, unterscheide wahre Leader von Managern, bestätigte WdF-Bundesvorsitzender Mag. Gerhard Zeiner, COO von SAP Österreich. „Wenn man mit einem Manager spricht, merkt man, wie wichtig dieser Mensch ist. Wenn man mit einem Leader spricht, merkt man, wie wichtig man selbst ist“, brachte Mag. Zeiner den Unterschied auf den Punkt. Einen Überhang an Managern statt Leadern in Führungspositionen beklagte auch Prof. Dr. Dietmar Kilian. Dabei sei gerade die Führungsphilosophie des direkten Vorgesetzten das wichtigste Instrument zur Mitarbeiterbindung, gab der Professor vom Management Center Innsbruck (MCI) zu bedenken. „Die Messebesucher schätzen die idealen Bedingungen zum Netzwerken und zum Erfahrungsaustausch. Neue interaktive Elemente wie das HR-Battle sind ebenfalls sehr gut angekommen“, bilanzierte Mag. Sabina Hujdurovic. Für die nächste Personal Austria am 9. und 10. November 2016 stellt die Projektleiterin viele Neuerungen in Aussicht. „Das beginnt bereits mit dem Umzug in die Halle A der Messe Wien.“ Ü
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ersonalmanager können den Wandel in der Arbeitswelt gestalterisch angehen. Dazu stehen ihnen tolle Stellschrauben zur Verfügung, wie die Personal Austria 2015 zeigte. Neben dem Win-win-Thema betriebliche Gesundheitsförderung bieten sich neue Ansatzpunkte im digitalen Beziehungsgeflecht. Als Schlüsselelement für eine produktive Arbeitsatmosphäre empfiehlt sich zudem der Ausbau der Feedbackkultur. Auf Österreichs größter Messe für Personalwesen gaben 109 Aussteller Einblick in das vielfältige Aufgabenspektrum der HR-Manager. 1.978 Besucher nutzten das einzigartige Angebot und Programm, um sich für die Personalarbeit im digitalen Zeitalter zu rüsten. „Die Arbeit wird immer flexibler und digitaler, gleichzeitig verändert sich die Bevölkerungsstruktur“, definierte Prof. Dr. Bertolt Meyer, Podiumsgast im AMS Expert Talk von der Technischen Universität Chemnitz, die Ausgangslage. Laut Gesundheitsmonitor 2015 fühlten sich Menschen mit wachsendem Alter zunehmend gestresst. Steigende Anforderungen seien aber kein Problem, wenn Fähigkeiten und Kapazitäten dazu passten. „Für Unternehmenslenker ist das eine tolle Sache: Sie können an zwei Stellschrauben drehen – an den Ressourcen und Belastungen.“ „Alles ist belastend, was einseitig ist – wie zum Beispiel langes Sitzen im Büro“, erklärte Mag. Martina Zidek, Personalleiterin im Dorotheum. Die Mitarbeiter des Auktionshauses erhielten aber auch Rückenstärkung für Konfliktsituationen mit Kunden. Grundgedanke sei, die Beschäftigten zu Verbündeten zu machen, um ihre Eigenverantwortung zu stärken. Auf seine Vorbildrolle als Führungskraft verwies AMS-Vorstand Dr. Johannes Kopf: „Auch ich muss Mitarbeiter ermahnen, auf Höchstzeiten zu achten.“ Die ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und Co. berge ein hohes Risiko: „Diese Dinge sind super, aber sie sind auch gefährlich.“
Service
LeasePlan: Auto für den Angelman Verein Österreich Für vorzeitige Weihnachtsfreude sorgte LeasePlan beim Angelman Verein, der keine staatliche Förderung erhält und daher ausschließlich auf Spenden angewiesen ist.
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anz nach Art des Hauses hat der Fuhrparkmanager LeasePlan beim traditionellen Punschfest auf der Wiener Summerstage einen speziell ausgestatteten Ford Transit Custom an die Familie Otzelberger übergeben. Yvonne Otzelberger ist Obfrau des Angelman Vereins und selbst Mutter des an dieser Krankheit leidenden Sohnes Yannick. Das Angelman Syndrom ist eine seltene Genbesonderheit und verursacht eine motorische und geistige Behinderung. Menschen, die mit dem Angelman Syndrom geboren wurden, sind hyperaktiv, haben ein auffälliges Bewegungsmuster und häufige Lachanfälle, die ein wesentliches Merkmal sind. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, diese seltene Krankheit auch in Ärztekreisen bekannter zu machen, da sie oftmals fälschlicherweise als Autismus diagnostiziert wird“, erklärt Yvonne Otzelberger. „Dabei wird das Weihnachtsauto eine große Hilfe sein.“ „Die Weihnachtsaktion ist fixer Bestandteil unseres Engagements und wird jährlich
Familie Otzelberger bei der Übernahme des Weihnachtsautos für den Angelman Verein mit LeasePlan Geschäftsführer Nigel Storny. Foto LeasePlan Österreich GmbH
durch zahlreiche Partner und Kunden von LeasePlan ermöglicht. Wir haben uns 1997 bewusst entschieden, unseren Kunden keine Weihnachtsgeschenke mehr zu geben, sondern stattdessen gemeinsam ein soziales Projekt zu unterstützen“, erklärt Nigel Storny. Das 19. Weihnachtsauto ist ein gemeinsames Geschenk von LeasePlan, Ford Motor Company und dem Autohaus Ford Danner. Alle fahrzeugbezogenen Kosten werden durch die
Partner ein Jahr lang getragen. Dies inkludiert alle Service- und Reparaturarbeiten, Tankungen und Reifen sowie die Vignette. Besonderer Dank gilt den Partnern, die die diesjährige Aktion mit unterstützt haben: Danijel Dzihic (Ford Motor Company), Josef Frischmuth (Autohaus Danner), Harald Joichl (OMV), Monika Strohmayer (Wiener Städtische Versicherung) sowie Christian Ganss (Euromaster Reifenservice). Ü
Der Zugang zu 81 Gewerben ist an einen Befähigungsnachweis gebunden – und das mit gutem Grund.
Qualifizierung von Beginn an steht für …
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… Wohlstand und Arbeit vor Ort in den Regionen
… eine hohe Überlebensfähigkeit der Unternehmen, sie sind langjährige, verlässliche Partner und stabile Anker am Wirtschaftsstandort … garantiert hohe Ausbildungsleistung: mehr als 98 % aller Lehrlinge im Gewerbe und Handwerk werden in reglementierten Gewerben ausgebildet ... ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Nirgendwo in Europa ist die Jugendarbeitslosigkeit niedriger als in Ländern mit dualer Ausbildung! ... zuverlässigen Konsumentenschutz: Der Qualifizierungsnachweis sorgt für hohe Qualität: Darauf können sich Konsumenten verlassen!
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... fairen Wettbewerb unter gleichen Rahmenbedingungen zwischen den Unternehmen. ... Innovations- und Entwicklungskraft, beides ist ohne Qualifikation und entsprechendes Know-how nicht denkbar ... globale Wettbewerbsfähigkeit durch Vorsprung in Entwicklung und Technik ... große Krisenstabilität der Meister- und Familienbetriebe: Sie sind damit ein erfolgreiches Gegenmodell zu globalisierten Konzernstrukturen ... eine Vielzahl von Möglichkeiten am Weg in die Selbständigkeit, wie Meisterprüfung, Praxis über längere Zeit, individueller Befähigungsnachweis oder der Besuch von Schulen und Universitäten.
wko.at/bsgh
Mit dem Abschluss der ISO9100-Zertifzierung im Jänner 2016 ist Heldeco ein zertifizierter Zulieferer der Luftfahrtindustrie. Fotos: Heldeco
Die Heldeco Fertigungstechnik GmbH stellt unter anderem Komponenten für die Luftfahrtindustrie her.
Der nächste Meilenstein für Heldeco
it der ISO9100-Zertifizierung, die im Jänner 2016 abgeschlossen sein wird, setzt die Heldeco Fertigungstechnik GmbH einen weiteren wichtigen Meilenstein in ihrer Firmengeschichte. Dabei handelt es sich um die Zertifizierung für Zulieferer der Luftfahrtindustrie. Bereits 1996, fünf Jahre nach der Unternehmensgründung, war die erste ISO-Zertifizierung geschafft: Damals erhielt Heldeco die Zertifizierung nach ISO-9001:2000. Damit wurde das unternehmensinterne Qualitätsmanagementsystem ausgezeichnet. Zum Qualitätsmanagement von Heldeco gehört auch, dass definierte Messprozesse in einem speziell klimatisierten Messraum durchgeführt werden. Zusätzlich kommen zwei FaroPlatinum-Messarme mit einer Einzelpunktgenauigkeit von 0,005 Millimetern zum Einsatz, deren Daten laufend mit der CAM2 Software verglichen werden. So kann für jedes Werkstück perfekte Maßtreue gewährleistet werden.
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fahrt-Kunden ab. Damit setzt sich der Erfolgslauf des steirischen Unternehmens fort. Erst vor wenigen Monaten wurde der Vorzeigebetrieb mit dem Recht zur Führung des österreichischen Staatswappens ausgezeichnet. Nur wenige Unternehmen dürfen das österreichische Staatswappen führen. Umso größer ist die Freude bei der Heldeco Fertigungstechnik GmbH über die Auszeichnung: „Wir sind sehr stolz, nun zum Kreis dieser ausgezeichneten Unternehmen gehören zu dürfen“, sagt Geschäftsführer Helmut Dettenweitz. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die sich durch außergewöhnliche Leistungen um die österreichische Wirtschaft verdient gemacht haben und in ihrer Branche eine führende und allgemein geachtete Stellung innehaben. Derzeit dürfen nur rund 1.400 heimische Unternehmen von insgesamt rund 400.000 das Staatswappen im Geschäftsverkehr verwenden.
Von Anlagenbau bis Luftfahrt
von komplexen Einzel- und Serienteilen für die Industrie. Seit 1991 vertrauen führende Unternehmen aus den Branchen Luftfahrt, Offshore, Wasserkraft, Schiffs- und Formenbau, Anlagen- und Maschinenbau auf die Kompetenz des steirischen Unternehmens. Zu den Kunden von Heldeco gehören damit auch viele „Global Player“ aus allen Teilen der Welt. Für sie werden individuelle Maßanfertigungen hergestellt – wie zum Beispiel: n Fertigung der Achsschenkel für den weltgrößten Muldenkipper mit 400 Tonnen Nutzlast, n Bauteile für Stahlbau, Fahrzeugbau, Fördertechnik, n Formteile und Bauteile für den Airbus A380, n Teilkomponenten für die Automobil- und Luftfahrtindustrie, n Walzwerkkomponenten für die Schwerindustrie, n Anlagen- und Maschinenbauteile, n Rührwerke und Komponenten für die Lebensmittelindustrie. Ü
Staatswappen für Heldeco
Die Heldeco Fertigungstechnik GmbH mit Sitz in Turnau ist ein österreichischer Leitbetrieb mit Spezialisierung auf Fertigung
Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.heldeco.at
Die nächste Stufe der Zertifizierung zielt nun im Besonderen auf die Bedürfnisse der Luft-
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Nach dem österreichischen Staatswappen und einer Top-Platzierung bei „Austria‘s Leading Companies“ folgt nun die ISO9100-Zertifizierung für die steirische Heldeco Fertigungstechnik GmbH.
Fotos: wastebox
Entsorgen kann so einfach sein!
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n jedem Haushalt fällt Müll an. Solange es durchschnittliche Mengen sind, ist das auch kein Problem. Schwierig wird es aber, wenn besondere Umstände auftreten. Bei einem Renovierungs- oder Sanierungsprojekt in den eigenen vier Wänden fällt oft viel Bauschutt oder Altholz an, beim Entrümpeln stapeln sich die unterschiedlichsten Dinge. Die hauseigene Mülltonne ist hier hoffnungslos überfordert. Der neue OnlineService wastebox.at hilft bei der ordnungsgemäßen Entsorgung. Einfach, schnell und unbürokratisch. Und das 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Die vom RecyclingSpezialisten Saubermacher initiierte Selfservice-Plattform bietet die Entsorgung von sieben verschiedenen Abfallarten in drei unter-
schiedlichen Behältergrößen an. In jedem Fall sorgen die Profis von Saubermacher für die ordnungsgemäße Trennung und das umweltgerechte Recycling der Abfälle.
So funktioniert‘s Einfach auf wastebox.at aus den verschiedenen Abfallarten und Behältergrößen wählen, bestellen und schon kommt die ausgewählte Kombi zum Wunschtermin direkt vor die eigene Haustür. Zum garantierten Fixpreis, der bequem online bezahlt werden kann. Steht die wastebox bereit, gilt einfach: „Bitte vollmüllen!“ Ist der Behälter voll, kann direkt über die Online-Plattform die Abholung bestellt werden. Unabhängig von Geschäftszeiten und ganz ohne Warteschleife. Ü
Ist man zum Zeitpunkt der Bestellung noch nicht sicher, welche Abfälle genau anfallen, besteht auch die Möglichkeit, einen „Bag only“ zu bestellen. In diesem Fall werden die Entsorgungskosten erst bei Bestellung der Abholung je nach Abfallart berechnet.
n Information wastebox.at Hans-Roth-Straße 1 8073 Feldkirchen T: +43 664 1050 783 E:
[email protected] www.wastebox.at
Für mein Unternehmen strebe ich jeden Tag nach dem Besten. Genau das erwarte ich auch von meiner Bank. Daher investiere ich in die Anlagekonten Deniz-Flex und Deniz-Fix der DenizBank. Mit unternehmerischem Denken wird mein Geld gut verzinst und das bildet die solide Basis meines Erfolges. www.denizbank.at Nähere Informationen erhalten Sie im Contact Center unter 0800 88 66 00. Wir beraten Sie gerne in unseren Filialen oder auch in Ihrem Unternehmen.
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Über 280 SMATRICS Ladepunkte sind bereits österreichweit aktiviert.
Highspeed-Ladenetz auf dem Vormarsch Die österreichweit hundertste von ABB verkaufte Highspeed-Ladestation, die von SMATRICS errichtet wurde, markiert einen Meilenstein in der Entwicklung der Ladeinfrastruktur in Österreich. Beginnend mit dem ersten Highspeed-Ladenetz Österreichs im Jahr 2011, hat sich die Zahl der von ABB verkauften und in Betrieb genommenen Highspeed-Ladestationen innerhalb der letzten zwei Jahre verfünffacht.
Als erster Anbieter von netzwerkfähigen und intelligenten Multistandard-Highspeed-Ladestationen, die alle in Europa gängigen Ladestandards in einem Gerät vereinen und die zudem mit einfachen und benutzerfreundlichen Bezahlmöglichkeiten ausgestattet sind, trägt ABB maßgeblich zur Entwicklung neuer und attraktiver Geschäftsmodelle für Ladeinfrastrukturbetreiber bei. Vorstandsvorsitzender Ing. Franz Chalupecky erläutert: „Die steigenden Absatzzahlen in diesem noch jungen Segment, die positiven Markttendenzen und bessere gesetzliche Rahmenbedingungen sind für uns ein klares Indiz für die zunehmende Relevanz von E-Mobility und sprechen für unsere Pionierleistungen in diesem Bereich. Dass wir sowohl in Österreich als auch in Europa Marktführer sind, zeigt, dass unsere Lösungen den hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Komfort gerecht werden. Wir freuen uns deshalb, dass SMATRICS als größter landesweiter Ladeinfrastrukturbetreiber auf Highspeed-Ladestationen von ABB setzt. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit Partnern aus z.B. der IT und Automobilindustrie zusammen, um auch bei Zukunftsthemen wie der Schnellladung von Autobussen eine Vorreiterrolle einzunehmen.“
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SMATRICS erweitert Ladenetz bis Jahresende um 60 Multistandard-Hochleistungs-Ladestationen
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SMATRICS ist Österreichs erster und einziger Anbieter einer flächendeckenden öffentlichen Ladeinfrastruktur, und der Ausbau schreitet rasch voran. Aktuell sind bereits über 280 Ladepunkte aktiviert und beim weiteren Aufbau seines Netzwerkes setzt SMATRICS auf neueste und schnellste Technologien. 140 Ladepunkte mit 22 kW, mit denen z.B. ein Renault Zoe in nur einer Stunde voll aufgeladen werden kann, sind bereits verfügbar. Zusätzlich entstehen bis Ende des Jahres 60 Multistandard-Hochleistungs-Ladestationen mit 180 Ladepunkten, die jeweils eine Leistung von 50 bzw. 43 kW bereitstellen und mit allen am Markt befindlichen E-Auto-Modellen kompatibel sind. Ladezeiten von 20 Minuten, also während einer Kaffeepause oder eines Einkaufs, werden damit Realität.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
v.l.n.r.: Ing. Franz Chalupecky, SMATRICS Geschäftsführer Dr. Michael-Viktor Fischer und DI Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender von VERBUND. Fotos: ABB
Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch Elektromobilität ist der Schlüssel zur nachhaltigen Senkung des Energieverbrauchs und der CO2 -Emissionen im Individualverkehr. Österreich hat die besten Voraussetzungen für Elektromobilität, weil der Strom heute schon überwiegend aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Mit rund 95 Prozent Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien setzt VERBUND, Österreichs größtes Stromunternehmen, seit Jahren auf das Thema Elektromobilität und treibt Projekte und E-Mobility-Programme voran. DI Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender von VERBUND: „Wer sein E-Fahrzeug bei einer SMATRICS Ladestation lädt, fährt mit Strom aus österreichischer Wasserkraft.“ Auch DI Heimo Aichmaier, Geschäftsführer Austrian Mobile Power, begrüßt diese Entwicklung: „CO2armer Verkehr in urbanen Regionen ist Ziel von zahlreichen EU-Strategien und Verordnungen. Das mit ABBTechnologie ausgestattete Highspeed-Ladenetz von SMATRICS ist daher ein wichtiger Meilenstein für die weitere Implementierung von Elektromobilität in Österreich.“ Ü
Die konfigurierbare DC-Schnellladestation Terra 53 ist mit vielen Standards konform und verfügt über bis zu drei Anschlüsse mit 50 kW.
Forschung & Entwicklung
Japan meets Austria – Eine Kooperation mit Fernost In einer Kooperation zwischen dem japanischen Pelletofen-Hersteller Shimotani, dem japanischen Pelletverband und dem österreichischen Kompetenzzentrum für Biomasseforschung, Bioenergy 2020+, werden Pelletöfen auf europäische Standards gebracht.
Jens-Michael Kirchhof, Klaus Nagelhofer (EcoPlus, Technopol Wieselburg), Chiaki Ikeya (Pellet Club Japan), Masao Takehira (Shimotani), Ken Kochima (Pellet Club Japan) Masashi Sekiguchi (Pellet Club Japan/Shimotani), Christian Maier (BIOENERGY2020+), Walter Haslinger (BIOENERGY2020+, CEO) (von links oben gegen den Uhrzeigersinn) Foto: BIOENERGY2020+
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ders, als es die Forscher von Bioenergy 2020+ gewohnt sind. Japan besitzt mit 100 V die niedrigste Netzspannung der Welt. Die Netzfrequenz im östlichen Teil Japans ist 50 Hz, im westlichen Teil Japans 60 Hz. Das finale Projektmeeting fand am 3. September statt. Die Evaluierungsergebnisse wurden den zufriedenen Projektpartnern am Technopolstandort Wieselburg im Forschungszentrum Bioenergy 2020+ präsentiert. In Zukunft sollen weitere Projekte geplant werden. Auch ein Austausch von Fachpersonal kann stattfinden. Ü
Foto: Shimotani, Alcott Pellet stove
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ie globale Energiewende macht auch vor Japan nicht halt. Japan besitzt große Ressourcen an Biomasse, die es in Zukunft besser nutzen möchte. Die Nachfrage an Pellets steigt stetig und mit ihr auch der technologische Anspruch an Pelletöfen. Um ihren Markt besser bedienen zu können, haben der japanische PelletofenHersteller Shimotani und der japanische Pelletverband in einem Kooperationsprojekt das österreichische Forschungs- und Kompetenzzentrum Bioenergy 2020+ damit beauftragt, den Pelletofen Alcott nach europäischen Maßstäben zu evaluieren. Herausforderungen für Bioenergy 2020+ waren unter anderem die Unterschiede in der Technik. So hat der Pelletofen Alcott sogar einen Erdbebensensor. Bei Erschütterungen schaltet sich dieser automatisch ab. Auch die Stromversorgung ist an-
Entgeltliche Einschaltung
WIR MACHEN AUS IDEEN ZUKUNFT
N E T L A T S M I TG E AUEN! R Z U S C H v.at U N T T A T S ation.g v o n in n e p www.o
Driving Luxury blau-weiß kariert
Der deutsche Premiumhersteller definiert die Luxusklasse neu: Mit dem neuen 7er setzen die Münchner Autobauer wegweisende Technologien in den Bereichen Leichtbau, Antrieb, Fahrwerk, Bedienung und intelligente Vernetzung in der automobilen Top-Liga ein. Fahrfreude und Reisekomfort erreichen in der Luxuslimousine einen neuen Höhepunkt.
Weniger Gewicht, weniger Verbrauch Gewicht ist im Automobilbau mit Verbrauch und Emissionen gleichzusetzen. Um bis zu 130 Kilogramm bringt der Luxusliner dank dem Einsatz von carbonfaserverstärktem Kunststoff in der Karosseriestruktur weniger auf die Waage. Motoren aus der neuen Antriebsgeneration kommen ebenso zum Einsatz wie das innovative Plug-in-HybridSystem im BMW 740e bzw. in der Langversion 740Le. Der Hybridantrieb besteht aus einem Vierzylinder-Benziner und einem Elektromotor, die gemeinsam eine Systemleistung von 326 PS erzeugen. Im EU-Testzyklus für Hybridfahrzeuge kommt der BMW 740e auf einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von 2,1 Litern bzw. einen kombinierten Stromverbrauch von 12,5 kWh je 100 Kilometer. Dieser Minimalkonsum an Benzin und Strom mündet in einem CO2-Emissionswert von nur 49 Gramm pro Kilometer. Die LithiumIonen-Hochvoltbatterie ermöglicht rein elektrisches und damit lokal emissionsfreies Fahren mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h und einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern.
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BMW hat aber auch die traditionellen Motorenkonzepte weiterentwickelt: Das V8-Triebwerk sowie alle Reihensechszylinder-Antriebe entstammen der jüngsten Motorengeneration der Bayern und werden serienmäßig mit einem ebenfalls weiterentwickelten 8-Gang-Steptronic-Getriebe kombiniert.
angetriebene Stabilisatoren reduzieren Wankbewegungen bei dynamischer Kurvenfahrt. Zusätzlich passt die aktive Fahrwerksregelung die Abstimmung der Dämpfer an Fahrbahnunebenheiten an.
Touch-Display und Gestiksteuerung Fahrspaß auf höchstem Niveau BMW genießt den Ruf, Fahrwerke zu entwickeln, die dynamisch und zugleich komfortabel sind. Dieses Kunststück gelingt den Entwicklungsingenieuren selbstredend auch bei ihrem neuen Flaggschiff. So umfasst die serienmäßige Ausstattung bereits eine 2-Achs-Luftfederung einschließlich automatischer Niveauregulierung und die Dynamische Dämpfer Control. Eine nochmalige Steigerung sowohl des Komforts als auch der Dynamik und Souveränität lässt sich mit der weiterentwickelten Integral-Aktivlenkung sowie mit dem erstmals erhältlichen System Executive Drive Pro mit aktiver Wankstabilisierung und datenbasierter Vorausschau erzielen. Elektromechanisch
In der neuen BMW 7er-Reihe ist der Bordmonitor des Bediensystems iDrive erstmals als TouchDisplay ausgeführt. Neben der gewohnten Steuerung über den Controller können die Funktionen auch durch Berührung des Touchscreens ausgewählt und aktiviert werden. Neu ist die Gestiksteuerung. Mit den von einem 3D-Sensor erfassten Handbewegungen lassen sich etwa Infotainment-Funktionen wie die Regulierung der Lautstärke, aber auch das Annehmen oder Ablehnen von Telefonanrufen intuitiv und komfortabel steuern. Ein weiteres Novum ist die in die Mittelkonsole integrierte Smartphone-Halterung, die das kabellose, induktive Aufladen des Mobiltelefons ermöglicht. Ü
Auto & Motor
l NEU AM MARKT – FÜR SIE ENTDECKT
Volvo XC90 mit Run off Road Protection Der Ende Mai 2015 eingeführte Volvo XC90 punktet mit höchstem Sicherheitsniveau: Die Run off Road Protection erkennt, wenn das Fahrzeug von der Fahrbahn abkommt, und strafft automatisch die vorderen Sicherheitsgurte, um die Insassen sicher auf den Sitzen zu halten. Der Kreuzungsbremsassistent beinhaltet ein automatisches Notbremssystem für Kreuzungsbereiche. Es bremst das SUV automatisch ab, wenn der Fahrer beim Abbiegen in den Gegenverkehr zu steuern droht.
Fünf Sterne für den Hyundai Tucson Der neue Kompakt-SUV von Hyundai, der neue Tucson, erhielt im Sicherheitstest des unabhängigen Autobewertungsverbands Euro-NCAP die Bestnote von fünf Sternen. Zu den Sicherheitseinrichtungen zählen etwa der Spurhalteassistent und die Verkehrszeichenerkennung für Geschwindigkeitsbegrenzungen, der autonome Notbremsassistent, ein ToterWinkel-Assistent, ein Querverkehrswarner und das Fahrzeug-Stabilitätsmanagement (VSM).
l SKY LOUNGE Für die Langversionen wird das einzigartige Panorama-Glasdach Sky Lounge angeboten. Bei Dunkelheit wird das von seitlich angebrachten LED-Modulen erzeugte Licht gleichmäßig in die Glasfläche geleitet und es entsteht ein stimmungsvolles Muster im Stil eines Sternenhimmels.
Citroen DS 4 mit zwei Silhouetten Ein Modell, zwei verschiedene Silhouetten, eine neue Frontpartie. Citroen setzt mit dem neuen DS 4 und dem DS 4 Crossback einen starken Akzent. Die Franzosen sind bekannt für ihren avantgardistischen Geist: Im DS 4 kommt dieser Geist als Premium-Limousine und als schicker Crossback zum Ausdruck.
l FERNGESTEUERTES PARKEN Der neue BMW 7er parkt ohne Fahrer am Steuer in Parklücken oder Garagen ein und aus. Der Parkvorgang wird vom Fahrer mit dem BMW Display-Schlüssel aktiviert und vom Fahrzeug teilautomatisiert ausgeführt.
Eine Neuheit im Luxuslimousinen-Segment ist auch das aus dem BMW i8 bekannte BMW Laserlicht, das, durch den BMW Selective Beam blendfrei, für den neuen BMW 7er als Alternative zu den serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfern angeboten wird. Die Fernlichtreichweite beträgt 600 Meter.
Fotos: BMW (3), Volvo, Hyundai, Citroen, Kia
l MEHR SICHERHEIT
Pure Kraft: Kia Optima GT Vergrößerte Bremsen und eine direkter abgestimmte Lenkung sind technische Feinheiten des elektronisch gesteuerten Fahrwerks, die dem hohen Leistungspotenzial des 245 PS starken Kia Optima GT Rechnung tragen. Die viertürige, fünfsitzige Limousine schafft den Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Auch dieses Jahr haben interessierte Unternehmen die Möglichkeit, Schülerinnen und Schülern einen Einblick in angewandte Forschung und Technologieberufe zu geben. Ein Mehrwert für Betriebe und junge Menschen. Besonders Mädchen wie Anna Maria Lipp sind meist ein Gewinn für jedes Unternehmen. Foto: bmvit/FCB NeuWien
Talente für heimische Betriebe Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) hat die Initiative „Talente“ ins Leben gerufen, bei der Schülerinnen und Schüler mit forschenden Unternehmen in Kontakt gebracht werden. Ein Mehrwert für Unternehmen und künftige Mitarbeiter. Von Marie-Theres Ehrendorff
S
chülerinnen und Schüler ab 15 Jahren können während ihrer Sommerferien Erfahrungen in forschungsnahen Unternehmen und Forschungseinrichtungen sammeln. Bei einem vierwöchigen Praktikum lernen sie die Welt von Naturwissenschaft und Technik in der Praxis kennen. Bisher konnten bereits mehr als 8.000 Praktika finanziert werden. Für 2016 wurden auf Initiative von Bundesminister Alois Stöger die Praktikumsplätze von 1.500 auf 3.000 pro Jahr verdoppelt. Finanziert wird das erweiterte Angebot vom bmvit über die Forschungsfördergesellschaft FFG.
Was bringt’s den Unternehmen? Jugendliche ab 15 Jahren gewinnen mit einem Talente-Praktikum Praxiserfahrungen in Naturwissenschaft und Technik, was als Impulsgeber für die Studien- und Berufswahl dienen soll. Forschende Unternehmen und Forschungseinrichtungen können junge Talente entdecken, fördern und bereits frühzeitig an ihre Organisation binden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Motiva-
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tion von Mädchen und Schülerinnen und Schülern aus nicht-technischen Schulen. Forschende Unternehmen bzw. Forschungseinrichtungen können eine Förderung für hochwertige Schülerpraktika im naturwissenschaftlich-technischen Bereich beantragen. Jeder Praktikumsplatz wird mit 1.000 Euro gefördert. Den Praktikanten und Praktikantinnen ist ein Bruttomonatsgehalt von mindestens 700 Euro zu bezahlen. Unternehmen auf der Suche nach einer Praktikantin oder einem Praktikanten werden von der Praktikantenbörse unterstützt. Das bmvit veröffentlicht die Praktikumsbeschreibung aus dem eCall unkompliziert und automatisch auf der Praktikabörse im Internet. Interessierte Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich können sich daraufhin bei ihren Wunschunternehmen bewerben. Der veröffentlichte Praktikumsplatz bleibt so lange online, bis sich das suchende Unternehmen für eine Bewerberin oder einen Bewerber entschieden hat und diese/n in seinem eCall-Antrag eingetragen hat. Unter den Schülerinnen und Schülern nicht-
technischer Schulen sind besonders viele Mädchen. Erfahrungsgemäß fühlen sich Frauen bei Stellenausschreibungen in männlich dominierten Branchen nicht als Adressatinnen, wenn aus dem Text des Inserates nicht eindeutig hervorgeht, dass Frauen für das Unternehmen gesucht werden. Das bmvit empfiehlt daher den Unternehmen, junge Frauen in der Praktikumsbeschreibung aktiv anzusprechen und diese nachdrücklich zu einer Bewerbung einzuladen. Der Erfolg dieser Talente-Initiative des bmvit, Unternehmen aus dem naturwissenschaftlich- technischen Bereich zu gewinnen, um Sommerpraktika zur Verfügung zu stellen, hat sich bewährt. Drei Best-PractiseBeispiele zeigen, wie Unternehmen Talente fördern können und sich nebenbei engagierte Mitarbeiter von morgen finden lassen.
Die Lebensretterin Die 19-jährige Anna Maria Lipp aus dem salzburgischen St. Johann im Pongau hat sich schon als kleines Mädchen für Technik interessiert und dem Papa gerne über die
Jugend forscht
Nachwuchs in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen
Schulter geschaut, wenn er etwas repariert hat. „Daher war es für mich keine Frage, dass ich ein Praktikum in diesem Bereich suche“, so die ehemalige Praktikantin. Die Firma Meltro ist in der Produktentwicklung von Mechatronik tätig. „Mechatronik bedeutet das Zusammenspiel von Elektronik, Informationstechnik und Mechanik. Während meines vier Wochen dauernden Praktikums war es das Schönste für mich, dass ich an meiner eigenen Idee arbeiten durfte. Mein Produkt ist eine Uhr zur automatischen Unfallerkennung. Der Einfall kam mir, weil mein Großvater eines Tages gestürzt war und aufgrund seiner Ohnmacht keine Hilfe rufen konnte. Daher war mein großer Wunsch, dass ich als Technikerin etwas erfinden werde, dass so etwas nie wieder passiert. So habe ich am Prototyp für eine Armbanduhr zur automatischen Unfallerkennung, der seine Anwendung z.B. im Alpensport oder bei Seniorinnen und Sonoren findet, gearbeitet. Im Endeffekt bin ich total stolz auf dieses Praktikum, weil irgendwann wird diese Erfindung Leben retten, und ich kann dann darauf zurückblicken und sagen, dass ich daran beteiligt war.“
Die Tüftlerin Rebekka Binder war eine 19-jährige Schülerin an der HTL in Ried in Oberösterreich,
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mit Zielgruppe sind kleine und ternehUn ße gro U), (KM en ternehm hhochFac n, äte men (GU), Universit For, tren zen enz pet Kom schulen, p, (Gert-U Sta n, schungseinrichtunge e. ein Ver ) ige meinnütz Praktikum geBei einem vierwöchigen Schüler Einund en rinn üle Sch winnen lt der ForWe nde blick in die fasziniere Naturwisin ng klu wic Ent und schung Forschungseinsenschaft und Technik. ngsnahe heimichu fors und gen richtun n 1.000 Euro alte erh sche Unternehmen atz. spl um ktik Pra pro Förderung reibung sch Aus en Der Start der nächst n. Ab ehe ges vor 6 201 ner Jän ist für 25. en von trag Ein das ist diesem Zeitpunkt bsite mögWe der auf en ätz apl Praktik lich.
auch in der Schule gelernt, wie man programmiert, was mich bereits damals sehr fasziniert hat. Daher habe ich mich bei der Firma Eurofunk Kappacher beworben, wurde genommen und der Sommer war eine interessante Herausforderung für mich. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung von Technologie- und Softwarelösungen, also im Prinzip genau meines. Die coolste Erfahrung für mich war, bei einem Projekt von Anfang an dabei zu sein und bis zum Schluss durchzuarbeiten. Das Praktikum hat mir einiges gebracht, ich habe viel gelernt und das Wichtigste ist: Ich weiß was ich in Zukunft machen werde.“
Welche Schüler können sich bewerben? Für Christoph Kirchberger, den bekennenden Computerfreak, stellte das Praktikum die Weichen: Er sieht jetzt seine Berufslaufbahn in der Kommunikationstechnik-Branche bestätigt. Foto: bmvit/FCB NeuWien
die durch ihr Interesse an technischen Innovationen und Maschinenbau ihr Praktikum im Maschinenbauunternehmen FILL absolvieren konnte. „Während meines Praktikums konnte ich sehr viel über technische Abläufe und über Konstruktion lernen. Spannend war es für mich immer, in die Produktionshallen zu gehen, um mir einige Ideen abschauen zu können, die ich dann selbst verwirklichen konnte. Ich durfte mich selbst einbringen und kreativ denken, daher habe ich einen Biegewechselprüfstand für Sägebänder konstruieren können“, erzählt Binder. „Für mich war dieses Praktikum nicht nur eine tolle Erfahrung, sondern auch der erste Schritt in meiner Berufswahl, weil ich jetzt wirklich weiß, was ich in meinem Arbeitsleben machen möchte. Und übrigens: Die TechnikBranche braucht ohnedies mehr Frauen.“
Der Computerfreak Christoph Kirchberger, der 18-jähriger Pongauer, absolvierte sein vierwöchiges Praktikum im vergangenen Sommer bei der Firma Eurofunk Kappacher, die sich mit Leitstellen- und Kommunikationstechnik beschäftigt. „Ich interessiere mich schon seit meiner Kindheit für Computertechnik, wir haben
An den Praktika können Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die eine österreichische Schule (AHS, BHS oder BMS) besuchen und mindestens 15 Jahre alt sind. Alle Schüler, die sich für Naturwissenschaft und Technik interessieren, können sich bewerben. Die Praktika sind besonders für Schüler aus nicht-technischen Schulen eine gute Möglichkeit, Naturwissenschaft und Technik in der Praxis kennen zu lernen. Da Berufe in Naturwissenschaft und Technik zu großen Teilen männerdominiert sind, werden besonders Mädchen ermuntert, erste Praxiserfahrungen über ein Praktikum zu sammeln. Ein Talente-Praktikum kann ein erster Schritt für eine Ausbildung und Karriere in einem Bereich mit guten Zukunftsaussichten sein. Ü
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Ökosozialer Think-Tank lud zum Jahresausklang
V.l.n.r.: Eva Ullmann, Dieter Härthe, Hans Harrer, Mitglieder der Lawinenhundestaffel Salzburg mit GF Andreas Santner; v.l.n.r. sitzend: Gudrun Mosler-Törnström, Erhard Busek, Beate Winkler.
schem Hinterfragen auf. Im Anschluss daran verwiesen Dr. Erhard Busek, Präsident des Senats, und Dr. Beate Winkler, die sich selbst als Co-Pilotin für Chancenvielfalt bezeichnet, auf die Wichtigkeit eines neuen Denkens für Europa und auch des Blicks über den Tellerrand hinaus. „Mut zum Handeln und Visionen bedarf es gerade in einer Krise. Denn Krise bedeutet: Beurteilen und Handeln“, so Busek. Beide forderten alle auf, dies in ihren eigenen Unternehmen ebenfalls zu beherzigen. „Europa sind wir alle“, so Busek, „und nicht die da in Brüssel.“ Man muss Europa nicht unbedingt neu gründen, aber jeder Einzelne sollte beginnen, das Miteinander verstärkt zu denken, denn Alleinsein ist keine Alternative in dieser globalisierten Welt.
Foto: Senat der Wirtschaft
Charity für Lebensretter
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er Senat der Wirtschaft lud nach Salzburg ein und mehr als 300 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst trafen sich im Hotel Pitter zum Jahresausklang. Hans Harrer, Vorstand des Senats der Wirtschaft, deponierte die Wichtigkeit der ökosozialen Marktwirtschaft, zu der sich der Senat und seine Mitglieder bekennen. Mit Stolz verkündete er, dass bereits 603 Unternehmen mit rund
250.000 beschäftigen Mitarbeitern Mitglied im Senat sind. „Damit sind wir eine nicht mehr zu ignorierende Plattform, die in Zukunft vermehrt ihre Forderungen an die Politik formulieren wird“, so Harrer. Nach einem Rückblick über die Aktivitäten in diesem Jahr und einem Ausblick auf 2016 rief die 2. Salzburger Landtags-Präsidentin Gudrun Mosler-Törnstom in ihrer Ansprache zu mehr Europa-Vertrauen, aber auch zu kriti-
Gelebte Nachhaltigkeit
Überrascht wurden die Teilnehmer mit einem Einblick in die Arbeit der Lawinenhundestaffel Salzburg. Dem Aufruf zu spenden wurde von den Senatoren und Senatorinnen sehr aktiv nachgekommen, sodass Hans Harrer am Ende des Jahresausklangs an Andreas Santner, den Geschäftsführer der Lawinenhundestaffel, der ebenfalls Mitglied im Senat ist, einen Scheck über 6.000 Euro überreichen konnte. Ü
Foto: Parktherme Bad Radkersburg
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achhaltigkeit ist einer der Werte, die unsere Gesellschaft derzeit auf vielen Ebenen bewegen. Die Parktherme Bad Radkersburg – Therme des Jahres 2015 – punktet mit der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressource Thermalwasser und den MitarbeiterInnen als sympathische und motivierte GastgeberInnen. Die Parktherme zählt zu einem der wenigen Betriebe, die ihren Wärmeenergiebedarf vordergründig durch die regionale Ressource – das Thermalwasser – in Form der Geothermie decken. Das Bad Radkersburger Thermalwasser kommt mit 17 Bar aus zwei Kilometern Tiefe und 80 Grad Celsius an die Erdoberfläche. Für die Thermalwasserbecken wird es auf 34-36 Grad abgekühlt, die überschüssige Wärme wird dabei umfassend ökologisch insbesondere zur Temperierung des 50-mSportbeckens, genutzt. www.parktherme.at Ü
S IMMO AG
Die Guten ins Töpfchen. Wir investieren ausschließlich in Standorte und Nutzungsarten, die wir sehr gut kennen. Das ist die Basis unseres Erfolgs. Nähere Informationen unter www.simmoag.at
Sieben Erfolgsfaktoren für authentische und sympathische Verkäufer Internationale Fachmesse für Heizung, Klima, Sanitär, Bad & Design und erneuerbare Energien
Ein guter Verkäufer ist authentisch, kompetent und unterstützt seinen Kunden bei der Problemlösung. Wie das geht, weiß Peter Trameger, Lehrgangsleiter für Verkauf am WIFI Steiermark. 1. Vertrauen aufbauen Sympathie, Kompetenz und Vertrauen sind laut Trameger die mit Abstand größten Kaufmotive unserer Zeit, erst danach folgen Profit, Bequemlichkeit oder Prestige. „Vertrauen entsteht heute kaum mehr durch die Marke allein, sondern muss vom Verkäufer regelmäßig erarbeitet werden“, weiß Experte Peter Trameger.
Neues Konzept!
2. Sicherheit vermitteln Sicherheit zählt neben Vertrauen und Nähe zu den zentralen Werten für den Verkauf. Sicherheitsgefühl entsteht heute allerdings nicht mehr automatisch, wenn es sich um ein großes Unternehmen handelt. Gute Verkäufer müssen Zukunftsszenarien vorausdenken – denn wer vorbereitet ist, fühlt sich sicher.
Peter Trameger, Lehrgangsleiter für Verkauf am WIFI Steiermark Foto: WIFI Stmk
3. Soziale Kompetenz „Einen guten Verkäufer zeichnet in erster Linie seine soziale Kompetenz aus, also der einfühlsame und tolerante Umgang mit dem Kunden“, sagt WIFI-Experte Trameger. „Der Kunde kauft in erster Linie den Verkäufer, nicht die Dienstleistung oder das Produkt.“
4. Offene Körpersprache Unerlässlich für einen authentischen Verkäufer sind außerdem ein selbstsicheres Auftreten inklusive der dazu passenden Körpersprache sowie eine positive Grundeinstellung.
5. Klare Botschaften Kunden einfach ganz offen fragen, ob er sich für oder gegen einen Kauf entschieden hat, ist ein weiterer Erfolgsfaktor eines Verkäufers.
26. – 29.1.2016 Messe Wien
6. Die richtige Kleidung „Im Verkauf vertraut man am liebsten auf einen Experten und als solcher muss man auch glaubwürdig und kompetent auftreten, was nicht zuletzt durch entsprechende Kleidung unterstützt wird“, bringt es WIFI-Experte Trameger auf den Punkt.
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7. Andere nicht schlechtmachen Wer von sich selbst überzeugt ist, muss andere nicht schlechtmachen. Genauso wenig wie offensichtlich schlecht über seine Konkurrenten sollte man sich auch nicht ausschließlich negativ über die Konkurrenz aus dem Internet äußern. Ü
Ankündigungen: „Die Power der Neukundengewinnung“ WIFI-Top-Themen-Seminar mit dem Verkaufsprofi Erich N. Detroy am 21.01.2016 Foto: W&W AG Stuttgart
„Diplomverkäufer im Außendienst“
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Start der Frühjahrsseminare mit Peter Trameger ab 03.02.2016 Infos und Anmeldung auf www.stmk.wifi.at/verkauf oder 0316-602-1234
Viel unterwegs? Wir hab Hotel am Domplatz Das Hotel am Domplatz ist ein modernes, neu gestaltetes Vier-Sterne-Hotel, das sich direkt vor dem Mariendom in Linz befindet und nur zirka fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof und der Fußgängerzone entfernt liegt. Direkt unter dem Hotel befindet sich ein öffentliches Parkhaus, in dem man idealerweise das Auto abstellen kann. Der Preis von 18 Euro pro Person für das Frühstück, auch wenn alles frisch zubereitet wird, ist keine Okkasion, es sei denn, man langt beim angebotenen Prosecco kräftig zu. Einige Zimmer sind mit einem eigenen Wintergarten, Balkon oder Terrasse ausgestattet. Es gibt Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichen und den Blick auf den Dom und die Dächer der Stadt freigeben, ein sehr bequemes Bett, elegante Möbel und Leuchten. Das Bad im Standardzimmer bietet – so man möchte – originelle Aus- und Einblicke, ist jedoch mit den großen Schwingtüren etwas eng und für stärkere Hotelgäste eher unpraktisch. Das Hotel bietet zudem eine Aperitif-Bar, elegante Konferenzräume und ein Shuttleservice vom und zum Flughafen auf Anfrage. Insgesamt ist das „Hotel am Domplatz – das Design Hotel in Linz“ mit seinen 69 Zimmern, vier davon barrierefrei – zwei Suiten, SPA Bereich, DOMbar und Meeting-Centers ein ideales Hotel für einen Businesstermin in Linz. Ü
Stifterstraße 4, 4020 Linz Tel.: +43 (0) 732 773000
[email protected] , www.hotelamdomplatz.at
Foto: Hotel am Domplatz
Erreichbarkeit: 9 von 10 Punkten Ambiente: 9 von 10 Punkten Service: 7 von 10 Punkten Küche & Keller: 7 von 10 Punkten Summe: 32 von 40 Punkten
Restaurant Strasserwirt
Foto: Restaurant Strasserwirt
Erreichbarkeit: 7 von 10 Punkten Ambiente: 8 von 10 Punkten Service: 9 von 10 Punkten Küche & Keller: 8 von 10 Punkten Summe: 32 von 40 Punkten
Direkt bei der Parkplatzzufahrt zum Leopoldskroner Bad liegt das Restaurant „Zum Strasserwirt“ – verkehrstechnisch auch mit Öffis hervorragend zu erreichen – an einem der schönsten Plätze in Salzburg. Der Strasserwirt ist das perfekte Business-Restaurant schlechthin. Die Tische sind groß genug, damit auch Geschäftsunterlagen Platz finden, und serviert wird gutbürgerliche Küche auf Top-Niveau zu kleinbürgerlichen Preisen. Die Speisekarte ist vielfältig, die Zutaten großteils regional, man findet Saisonales ebenso wie frischen Fisch und auch Innereien in einer großen Auswahl. Überdies wird auf persönliche Wünsche außerhalb der Speisekarte eingegangen – für Vegetarier werden die Speisen extra zubereitet und die Küche ist für Sonderbestellungen vorbereitet. Das Mittagsmenü wird oft nach „Themen“ zusammengestellt, so kann man bei der Variante „Friaul“ im Ursprungsland schwerlich etwas Geschmackvolleres auf den Teller bekommen. Das Personal ist ausgesprochen freundlich, auch wenn die Gäste sich nicht gleich entscheiden können und mehrere Sonderwünsche berücksichtigt werden müssen. Die Weinkarte ist vielfältig und bietet Ausgezeichnetes, was den verwöhnten Business-Gast dann doch einmal auch zu Alkoholischem verführt. Ü Leopoldskronstraße 39, 5020 Salzburg Tel.: +43 (0) 662 826391 www.zumstrasserwirt.at Öffnungszeiten: täglich von 11:00 bis 22:00 Uhr
Die Kriterien Businessrestaurant: Die Erreichbarkeit eines Businessrestaurants spielt ebenso eine große Rolle für die Qualität wie die Parkmöglichkeiten. Das Lokal soll nicht nur repräsentativ sein, sondern auch über die Möglichkeit verfügen, sich ungestört unterhalten und seine Geschäftsunterlagen auf den Tisch legen zu können. Beim Service sind Freundlichkeit, Diskretion und Einfühlungsvermögen wesentliche Punkte. Eine „businesstaugliche“ Karte ist eine der Grundvoraussetzungen für ein ausgezeichnetes Businesslokal. Ein Menü, das rasch serviert wird, und die Möglichkeit, Wein auch glasweise zu bestellen, sollten zum Standard gehören.
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en die Tipps! Falkensteiner Hotel Leoben
Foto: Falkensteiner Hotel & Aisa Spa Leoben
Erreichbarkeit: 8 von 10 Punkten Ambiente: 9 von 10 Punkten Service: 7 von 10 Punkten Küche & Keller: 9 von 10 Punkten Summe: 33 von 40 Punkten
Im grünen Herzen der Steiermark erwartet den qualitätsbewussten Business-Gast das moderne Vier-Sterne-Hotel Falkensteiner & Asia Spa Leoben, eingebettet in eine herrliche Parklandschaft. Der 28.000 m2 große Wellnessbereich umfasst auch eine Sauna mit bis zu 16 verschiedenen Aufgüssen pro Tag. Der luxuriöse Wellnessbereich im asiatischen Stil mit verschiedenen Pools, Saunen und Schönheitsanwendungen ist über einen unterirdischen Gang erreichbar. Die Zimmer sind alle im orientalischen Stil eingerichtet und mit Liebe zum Detail dekoriert, wenngleich sie ein wenig klein geraten sind für ein Haus in der gehobenen Preiskategorie. Der Blick vom Zimmer ist traumhaft, jedoch in Richtung Restaurant kann es am Abend recht laut werden, und die Balkone sind nicht gut voneinander getrennt. In allen Bereichen kann kostenfreies WLAN genutzt werden Das Falkensteiner Hotel Leoben stellt täglich ein Frühstücksbuffet bereit und bietet fürs Mittagessen eine Auswahl an herzhaften Snacks und Spezialitäten. Abends werden besondere Gerichte und erlesene Weine serviert, wobei zu beobachten war, dass das Personal sich an Geduld mit nachfragenden Gästen nicht auszeichnete. Die Hotelbar ist nicht nur mit exquisiten Tröpferln gut bestückt, sondern macht durch eine ansprechende Beleuchtung samt Zigarrenlounge auch wirklich Lust aufs Aufbleiben. Ü In der Au 1, 8700 Leoben Tel.: +43 (0) 3842 405
[email protected], www.falkensteiner.com/de/hotel/leoben
Zu ebener Erde und erster Stock Der Name des Restaurants, das mittlerweile auf eine über fünfzigjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, ist dem gleich lautenden Theaterstück von Johann Nepomuk Nestroy entliehen. Im herzlichen und familiären Ambiente lassen sich Hektik und Betriebsamkeit – dank der Familie Meznik, die das Lokal 1987 übernommen hat – vergessen. Businessgäste schätzen den Standort in der autofreien Gegend, der trotzdem hervorragend zu erreichen ist, ebenso wie die Wiener Küche vom Feinsten samt hausgemachten Mehlspeisen, wenn ihnen wieder der Sinn nach einem kulinarischen Erlebnis mit bodenständigen, regionalen und heimischen Qualitätsspeisen ist. Erlesene Getränke, eine österreichische Weinkarte mit Schwerpunkt Wien und einzigartige Aperitifs wie Dirndlbeersekt, Holunderblütensekt oder Hetscherlwein überraschen den Gast imm wieder auf Neue. Sehr freundlich wird man beim Betreten des Lokales empfangen und mit perfektem und nicht zuletzt sehr freundlichem Service sowohl im ersten Stock als auch im Erdgeschoß, wo man übrigens sehr komfortabel sitzt und jede Geschäftsbesprechung durchführbar ist, durch den Abend geführt. Reservieren ist jedoch unbedingt zu empfehlen! Ü Burggasse 13, 1070 Wien Tel: +43 (0) 1 5236254
[email protected], www.zu-ebener-erde-und-erster-stock.at Öffnungszeiten: Mo-Fr 12:00-22:00 Uhr
Foto: zu-ebener-erde-und-erster-stock
Erreichbarkeit: 9 von 10 Punkten Ambiente: 9 von 10 Punkten Service: 9 von 10 Punkten Küche & Keller: 9 von 10 Punkten Summe: 36 von 40 Punkten
Die Kriterien Businesshotel: Natürlich steht die Qualität des Wohnens im Vordergrund, aber für Geschäftsreisende sind Erreichbarkeit und Anbindung zu öffentlichen Verkehrsmitteln ebenso wertvoll wie wenig Formalismus bei Check-in und Check-out. Der Restaurant- und Seminarbereich sind wichtig und Serviceleistungen von W-Lan über Fitnessräume, Schuhputzservice, qualitatives Duschgel, ausreichend Kleider- und Hosenbügel (bitte herausnehmbar!) bis Föhn sind zu bewerten. Businessreisende bevorzugen Hotels, die auf ihre Bedürfnisse (einschl. Ruhe) eingehen und sich nicht nur Businesshotel nennen. Ein Platz in der Tiefgarage oder am bewachten Parkplatz steigert Punkte, TV mit Teletext ebenso. WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Motor für die regionale Entwicklung Das Messegeschäft ist äußerst vielfältig und zieht Interessierte aus den verschiedensten Bereichen an. Darüber hinaus haben Messen eine große Bedeutung sowie positive Effekte für die heimische Wirtschaft. Messe Congress Graz Die MCG zählt zu einem der drei wichtigsten Messeveranstalter Österreichs und generiert mit über 450 Veranstaltungen und 1,1 Million Besuchern pro Jahr nicht nur eigene Gewinne, sondern ist zugleich auch ein wichtiger Impulsgeber für die regionale Wirtschaft. Um im Detail zu eruieren, welche direkten Auswirkungen sich für einzelne Branchen ergeben, welche Wirtschaftssektoren durch Veranstaltungen direkt beeinflusst und welche Gesamtausgaben von den Besuchern der Veranstaltungen getätigt werden, hat die MCG eine Umwegrentabilitätsstudie beauftragt. Ziel war es, neben der Beurteilung der einzelnen Veranstaltungsstätten das Ausgabeverhalten in der Region bzw. in der Stadt Graz abzubilden. Armin Egger, CEO der Messe Congress Graz Betriebsgesellschaft m.b.H., zu den Beweggründen die Studie durchführen zu lassen: „Wie stark die MCG aber tatsächlich als Wirtschaftsfaktor ist, wird erst bewusst,
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wenn man auch über die Mauern der Locations hinaussieht. Der Großteil der mit uns zusammenhängenden Umsätze wird außerhalb unserer Standorte bei umliegenden Unternehmen generiert. Was schon immer bewusst war, wird durch die Erhebung der aktuellen Umwegrentabilität nun mit greifbaren Daten verstärkt, das Argument wird messbar und dadurch noch relevanter. Genau wie beim Thema Nachhaltigkeit sind die großen Worte, die gerne kommuniziert werden, mit vorliegenden Fakten hinterlegt.“ Im Jahr 2014 wurden zwischen Anfang Mai bis Dezember 1.482 von insgesamt 1.075.575 Besuchern der Veranstaltungsstätten der Messe Congress Graz bei 16 Veranstaltungen an rund 40 Orten befragt. Die Ergebnisse der Studie zeigen eine überaus hohe Zufriedenheit der Besucher mit den Veranstaltungsstätten. Dieser internationale TopZufriedenheitswert wirkt sich positiv auf das Ausgabeverhalten der Besucher aus und ist so wichtig, weil ein Veranstaltungsbesuch
oft als Kurzurlaub wahrgenommen wird. Der überwiegende Teil der Besucher stammt mit etwa 40 Prozent aus Graz, weitere 40 Prozent leben in der Steiermark und rund 20 Prozent reisen aus anderen österreichischen Bundesländern sowie aus dem Ausland an. Durchschnittlich betragen die Ausgaben der Befragten 95 Euro pro Person, wobei die Kosten für die Eintrittskarten dabei nicht berücksichtigt sind. Besucher des Congress Graz geben durchschnittlich 115 Euro pro Person aus, in der Stadthalle Graz/Messe Congress Graz/Messe Graz/Messe Freigelände sind es noch 101 Euro. 24,7 Prozent der Befragten waren erstmals in der jeweiligen Location zu Gast, wodurch aufgrund der hohen Zufriedenheit und des motivierten Ausgabeverhaltens auf weitere Besuche gehofft werden kann. Außerdem spricht es deutlich für die Attraktivität des vielseitigen Programmes, das an den unterschiedlichen Standorten angeboten wird. Auf den österreichischen Arbeitsmarkt um-
Wirtschaftsmotor Zahlreiche Besucher sorgen für Wertschöpfung in der Region. Foto: minu luk Esslingen
gerechnet, ergibt diese Wertschöpfung rund 400 Arbeitsplätze, die durch Veranstaltungen an den Messe Congress Graz Standorten gesichert werden. Die Mitarbeiter des Unternehmens und die der ausstellenden Unternehmen sowie punktuell eingesetzte Arbeitskräfte sind hier nicht berücksichtigt. Durch vorsichtige Schätzung der angeführten Punkte würde dieser Wert auf rund 2.000 gesicherte Arbeitsplätze ansteigen.
Messezentrum Salzburg Ähnlich wie in Graz wurde auch in Salzburg eine Umwegrentabilität-Analyse in Auftrag gegeben. Im Untersuchungszeitraum 2012/13 wurde die volks- und regionalwirtschaftliche Bedeutung der durch das Messezentrum Salzburg ausgelösten Kaufkrafteffekte erhoben. Die messeinduzierte Gesamtnachfrage beträgt im Untersuchungszeitraum 69,2 Millionen Euro. Aus diesen Ausgaben resultiert ein gesamtwirtschaftlicher Produktionswert von 158,4 Millionen Euro. Die Hotellerie und Gastronomie, der Handel und Unternehmen im Bereich Werbung/Repräsentation profitieren am stärksten. Auch der Arbeitsmarkt darf sich freuen: Durch das Messezentrum Salzburg werden beachtliche Beschäftigungseffekte ausgelöst und österreichweit rund 1.300 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert. Auf die gesamtösterrei-
chische Wirtschaft entfallen 136 Millionen Euro, der regionale Produktionswert beträgt 95 Millionen Euro. Die durch das Messezentrum Salzburg ausgelösten fiskalischen Effekte belaufen sich auf rund 19 Millionen Euro.
Vienna Convention Center Die gesamtwirtschaftlichen Effekte von Veranstaltungen in der Bundeshauptstadt sind naturgemäß im Österreichvergleich bedeutend. Im Jahr 2014 haben 3.582 Kongresse und Firmenveranstaltungen insgesamt 1,490.695 Nächtigungen und eine landesweite Wertschöpfung von 898,85 Millionen Euro induziert. Insgesamt ist die Anzahl der Kongresse und Firmentagungen von 3.389 im Jahr 2013 auf 3.582 im Jahr 2014 um sechs Prozent gestiegen. Die Wiener Tagungsindustrie kann im Jahr 2014 mit 898,85 Millionen Euro induzierter Veränderung des BIP und 253,48 Millionen Euro induzierten Gesamtsteuereinahmen einen Zuwachs von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Die Stadt Wien profitiert im Jahr 2014 mit insgesamt 30,41 Millionen Euro von nationalen und internationalen Kongressen sowie Tagungen und Incentives. Somit hat die Wiener Tagungsindustrie im Jahr 2014 insgesamt 17.259 Ganzjahresarbeitsplätze in Wien und Österreich gesichert.
Messe Dornbirn Vor allem die Effekte der großen Publikumsveranstaltungen der Messe Dornbirn sind beachtlich: Einerseits sind das die Herstellkosten, hier wird sehr viel vom Umsatz direkt und vorwiegend regional ausgegeben – z.B. Maler, Grafiker, Tischler, Druckereien, Künstler, Bühnentechnik, Moderatoren, Werbung etc. –, andererseits gilt das auch für die Aussteller, in unterschiedlich hohem Maße. Vor allem der Aufenthalt der Aussteller, die mehrere Tage in Vorarlberg verbringen, sorgt für gute Auslastung in den Hotels und Gaststätten. Neben den direkt erzielten Umsätzen sind somit die Sekundäreffekte nicht zu vernachlässigen. Es ist bekannt, dass bei einer Herbstmesse an den fünf Messetagen von den Ausstellern (inkl. Gastronomie)
Armin Egger, CEO der Messe Congress Graz Betriebsgesellschaft m.b.H. Foto: Symbol
rund 13 Millionen Euro direkt umgesetzt werden (pro Besucher im Schnitt 170 Euro – was der Größenordnung anderer Messen entspricht). Hier sind die Sekundäreffekte und Nachgeschäft aber noch nicht berücksichtigt. In Erhebungen wird von einem Faktor zwischen vier und sieben abhängig vom Anteil der Fachmessen, gesprochen.
Messe Wels Die Zahlen der Messe Wels zeigen auf, dass die Messe ein wichtiger Faktor für die Region bzw. für das Bundesland Oberösterreich ist. Besonders bedeutend sind die Aktivitäten für die Nächtigungen in der Region Zentralraum Oberösterreich. Aber auch andere Branchen profitieren von den positiven Effekten. Die Messe Wels konnte in den letzten Jahren bemerkenswerte Erfolge und Steigerungen sowohl in der Anzahl der abgehaltenen Messen und Veranstaltungen als auch im Umsatz erzielen. So kletterte der Jahresumsatz 2014 auf 17,3 Millionen Euro, während diese Kennzahl im Vergleichsjahr 2012 noch bei 14,5 Millionen Euro lag. Dies entspricht einer Steigerung von sensationellen 19,3 Prozent.
Congress Messe Innsbruck Messen bieten den Tiroler Unternehmern Absatz- und Vermarktungsmöglichkeiten. Besucher erhalten Zugang zu internationalen Neuheiten, Innovationen oder Trends. CMI ist gerade durch die Tourismusfachmesse FAFGA alpine superior oder die Weltleitmesse INTERALPIN ein unabdingbarer Faktor für den Erfolg des Tiroler Tourismus. Die Congress und Messe Innsbruck trägt mit ihren Veranstaltungen rund zehn Prozent am touristischen Aufkommen in Tirol bei. Die Spezialisierung der Kongresse des CMI liegt vor allem im Medizinbereich durch den starken Partner der Medizinischen Universität Innsbruck.
Wertschöpfung für die Region durch die Messe Klagenfurt Internationale Studien gehen davon aus, dass ein Euro Messeumsatz eine Umwegrentabilität von fünf bis sieben Euro generiert. Im Fall der Messe Klagenfurt, die jährlich zwischen acht und neun Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, ist von einer Umwegrentabilität von 40 bis 63 Millionen pro Jahr zu rechnen. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Advent in der GenussHauptstadt Graz Traditionell eine Woche vor dem ersten Adventwochenende öffneten auch heuer wieder die Adventmärkte in der Grazer Altstadt ihre Tore. Der Advent gilt in Graz als die fünfte Jahreszeit, für die sich die ganze Stadt herausputzt, um sich ihren Gästen so schön und vielfältig wie möglich zu präsentieren.
Foto: Graz Tourismus/Manfred Lach
Beim „Advent der kurzen Wege“ in der Grazer Altstadt laden von Ende November bis zum 24. Dezember 2015 vierzehn liebevoll gestaltete Advent- und Weihnachtsmärkte mit unterschiedlicher Atmosphäre zum Verweilen ein – alle sind in bequemer Fußdistanz zu erreichen. Ein Highlight im heurigen Advent ist wieder der „Aufsteirern“-Weihnachtsmarkt am Schlossberg, der jeweils von Freitag bis Sonntag im Advent seine Pforten öffnet. Fans von echtem Kunsthandwerk zieht es auch auf die beliebten Kunsthandwerksmärkte am Mehlplatz und am Färberplatz. Am Christkindlmarkt am Hauptplatz duftet es verführerisch nach allerlei kulinarischen Köstlichkeiten, die Leib und Seele erfreuen. In der Abenddämmerung erstrahlt die Fassade des Grazer Rathauses übrigens als riesiger Adventkalender. Beim Altgrazer Christkindlmarkt im Franziskanerviertel kann man den Tag in stimmungsvollem Ambiente ausklingen lassen. Der Charity-Ad-
Foto: Graz Tourismus/Foto Fischer
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ventmarkt am Eisernen Tor steht auch 2015 wieder unter dem Motto „Glühwein trinken und damit Gutes tun“ – der Verkaufserlös kommt wohltätigen Zwecken zugute. Das Fest der Sinne im Joanneumsviertel ist ein neuer, urbaner Ort für Kunst und Kultur im Herzen von Graz und ein Platz, an dem modernes Design und sinnlicher Genuss auf höchstem Niveau aufeinandertreffen. Fündig wird man bestimmt auch beim Markt am Tummelplatz – unter dem Motto „Buntes aus aller Welt“ bieten hier Lebenskünstler und Weltenbummler ihr farbenprächtiges Sortiment an Glaskunst, Silberarbeiten, Wachskunstwerken und vielem mehr an. Auf der anderen Seite der Mur ist der Advent in der Murvorstadt unter dem Motto „WonderLend“ ein chilliger Treff – und das nicht nur für die jungen Kreativen, die sich in den letzten Jahren im Viertel rund um den Lendund Südtirolerplatz angesiedelt haben. Ein Besuch der Grazer Innenstadt lohnt sich nicht nur wegen der zahlreichen Christkindlmärkte: Heuer wird der bekannte Eis-
künstler Kimmo Frosti eine Weihnachtskrippe aus rund 45 Tonnen kristallklarem Eis in den Landhaushof zaubern. Die Eiskrippe in Graz war und ist die weltweit erste und einzige Weihnachtskrippe aus klarem Eis in dieser Dimension.
Silvester in der GenussHauptstadt Graz Ganz Österreich tanzt um Punkt Mitternacht den Donauwalzer. Am schönsten inmitten vieler Gleichgesinnter in der Grazer Altstadt mit einem sehr vielseitigen Silvesterprogramm. Geboten werden etwa der Silvesterrundgang oder der kulinarische Silvesterspaziergang mit für die Jahreszeit und den Anlass typischen Köstlichkeiten. Die Stadt lockt darüber hinaus mit speziellen Angeboten wie dem Single-Silvester, dem Bauern-Silvester, dem traditionellen Silvesterlauf oder der Silvesterparty am Mariahilferplatz. Informationen zu den vielfältigen Angeboten der Adventzeit und zum Jahreswechsel finden Sie unter: www.graztourismus.at und www.adventingraz.at Ü
Foto: Graz Tourismus/Harry Schiffer
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Advent- und Weihnachtsmärkte
Fotos: SPAR
SPAR-Lehrlinge übernehmen das Ruder: Innovatives Lehrlingsprojekt in Graz Wie es sich anfühlt, die Verantwortung für einen Supermarkt zu übernehmen und das erworbene Wissen in die Praxis umzusetzen, konnten SPAR-Lehrlinge aus der Steiermark erleben. Im Rahmen des innovativen Projektes „SPAR-Lehrlinge führen einen Supermarkt“ managten 22 Lehrlinge von 9. bis 13. November 2015 den SPAR-Supermarkt in der Grazer Moserhofgasse.
Intensive Vorbereitung Die 22 Lehrlinge aus der Steiermark, die von 9. bis 13. November den SPAR-Supermarkt in der Grazer Moserhofgasse führten, waren auch in die Organisation im Vorfeld sehr stark miteingebunden. So wurden im Zuge der Berufsschulausbildung verschiedene Workshops wie Frischfleischseminare oder Kassaseminare abgehalten oder spezielle Verkaufsaktivitäten geplant und vorbereitet. Unter anderem standen Verkostungen und Sonderverkäufe auf dem Programm.
Ausbildung der Führungskräfte „Unser innovatives Lehrlingsprojekt ist ein weiterer Schritt, um unseren Lehrlingen Verantwortungsbewusstsein, aber auch Engagement näherzubringen, und zudem eine ideale Möglichkeit, um Bewusstsein für die vielfältigen und herausfordernden Tätigkeiten der Marktleitung zu schaffen“, beschreibt Mag. Christoph Holzer die Intention
hinter dem Projekt. Ein weiteres Ziel ist es, den Lehrlingen im Zuge ihrer Ausbildung das nötige Rüstzeug mitzugeben, damit sie nach und nach Führungsverantwortung übernehmen können. Denn bereits nach Abschluss der Lehre ist eine selbstverantwortliche Tätigkeit, wie etwa die Leitung einer Abteilung im Frischebereich oder auch die Position der Marktleiterstellvertretung, möglich. SPAR bildet somit die eigenen erfolgreichen Fach- und Führungskräfte der Zukunft aus.
SPAR ist der größte Lehrlingsausbildner Österreichs Bei SPAR, EUROSPAR, INTERSPAR, TANN und Hervis stehen Jugendlichen österreichweit 17 verschiedene Lehrberufe zur Auswahl – z.B. im Einzelhandel mit Schwerpunkt Lebensmittel oder Sportartikel oder die Doppellehre mit Matura. Auf die Lehrlinge wartet eine Top-Ausbildung im Supermarkt, bei Seminaren und in den SPAR-Akademie-Klassen. In rund 260 SPAR-Standorten in der Steiermark und im Südburgenland finden Lehrlinge immer einen Arbeitsplatz ganz in ihrer Wohnnähe. Speziell das Modell „Lehre mit Matura“ bei SPAR findet bei den jungen Menschen immer größeren Anklang.
Bewerbungen: ab sofort möglich Bewerbungen sind entweder direkt im Supermarkt oder online auf www.spar.at/lehre möglich. „Genau jetzt findet der Auftakt für die große SPAR-Lehrlingsoffensive 2016 statt. Wir nehmen jederzeit gerne Bewerbungen entgegen“, betont Eva Maria Wimmer, Lehrlingsverantwortliche SPAR Steiermark und Südburgenland, und fügt hinzu: „Wir freuen uns auf freundliche und kommunikative Jugendliche, die gern mit Menschen zusammenarbeiten und uns zeigen wollen, was sie können.“ Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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n intensiver Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Marktleiter und natürlich ihrem Führungsteam wurden die SPAR-Lehrlinge intensiv auf die spannende Herausforderung vorbereitet. „Unsere Lehrlinge sind im Zuge des Projektes sowohl für die Leitung des Supermarktes als auch für sämtliche Tätigkeiten in den einzelnen Abteilungen verantwortlich“, erklärt Mag. Christoph Holzer, Geschäftsführer SPAR Steiermark und Südburgenland. So fallen in dieses Aufgabengebiet zum Beispiel alle Bereiche rund um Frischeoder Trockensortiment, Bürotätigkeiten, aber auch Warenbestellung, Warenübernahme und Warenversorgung. Zudem beweisen sich die Lehrlinge in Produktpräsentationen und an der Kassa. „Dieses erstaunliche Projekt bietet unseren Lehrlingen die große Chance, ihr enormes Fachwissen kreativ umzusetzen und, mindestens genauso wichtig, ihre eigene Persönlichkeit zu entfalten“, ergänzt Holzer.
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3,5 Prozent der Betriebe mit männlicher Führung machen Pleite, aber nur die Hälfte davon mit einer Frau an der Spitze.
Foto: APA/dpa Zentralbild
Männer machen häufiger Pleiten Von Frauen geführte Unternehmen gehen seltener in Insolvenz. Zu diesem Schluss kommt die Wirtschaftsauskunftei CRIF in einer Untersuchung, da Männer Betriebe doppelt so oft in die Insolvenz führen wie ihre weiblichen Kollegen. Von Marie-Theres Ehrendorff
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ach der aktuellen CRIF-Erhebung gehen 1,61 Prozent der Unternehmen, in denen eine Frau das Ruder in der Hand hält, in die Pleite. Hingegen werden 3,25 Prozent der Betriebe, die von einem Mann geführt werden, zahlungsunfähig. Am risikoreichsten wirtschaften jedoch zwei männliche Geschäftsführer – hier liegt die Insolvenzrate bei 3,52 Prozent. Demgegenüber sind nur 2,68 Prozent der Unternehmen mit zwei Frauen in der Führung von Zahlungsunfähigkeit betroffen. Auch gemischt-geschlechtlich geführte Firmen verursachen seltener Pleiten als rein männliche. Im Schnitt machen 2,69 Prozent solcher Betriebe Bankrott. „Befürworter für mehr Frauen in Führungspositionen können sich über dieses Ergebnis freuen. Es zeigt relativ deutlich, dass Unternehmen, deren Leitung mit einer oder mehreren Frauen besetzt ist, rentabler arbeiten“, meint Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich. „Hinsichtlich Eigenkapitalausstattung der untersuchten Betriebe halten sich die Führungsstrukturen relativ die Waage – so liegt die Eigenkapitalquote bei männlich geführten Unternehmen bei rund 35,3 Prozent und jene bei weiblich geführten bei 35,9 Prozent.“
Niederösterreich und Burgenland führend bei Frauen Wenn es um die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen geht, nehmen die Bundesländer Niederösterreich und das Burgenland die Vorreiterrolle ein. 35 Prozent der niederösterreichischen bzw. 33 Prozent der burgenländischen Betriebe werden von Frauen geleitet. An dritter Stelle liegt Salzburg mit rund 32 Prozent frauengeführter Unternehmen, gefolgt von Kärnten und der Steiermark mit jeweils rund 31 Prozent, Wien mit rund 30 Prozent, Vorarlberg mit rund 29 Prozent und Oberösterreich mit rund 27 Prozent. Tirol bildet mit knapp 25 Prozent weiblich geführten Unternehmen das Schlusslicht im Bundesländer-Ranking.
Heimische Unternehmerlandschaft noch männlich Nach wie vor sind Frauen in den österreichischen Chefetagen unterrepräsentiert. Hierzulande gibt es um gut die Hälfte mehr Betriebe,
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die von einem oder mehreren männlichen Geschäftsführern geleitet werden. Außerdem sitzen Frauen nur in 14 Großunternehmen in der Geschäftsleitung, während 1157 Großunternehmen von Männern geführt werden. Aber auch in den KMU dominieren die Chefs – dabei müssen bei den Kleinunternehmen auch doppelt so viele männlich geführte Betriebe Insolvenz anmelden. In jenen Branchen, in denen hauptsächlich Frauen an der Spitze stehen, zeigt sich Folgendes. „Die meisten Unternehmen mit einer weiblichen Geschäftsführung sind im Sozial- und Gesundheitswesen tätig, gefolgt vom Handel und dem Bereich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Gleich dahinter auf Platz drei rangiert die Erbringung von Dienstleistungen. Aber auch in zahlreichen Unternehmen, deren Fokus auf der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen liegt, gibt es Frauen an der Spitze. Der Tourismus, also Beherbergung und Gastronomie, kann sich ebenfalls über eine große Anzahl an weiblichen Führungskräften freuen“, erklärt CRIF-Österreich-Geschäftsführer Boris Recsey. Ü
Foto: JAGUAR & LAND ROVER Center Graz
JAGUAR LAND ROVER FLEET & BUSINESS – IHRE AUTOMOBILE VISITENKARTE Die Fahrzeugflotte eines Unternehmens ist dessen automobile Visitenkarte. Sie spiegelt Dynamic, Stil und Auftritt des Unternehmens wider. Einen Auftritt, der übrigens auch extrem motiviert. Wenn Ihre Mitarbeiter künftig noch lieber zum Geschäftstermin unterwegs sind, liegt das wahrscheinlich am neuen Firmenwagen von Jaguar oder Land Rover. Dass sich Faszination und Wirtschaftlichkeit perfekt ergänzen können, zeigt unsere aktuelle Modellpalette, die wir auch weiterhin um Modelle ergänzen werden, die besonders für den Flottenmarkt interessant sind und durch Effizienz überzeugen. Dazu stellen wir heute ein weiteres unserer begehrtesten Flottenfahrzeuge vor: DER NEUE LAND ROVER DISCOVERY SPORT Mit seiner markanten Silhouette präsentiert er sich als stilsicherer sowie großzügiger Begleiter und sorgt somit für einen souveränen Auftritt vor Kunden und Partnern. Mit innovativen Technologien erfüllt der neuen Discovery SPORT die höchsten Erwartungen und macht jede Fahrt zu einem reinen Vergnügen. Mit einer Ladraumkapazität von bis zu 1.698 Litern und der optionalen 5+2-Sitzanlage imponiert der neue Discovery SPORT durch seine Geräumigkeit und Flexibilität. Die smarte Kombination aus herausragenden Fahrleistungen und möglichst niedrigem Verbrauch und CO2-Emissionen ab 123 g/km macht ihn zu einem effizienten und kostengünstigen Performer in Ihrer Flotte. Mit unserem neuen Fleet & Business Leasing erhalten Sie von uns attraktive Konditionen und maßgeschneiderte Dienstleistungen. drei Jahre Vollgarantie zum Einstiegspreis von € 34.400,- (2.0-Liter 4-Zylinder Dieselmotor mit 150 PS) runden unser Angebot ab und machen dieses außergewöhnliche Gefährt nicht minder attraktiv. Mit freundlichen Grüßen
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Hoch hinaus Ideen und Projekte, die die Wirtschaft begeistern: Bereits zum dritten Mal machte sich die Junge Wirtschaft der WKO Steiermark im Rahmen des „Elevator Pitch“ auf die Suche nach den herausragendsten Jungunternehmern der grünen Mark.
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enau 90 Sekunden hatten die Finalisten des Elevator Pitch 2015 Zeit, um die hochkarätige Jury von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Über 130 junge Menschen zwischen 14 und 40 Jahren hatten sich im Vorfeld beworben, 20 Finalisten bekamen die Möglichkeit, ihre zündende Idee für Produkte oder Dienstleistungen im Lift zu präsentieren. „Wir möchten mit diesem Wettbewerb junge Menschen unterstützen, ihre genialen Ideen umzusetzen. Das fördert und stärkt das Unternehmertum und den Innovationsgeist in der Steiermark“, erklärt
Siegerehrung mit den Gewinnern (1. Dominik Wieser, 2. Florian Schneebauer, 3. Stefan Strein, 4. Martin Tschuchnig, der Jury (Urs Harnik – E-Steiermark, Franz Kerber – Steiermärkische Sparkasse, Christian Buchmann – LR, Josef Herk – WKO, Thomas Spann – Kleine Zeitung, Otmar Lankmaier – OÖV, Alfred Gutschelhofer - Uni Graz, Katharina Pühringer – Conda), Landesvorsitzendem Burkhard Neuper und Landesgeschäftsführer Bernd Liebminger der JW. Foto: Foto Fischer
Burkhard Neuper, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Steiermark. Zahlreiche Fans und Interessierte wollten sich diesen Abend der Ideen nicht entgehen lassen und so fieberten rund 200 Zuseher mit ihren jeweiligen Finalisten via Live-Übertragung direkt aus dem Lift mit. Die Jury rund um Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann, WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, Kleine-Zeitung-Geschäftsführer Thomas Spann, Vorstandsdirektor Franz Kerber von der Steiermärkischen Sparkasse, Otmar Lankmaier von der Oberösterreichischen Versicherung und Hausherr Urs Harnik von der Energie Steiermark hatten
nur eine Liftfahrt und damit 90 Sekunden Zeit, sich von den Ideen der Gründer überzeugen zu lassen. Die meisten Jury-Stimmen und damit auch das heißbegehrte Preisgeld von 5.000 Euro sicherte sich am Ende der Grazer Jungunternehmer Dominik Wieser. Mit „Accessio“ vereinfacht er den Zutritt zu Firmenparkplätzen für Besucher. „Auch heuer konnten wir mit dem Elevator Pitch beweisen, welch tolle unternehmerische Ideen in der Steiermark schlummern“, zieht JW-Geschäftsführer Bernd Liebminger Bilanz, „im nächsten Jahr geht der Elevator Pitch dann in die vierte Runde.“ Ü
Weihnachtsgeschäft boomt Optimismus macht sich im steirischen Handel breit: Laut KMU Forschung Austria rechnen 27 Prozent der Händler mit Umsatzsteigerungen.
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nsgesamt wollen auch heuer wieder 91 Prozent der Steirer Weihnachtspräsente einkaufen, sieben Geschenke werden dabei im Schnitt besorgt. Unterm Strich entspricht das rund sechs Millionen Packerln. Die geplanten Ausgaben dafür liegen bei durchschnittlich 340 Euro pro Person, das entspricht einem Plus von zehn Euro gegenüber dem Vorjahr. „Die Rückmeldungen vom ersten Advent-Wochenende bestätigen diesen vorsichtigen Optimismus“, betont Handelsobmann Gerhard Wohlmuth. Rund 200 Millionen Euro (brutto, inkl. Ust.) wird der steirische Einzelhandel im heurigen Weihnachtsgeschäft erzielen. Davon geht man zumindest bei der KMU Forschung Austria aus, wie Ernst Gittenberger erklärt. Entsprechend vorsichtig optimistisch ist auch die Erwartungshaltung der steirischen Einzelhändler: 27 Prozent gehen in diesem Jahr zu Weihnachten von Umsatzsteigerungen aus, 24 Prozent dagegen rechnen mit einem Minus. Der große Rest, nämlich 49 ProWIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
zent, geht von einem konstanten Weihnachtsgeschäft aus, also gleichbleibenden Umsätzen. Gutscheine führen auch heuer wieder das Ranking der meistgekauften Weihnachtsgeschenke an, gefolgt von Spielwaren, Büchern, Bekleidung und Textilien sowie Kosmetik. Wie sich das Geschäft dann tatsächlich entwickelt, werde man aber erst kurz vor Weihnachten beurteilen können. Grund dafür: Der Anteil der sogenannten „Late Shopper“ – also jene Personen, die den Großteil ihrer Geschenke erst in der zweiten Dezemberhälfte kaufen – dürfte auch heuer wieder steigen. „64 Prozent der Steirer geben an, den Großteil ihrer Geschenke erst im Dezember zu kaufen – rund die Hälfte davon erst wenige Tage vor dem Heiligen Abend. Dazu kommt, dass durch die Gutscheine ein großer Teil des Weihnachtsgeschäfts tatsächlich erst nach Weihnachten umgesetzt wird“, weiß Gerhard Wohlmuth, Obmann der Sparte Handel in der WKO. Ü
Spartenobmann Gerhard Wohlmuth (r.) und Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria blicken optimistisch aufs heurige Weihnachtsgeschäft. Foto: Fischer/WKO
Energie
Neuer Investor für die Energie Steiermark Der australische Investor Macquarie übernimmt 25 Prozent der Anteile der Energie Steiermark, die vormals im Eigentum der französischen EDF standen.
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ie Steiermärkischen Landesregierung hat in ihrer Sitzung vom 5. November einstimmig dem Verkauf der EnergieSteiermark-Anteile der „Électricité de France“ (EDF) an den australischen Finanzinvestor Macquarie zugestimmt sowie die Gesellschaftervereinbarung mit dem neuen 25-Prozent-Teilhaber beschlossen. „Ich freue mich über die Einigung. Wir wollen gemeinsam investieren, die Energie Steiermark vom Versorger zum Dienstleister weiterentwickeln und auf erneuerbare Energie setzen“, betonte LH-Stv. Michael Schickhofer bei der Unterzeichnung der Vereinbarung im Rahmen eines Pressegesprächs in den Räumlichkeiten der Energie Steiermark. Ausständig ist nun noch die kartellbehördliche Genehmigung, „denn – im Gegensatz zum Syndikatsvertrag mit der EDF – übernimmt das Land nun die vollen Kontrollrechte über die Energie Steiermark“, so Schickhofer. Somit hat die Macquarie Bank, anders als die EDF, kein Veto-Recht, wodurch die Landesregierung Gestaltungsrechte gewinnt und im Wesentlichen über Investitionen entscheiden kann.
Neo-Energie-Steiermark-Aufsichtsrat Hilko Schomerus und LH-Stv. Michael Schickhofer. Foto: Energie Steiermark/Symbol
„Die Energie Steiermark ist ein exzellent aufgestelltes Unternehmen. Wir freuen uns über die künftige Partnerschaft mit der Landesregierung Steiermark und werden gemeinsam das starke Management-Team der Energie Steiermark beim weiteren Wachstum unterstützen“, erklärte Hilko Schomerus, einer der beiden Aufsichtsräte, die in Zukunft von Macquarie entsandt werden. Das Land Steiermark nominiert die sechs weiteren Aufsichtsratsmitglieder, zusätzlich zu den vier Belegschaftsvertretern. Die Energie Steiermark beschäftigt derzeit 1700 Mitarbeiter, die rund 600.000 Kunden mit Energie versorgen. Der Umsatz beträgt 1,37 Milliarden Euro, das Stromnetz ist derzeit rund 29.000 Kilometer lang, etwa 4000 Kilometer Gasleitungen werden betrieben. Mehr als 150 Millionen Euro werden jährlich inves-
tiert. Der neue Partner Macquarie ist ein Finanzinstitut mit Hauptsitz in Sydney/Australien und beschäftigt weltweit rund 14.000 Mitarbeiter. Über die Macquarie Infrastructure and Real Assets S.A. (MIRA) managt Macquarie Infrastrukturfonds für institutionelle Anleger. In Europa beschäftigt MIRA zirka 100 Mitarbeiter und managt über die Macquarie Infrastructure and Real Assets (Europe) Limited als Fondsmanager vier Infrastrukturfonds. Die Investoren sind überwiegend Renten- und Pensionskassen sowie Lebensversicherungen.
Vorkaufsrecht für das Land Zwischen Land und Investor wurden weitere Eckpunkte vertraglich vereinbart: Sollte Macquarie die Energie-Steiermark-Beteili-
gung verkaufen wollen, steht dem Land das Recht zu, die Beteiligung zu dem im Bieterverfahren auf Basis eines Informationsmemorandums vom Bestbieter genannten Kaufpreis („second-look“) zu erwerben. Darüber hinaus ist fixiert, dass zumindest 50 Prozent des jährlichen Bilanzgewinnes an die Eigentümer ausgeschüttet werden. Schomerus geht von einer längerfristigen Partnerschaft aus: „Die Transaktion ist das erste Investment von Macquarie Infrastructure und Real Assets (MIRA) in Österreich und wird unser Portfolio sehr gut ergänzen. Wir sind an Wachstum und Stabilität interessiert, als Dienstleister speziell für Pensionsfonds und Versicherungen geht es uns nicht um eine Riesenrendite, sondern um langfristige Sicherheit“, so Schomerus. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Neue Partnerschaft
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Josef Pesserl, Präsident der Arbeiterkammer Steiermark Foto: Symbol
Schulterschluss für eine lebenswerte Zukunft Das Land braucht neue Zuversicht, Arbeiterkammer-Steiermark-Präsident Josef Pesserl erörtert seine Vision für eine Zukunft der Fairness und des lebenswerten Lebens für alle Menschen in Österreich. Die Wirtschaft kommt nicht in die Gänge, die Arbeitslosenzahlen steigen kontinuierlich, was braucht es Ihrer Ansicht nach für einen echten Aufschwung? Durch die Steuerreform werden Löhne und Gehälter um rund fünf Milliarden Euro entlastet, es ist davon auszugehen, dass ein großer Teil dieser Steuersenkung durch die steigende Kaufkraft in die Wirtschaft investiert wird. Experten gehen dabei von einem Effekt zwischen 0,4 und 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren hat vielfältige Ursachen, und eine falsche Sparpolitik aufseiten des Staates hat ganz wesentlich dazu beigetragen. Es braucht einerseits eine positive Stimmung, andererseits Investitionen der öffentlichen Hand und von Privaten, um die Wirtschaft anzukurbeln. Gerade was Infrastruktur, Bildung, Kinderbetreuung, den Wohnbau oder die Pflege angeht, hat die öffentliche Hand ohnehin enormen Investitionsbedarf. Diese staatlichen Investitionen lösen zusätzliche Investitionen von Privaten aus, die wiederum Arbeitsplätze schaffen und neue Kaufkraft generieren. Ganz wesentlich ist aus meiner Sicht auch ein fairer Wettbewerb, der darauf ausgerichtet ist, dass Arbeitskraft und Umwelt nicht ausgebeutet werden. In diesem Zusammenhang sind die aktuellen Verhandlungen über Handelsabkommen, wie etwa TTIP und CETA, sehr kritisch zu betrachten. Hier wird beabsichtigt, unter dem Deckmantel von
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Handelsabkommen Sonderrechte für Konzerne zu schaffen, die ganze Staaten in die Knie zwingen, nur um Profitinteressen zu befriedigen. Ein Wettbewerb, der auf Kosten von Mensch und Natur betrieben wird, gefährdet den sozialen Frieden und die Demokratie. Sowohl Politik als auch Wirtschaft müssten ein hohes Interesse daran haben, dass es allen Menschen gut geht, denn davon profitiert letztendlich auch die Wirtschaft. Ich fordere die Politik auf, das aktuelle Wirtschafts- und Finanzsystem, welches einzig auf Profitmaximierung ausgerichtet ist, Schritt für Schritt zu einem System mit fairen Spielregeln umzubauen – nicht zuletzt auch in Hinblick auf die Erhaltung des sozialen Friedens und der Demokratie. Auch die Arbeitswelt hat sich gewandelt, Teilzeitstellen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu, wie schätzen Sie diese Entwicklung ein? Seit 2008 sind in Europa rund 3,8 Millionen Industriearbeitsplätze verloren gegangen. Es wird notwendig sein, darüber zu sprechen, wie die Arbeit in unserer digitalisierten Wirtschaft in Zukunft verteilt werden soll. Bei der bestehenden Arbeitsverteilung werden jeden Tag mehr Arbeitslose produziert, da in immer kürzerer Zeit durch immer weniger Menschen mehr produziert wird. Wie kann unter dieser Voraussetzung gewährleistet werden, dass alle Menschen eine Arbeit haben, von der sie leben können?
Ich bin ein Verfechter davon, dass die Einkommensunterschiede in einem moralisch vertretbaren Ausmaß gehalten werden, es ist nicht vertretbar, dass ein Manager das 500Fache des Einkommens eines seiner Mitarbeiter bezieht, durch Leistung ist das nicht zu rechtfertigen. „Wer das Geld hat, bestimmt die Regeln“, kann nicht Leitsatz der Politik sein, sie ist dafür da, auszugleichen, um Rahmenbedingungen zu schaffen, dass für alle Menschen ein lebenswertes Leben möglich ist. Das heißt jedoch nicht, dass der Einzelne sich in die Hängematte legen kann, jeder soll dazu einen Beitrag leisten. In unserem Land gibt es aber auch viele Betriebe, die einer Praxis der fairen, partnerschaftlichen, verantwortungsvollen Unternehmensführung folgen, denen gilt es zu danken. Welche Ansatzpunkte sehen Sie in der Arbeiterkammer, um eine Trendwende zu forcieren, wie können die Sozialpartner dazu beitragen? Es braucht einen noch stärkeren Schulterschluss der Sozialpartner, etwa bei den Fragen „Wie soll das Wirtschaftssystem weiterentwickelt werden?“ und „Wie bringen wir mehr Menschen in Beschäftigung?“. Auch wenn es hier unterschiedliche Zugänge und Meinungen gibt, ist es notwendig, dass sie noch enger zusammenrücken, der Politik Vorschläge unterbreiten und Überzeugungsarbeit leisten. Denn Demokratie ist die Gesellschaftsform, zu der es keine Alternative gibt. Ü
Service
Prävention und Rehabilitation berufsbedingter Hauterkrankungen – ein neuer Weg in der AUVA
Foto: AUVA
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ie AUVA bietet zukünftig den Betroffenen bei drohender berufsbedingter Hauterkrankung ein umfassendes systematisches Präventionsprogramm an. Die bestehenden effektiven Maßnahmen auf der Ebene der Primärprävention wie betriebliche Beratungen, MA-Schulungen etc. werden durch Hautsprechstunden, interdisziplinäre Hautschutzseminare und stationäres Heilverfahren für Versicherte mit schweren, hartnäckigen Hauterkrankungen ergänzt. Sind trotz Primärprävention berufsbedingte Hauterkrankungen aufgetreten, erfolgen in der Hautsprechstunde mit einem Arbeitsmediziner und einem Dermatologen die exakte Erhebung der schädigenden Einwirkungen und eine dezidierte Stellungnahme zu den erforderlichen therapeutischen und präven-
tiven Hautschutzmaßnahmen. Im anschließenden eintägigen Hautschutzseminar erfolgen eine Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für berufliche hautbelastende Risi-
kofaktoren und eine Erklärung der Anwendung von richtigen persönlichen Schutzmaßnahmen durch Dermatologen und Gesundheitspädagogen. Die geeignete persönliche Schutzausrüstung erhalten Versicherte von der AUVA für acht Wochen, danach ist diese durch den Arbeitgeber bereitzustellen. Versicherte mit schweren, ambulant nicht beherrschbaren Hauterkrankungen, die auch unmittelbar von einer Berufsaufgabe bedroht sind, werden zukünftig in der Abteilung für Berufskrankheiten und Arbeitsmedizin in Tobelbad stationär aufgenommen. Ein interdisziplinäres Team aus Dermatologen, Psychologen, Gesundheitspädagogen und Ergotherapeuten steht zur Verfügung, um eine Abheilung der Hauterkrankung zu erzielen und damit den Berufserhalt zu ermöglichen. Ü
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Gerötete, juckende und schmerzende Stellen an den Händen werden oft als Berufsrisiko hingenommen. Sie ziehen jedoch häufig Ausbildungsabbrüche und Berufsausstiege nach sich. Dies verursacht neben persönlichem Leid bei den Betroffenen auch Folgekosten für die Wirtschaft und den Staat. Frühzeitiges Handeln steigert aber die Chancen auf Heilung und damit auf Berufserhalt enorm.
Dezentrale Energieversorgung Am 27. November stellten LR Mag. Christopher Drexler, LR Mag. Jörg Leichtfried sowie DI Dr. Reinhard Padinger (Joanneum Research) einen Masterplan zur „Dezentralen Energieversorgung Steiermark“ vor. Ein steirisches Projektkonsortium unter der Federführung der Joanneum Research hat im Auftrag des Landes Steiermark eine Erhebung zur Energieversorgung durchgeführt und den Masterplan „Dezentrale Energieversorgung Steiermark“ (DEZENT) entworfen. Bis 2020 sollen 34 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien generiert werden. Aktuell sind es noch 29 Prozent. Ü
LR Mag. Christopher Drexler, DI Dr. Reinhard Padinger sowie LR Mag. Jörg Leichtfried (v.l.) Foto: Joanneum Research/Robert Stadler
„Klares NEIN gegen generelle Sonntagsöffnung“ Das Thema Sonntagsöffnung sorgt derzeit wieder in Wien und Oberösterreich für heftige Diskussionen. ÖAAB-Landesobmann LR Mag. Christopher Drexler dazu: „Als Steirischer ÖAAB bekennen wir uns zu 100 Prozent zum arbeitsfreien Sonntag und zur Feiertagsruhe. Vor allem zum Schutz der Familien darf der Sonntag zu keinem normalen Arbeitstag werden! Es gibt ohnehin eine Reihe von Lebensbereichen, in denen der Einsatz an Sonn- und Feiertagen notwendig ist. Gerade in einer immer rasanter werdenden Arbeitswelt braucht es aber diese freien Tage!“ Ü
ÖAAB Landesgeschäftsführer Ruprecht mit Landesobmann Drexler (v.l.) Foto: Fischer
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Wirtschaftsblatt-Chefredakteurin Eva Komarek (r.) und Zweite Landtagspräsidentin Manuela Kohm überreichen den Publikumspreis 2015 an Vorstandssprecher Christian Purrer. Foto: WB/Peroutka
Exzellenz auf breiter Ebene
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m Rahmen des österreichweiten Wettbewerbs „Austria´s Leading Companies“ wurde die Energie Steiermark mit dem Publikums-Preis ausgezeichnet und zum „attraktivsten Arbeitgeber der Steiermark“ gekürt. Über 160.000 User haben beim großangelegten Online-Voting mitgemacht, das vom Wirtschaftsblatt gemeinsam mit dem Kreditschutzverband KSV 1870 und Pricewaterhouse Coopers (PwC) organisiert wurde, dabei landete der weiß-grüne Energiedienstleister auf Platz eins. Bewertet wurde das Image in den Kategorien „Höchstes Ansehen“, „Meiste internationale Chancen für MitarbeiterInnen“ und „Soziokulturelle Benefits“. „Wir sind stolz auf unser Team und fördern es. Denn jeder unserer 1700 MitarbeiterInnen ist eine individuelle Visitenkarte unseres Unternehmens, ihre Kreativität und Motivation entscheiden über den Erfolg unseres Service bei den Kunden. Wir freuen uns, dass dieses Bemühen auch extern so hohe Zustimmung findet“, so Vorstandssprecher DI Christian Purrer bei der feierlichen Preis-
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verleihung. Ausschlaggebend für die Verleihung dieser Auszeichnung war die hohe Wertschätzung, die das Unternehmen seinen MitarbeiterInnen entgegenbringt, da diese einen wesentlichen Faktor für den Erfolg darstellen. Durch kontinuierliche Nachwuchsförderung mit moderner Lehrlingsausbildungsstätte und Berufs- und Ferialpraktika unterstützt die Energie Steiermark die Entwicklung ihrer jungen Mitarbeiter. Zusätzlich betreibt das Unternehmen die Förderung individueller Fach- und Führungskarrieren.
Top-Bewertung für Energie Steiermark Die internationale Ratingagentur Standard & Poor‘s hat Mitte November ihre neue Bewertung der Energie Steiermark veröffentlicht: Das Unternehmen bekommt den TopWert „A / Outlook stable“ attestiert – und hat damit die beste Bonität aller österreichischen Energieunternehmen. Nahezu alle Mitbewerber am heimischen Energie-Markt landeten in der Bewertung von S&P auf den hinteren Rängen.
„Das Vertrauen des internationalen Finanzmarktes in den steirischen Energie-Dienstleister ist überaus stark“, so Vorstandssprecher DI Christian Purrer, „wir freuen uns gemeinsam mit unseren 600.000 Kunden über diese hohe Wertschätzung für Verlässlichkeit und Solidität.“ „Gerade in der Beziehung mit unseren Partnern und Kunden sind das wesentliche Kernwerte, die gemeinsam mit den Fragen von Nachhaltigkeit, Innovation und Regionalität den Erfolg im Wettbewerb ausmachen“, unterstreicht Vorstandsdirektor DI Olaf Kieser. Nach umfassender Prüfung durch die Rating-Experten wurden vor allem „die umsichtige Finanzstrategie“ und die „starke Markt- und Infrastruktur-Position in der Steiermark“ als Begründung für die Top-Bewertung genannt. S&P prognostiziert für die kommenden Jahre eine „solide, stabile Entwicklung“ des Unternehmens, das sich mit neuen Produkten und Services vom EnergieVersorger zum Dienstleister entwickelt. Ü
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Im November konnte die Energie Steiermark gleich zwei Auszeichnungen verbuchen, beim Wettbewerb „Austria´s Leading Companies“ wurde sie als „attraktivster Arbeitgeber des Landes“ ausgezeichnet und die Ratingagentur Standard & Poor´s verlieh die Top-Bewertung „A stable“.
Innovation
Das ECCPM-Team trifft sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch.
Foto: RCPE
Zukunftsweisende Kooperation
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as steirische Kompetenzzentrum RCPE (Research Center Pharmaceutical Engineering) ist Konsortialführer in einem europaweiten Großprojekt im Pharmabereich, dem European Consortium for Continuous Pharmaceutical Manufacturing, kurz ECCPM. Gemeinsam mit sechs international agierenden Unternehmen und vier europäischen Universitäten wird an der kontinuierlichen Fertigung von festen Darreichungsformen gearbeitet. Bei der Herstellung von Tabletten sind verschiedene voneinander abgetrennte Prozessschritte nötig. Diese Art der Produktion ist zeitaufwendig und kostenintensiv, muss doch jeder Prozessschritt für sich selbst überwacht, gesteuert und abgeschlossen werden. Nachdem die Wirkstoffe beispielsweise in einer Trommel gemischt werden, wird die Masse in die nächste Maschine befördert, um daraus Tabletten zu pressen. Dann werden die Tabletten beispielsweise wieder in
eine andere Maschine gefüllt, um sie mit einem Coating (Überzug als Schutz vor vorzeitigem Auflösen oder als Geschmacksträger) zu versehen. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie arbeitet das RCPE nun daran, die Prozessschritte zusammenzuführen. Die Produktion vom Rohstoff bis zum Endprodukt soll in nur einem Arbeitsschritt möglich werden. Die Integration der einzelnen Schritte in einen einzigen Prozess birgt einige Herausforderungen. „Zu jedem Zeitpunkt zu wissen, wo sich das Pulver im Prozess befindet, ohne in die Maschine hineinblicken zu können, ist eine Challenge“, so Johannes Khinast, wissenschaftlicher Geschäftsführer am RCPE. „Die ersten Versuche sind jedoch vielversprechend verlaufen und wir machen sehr gute Fortschritte im Projekt. Nach einem Jahr Projektlaufzeit können wir eine überaus positive Zwischenbilanz ziehen.“
Im Projekt arbeitet das RCPE mit sechs Unternehmenspartnern (Bayer, Automatik Plastics, Siemens, UCB, GEA und Astra Zeneca) sowie mit vier Universitäten (TU Graz, University of Ghent, University of Eastern Finland und der Heinrich Heine Universität Düsseldorf) an drei Forschungsfeldern mit unterschiedlichen Zielen. Die Themen reichen von der Darstellung der nötigen Rahmenbedingungen für den Einsatz kontinuierlicher Fertigung über die technische Umstellung und Adaptierung von Geräten bis hin zur Entwicklung eines neuen Medikaments, das mittels kontinuierlichen Prozesses hergestellt werden soll. Neben der Forschungsarbeit in drei Gruppen umfasst das Projekt die Abhaltung von Workshops, bei welchen die Projektpartner ihr Know-how austauschen. Das Projekt soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Ü Alle Informationen auf www.eccpm.com WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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In der Steiermark ist das RCPE federführend an der Entwicklung von Innovationen im Bereich der pharmazeutischen Forschung beteiligt. Das internationale Konsortium ECCPM will die Tablettenproduktion revolutionieren.
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Die innovative Fassade des Argus-Projektes wird polarisieren. Rendering: freedimensions.at/WEGRAZ
Ein neuer „Friendly Alien“ für Graz
Am 20. November erfolgte der Spatenstich zum Projekt in der Burggasse 15, wie kam es zu dem außergewöhnlichen Design des Objekts? Der Mentor dieses Projektes ist der Gründer der WEGRAZ Firmengruppe, Dr. Reinhard Hohenberg, der die Liegenschaft Anfang der Jahrtausendwende angekauft hat. Nachdem das ehemalige Kommodhaus an diesem Standort technisch nicht mehr sanierbar war und daher abgebrochen werden musste, hat sich die Möglichkeit eröffnet, auf diesem besonderen Platz etwas Besonderes entstehen zu lassen. Dr. Hohenberg hat hier einen internationalen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, an dem namhafte internationale Architekturbüros teilnahmen, auch die Jury war hochrangig besetzt. Man hat sich für das Projekt Hadid entschieden, da die Fassade eine zeitgemäße Antwort auf die historische Lochfassade der Umgebung darstellt. Zaha Hadid hat auf der ganzen Welt Projekte umgesetzt, von Universitäten über Hallen und Flughäfen. In Österreich ist sie durch die Planung der Bergisel-Schanze und der Hungerburgbahn bekannt geworden und wir freuen uns jetzt, in Graz ein Hadid-Projekt realisieren zu dürfen. Für dieses Projekt haben wir uns einen Namen einfallen lassen, der dem außergewöhnlichen Charakter gerecht werden soll: Argos war ein Riese in der griechischen Mythologie mit Augen am gesamten Körper, die stets wach waren, maximal zwei Augen waren gleichzeitig geschlossen, das sollte auch für das Gebäude gelten, es soll immer Leben hinter den Bubbels – wie
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WEGRAZGeschäftsführer Mag. Dieter Johs
Design und zum Charakter des Gebäudes passen.
Foto: Wegraz
Aufgrund des innovativen Designs gibt es sicher auch kritische Stimmen zu dem Projekt, welche Bedeutung kann Argos in Zukunft für Graz haben? Dieses Projekt stellt einen weiteren Meilenstein für architektonisch hochwertige Projekte in Graz dar, womit Graz den Anspruch, Architekturhochburg zu sein, festigen wird. Dieses Projekt wird genauso wie das Kunsthaus oder die Murinsel polarisieren, aber das ist das Wesen der Architektur, wie es auch das Wesen der Kunst ist. Graz muss als Designhauptstadt neben der wunderschönen und erhaltenswerten Altstadt auch bereit sein solche Pilotprojekte zuzulassen. Wir werden nur beschränkt imstande sein, zu beurteilen, ob dieses Projekt wertvoll für die Strahlkraft der Innenstadt ist, folgende Generationen werden darüber entscheiden.
wir sie nennen – zu spüren sein, und ich bin überzeugt, das wird es auch. In dem Gebäude werden servicierte Apartments sowie Büro- und Geschäftsflächen angeboten, welche Zielgruppe sprechen Sie damit an? Wir sprechen damit Personen von internationalen Partnerbetrieben der Wirtschaft sowie in der Kunst und Kulturszene Tätige an, die sich temporär in Graz aufhalten wollen und gleichzeitig einen hohen Anspruch an Wohnkomfort haben. Menschen, die in einem nicht alltäglichen Gebäude residieren wollen, ohne sich mit den täglichen Arbeiten beschäftigen zu müssen. Daher bieten wir etwa Wäsche- und Reinigungsservice neben vielen weiteren Annehmlichkeiten an. Wir haben bereits Interessenten für die Geschäfts- wie auch für die Büroflächen und werden in den nächsten Wochen die Gespräche mit ihnen intensivieren, es ist uns wichtig, dass Mieter gefunden werden, die zum
Wird WEGRAZ nun ausschließlich solche Projekte realisieren? Selbstverständlich wollen wir Projekte realisieren, die auch entsprechendes Nachfragepotenzial generieren. Hier beschäftigen wir uns mit innovativen Wohnkonzepten, bei denen die Gebäudehüllen bei den meisten Projekten einfacher umzusetzen und wahrscheinlich auch wirtschaftlich vernünftiger sein werden. Es soll uns aber vorbehalten bleiben, das eine oder andere Leuchtturmprojekt wie das Argus auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten umzusetzen. Ü
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Mit einem neuen Leuchtturmprojekt macht das Grazer Unternehmen WEGRAZ wieder Schlagzeilen. Wir waren mit Geschäftsführer Mag. Dieter Johs im Gespräch über die Entstehung des Projekts und seine Bedeutung für Graz als City of Design.
Im Gespräch
Stabile Entwicklung Im Gespräch mit Nikolaus Lallitsch, Immobilienexperte der Raiffeisen Steiermark, über aktuelle Trends am Immobilienmarkt.
Welche regionalen Unterschiede sind derzeit zu beobachten, welche Hotspots sehen Sie?
die Region Leoben/Bruck und die Tourismusregion Ennstal ist eine weitere Region mit einem starken Immobilienmarkt.
Prok. Mag. Nikolaus Lallitsch, Immobilienexperte der Raiffeisen Steiermark Foto: Raiffeisen
Der Großraum Graz – und da meine ich durchaus die Region von Frohnleiten bis Leibnitz und von Deutschlandsberg bis Gleisdorf – ist eine prosperierende Gegend auf der europäischen Immobilien-Landkarte. Die Stadt Graz als eine Hauptstadt der Lebensqualität und Bildungshochburg zieht viele junge Leute an. So wächst die Landeshauptstadt jährlich um rund 6.000 Menschen. Das bedeutet einen Bedarf von rund 2.500 neuen Wohnungen pro Jahr! Auch entlang der Autobahnen A2 und A9 merkt man den gesunden Pulsschlag der steirischen Wirtschaft. Ein weiterer Hotspot ist
Gibt es die Immobilienblase und wie entwickeln sich die Preise generell? Die von manchen herbeigeredete Immobilienblase ist ausgeblieben! Einige Bedenkenträger haben damit argumentiert, dass hohe Immobilienpreise, eine rückläufige Nachfrage nach Mietwohnungen und hohe Kreditraten zu Notverkäufen und damit zu einer Implosion der Preise führen würde. Bei näherem Hinschauen sieht man schnell, dass die Käufer von sogenannten Vorsorgewohnungen ihre Investitionen zumeist mit Eigenkapital, also kaum mit Kreditfinanzierungen, getätigt haben. Vorsorgewohnungen, die dieses Etikett zu Recht tragen, befinden sich ja in Ballungszentren, unweit von Bildungseinrichtungen und großen Arbeitgebern, also dort, wo die Wohnungen gut zu vermieten sind. Der Zuzug in diese Gegenden hält unvermindert an und dementsprechend ist auch die Nachfrage weiter gut. Die Zinsen befinden sich auf historischem Tiefstand und es ist davon auszugehen, dass dies noch lange so bleibt. Eine Immobilienblase ist derzeit also nicht zu sehen. Richtig ist freilich, dass die Immobilienpreise in den letzten Jahren rapide gestiegen sind. Derzeit befinden sie sich in der Steiermark auf einem Preis-Hochplateau. Nach markanten Steigerungen geht es nun also eben dahin ... In manchen Segmenten – wie z.B. bei Neubau-Eigentumswohnungen oder Bauträgergrundstücken – dürfte das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht sein. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Wie entwickelt sich der Immobilienmarkt in Bezug auf Gewerbe und auf Wohnobjekte aktuell und gibt es in der Nachfrage saisonale Schwankungen? Der steirische Immobilienmarkt kann derzeit insgesamt als stabil und konstant bezeichnet werden. Im Großraum Graz, in Leoben/Bruck und im Ennstal herrscht eine anhaltend gute Nachfrage nach Wohnimmobilien und hier und dort gibt es auch noch moderate Preissteigerungen, etwa bei Neubauwohnungen oder zentral gelegenen Bauparzellen. Im oberen Murtal und in der Südoststeiermark herrscht hingegen eine verhaltene Nachfrage und die Preise sind höchstens konstant. Der Wohnungsmarkt wird also durch den Wunsch nach einer Verbesserung der eigenen Wohnsituation, von der Sehnsucht nach der Verwirklichung von „Wohnträumen“ oder aber auch von dem Streben nach einer sicheren Geldanlage geprägt. Der Gewerbemarkt ist hingegen durch die gedämpfte Stimmung der Wirtschaft und die stotternde Konjunktur gekennzeichnet. Die Unternehmen gehen Investitionen, in Sonderheit Standortinvestitionen, sehr defensiv an. Im Regelfall geht es eher um Konzentration statt um Expansion. „Intelligente“, also flexible und flächensparende Standort-Lösungen sind gesucht.
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Bestens geschulte Mitarbeiter beraten die Hinterbliebenen umfassend und einfühlsam.
Informationen gibt es via Großbildschirmen und Tablets. Fotos: Joel Kernasenko/Holding Graz Bestattung
Auch die passende Trauermusik kann man vor Ort auswählen.
Abschied mit noch mehr Würde
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er große Schweizer Arzt und Menschenfreund Albert Schweitzer sagte einst: „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“ Für jeden von uns ist das Abschiednehmen von einem geliebten Menschen das Schwerste, was wir in unserem Leben zu bewältigen haben. Vor allem dann, wenn der Mensch, der ging, so viel Liebe hinterlassen hat. Liebe, die nun nur mehr Erinnerung bleibt. Gerade deswegen ist es sehr wichtig für Hinterbliebene, dass sie kompetente, seriöse und vor allem einfühlsame BegleiterInnen haben, wenn es um die Bestattung des verstorbenen Menschen geht. Die Bestattung Graz hat mehr als 100 Jahre Erfahrung und verbessert ihr Angebot laufend. Erst vor wenigen Monaten wurde das Krematorium im Urnenfriedhof komplett modernisiert, die Bestattung Graz als Eigentümerin besitzt nun eines der modernsten Krematorien Europas.
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Zuletzt wurde ein ganz wichtiger Bereich im Hauptgebäude der Bestattung in der Grazbachgasse modernisiert: die Aufnahme, also jener Ort, wo man Bestattungen anmeldet. Die Neugestaltung konnte trotz laufendem Betrieb in kürzester Zeit über die Bühne gebracht werden. Neben üblichen Katalogen aus Papier warten auf die Trauernden nun Bildschirme und Tablets, auf denen alle Angebote der Bestattung Graz anschaulich dargestellt werden können. Die Aufnahmeräumlichkeiten sind allesamt klimatisiert, Hinterbliebene können aus einem großen Bestand an Särgen und Urnen auswählen.
Einfühlsame Begleiter Menschen, die den gerade eben geschehenen Verlust eines geliebten Menschens bewältigen müssen, brauchen dazu viel Kraft. Und vor allem kompetente und einfühlsame Begleiter, die ihnen bei der Bestattung und deren Planung zur Seite stehen. Die Bestattung Graz verfügt über solche besonders gut ge-
schulte Mitarbeiter. Diese kümmern sich um alles, was mit der Bestattung zu tun hat – egal, ob es sich um Behördenwege, den Blumenschmuck, Steinmetzarbeiten oder die Organisation des Totenmahls handelt. Mehr als 2.200 Kundengespräche führen die Mitarbeiter der Bestattung Graz Jahr für Jahr. Sie kennen also die Bedürfnisse der Hinterbliebenen ganz genau und können passgenaue Angebote machen. Die Bestattung Graz setzt diesbezüglich übrigens sehr auf Transparenz – unter www.holdinggraz.at/bestattung findet man Preisbeispiele für alle möglichen Begräbnisarten. Und auch dann, wenn man mit der eigenen Trauer nur schwer zu Rande kommt, lässt einen die Bestattung Graz nicht im Stich. Solche Hinterbliebenen finden kostenlosen Beistand bei einer erfahrenen Psychologin. In kleinen, offenen Gruppen, aber auch in Einzelgesprächen wird den Trauernden geholfen, das Geschehende zu verarbeiten und zu akzeptieren. Ü
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Die Bestattung Graz hat ihre Aufnahmeräumlichkeiten modernisiert. Bestens geschulte Mitarbeiter informieren nun auch via Tablets und Großbildschirmen.
Im Gespräch
Startschuss für Umbau im Casino Graz Das beliebte Stadtcasino erhält 2016 ein Facelift und wird fit für die Zukunft gemacht. Worauf sich die Gäste des Casinos Graz freuen dürfen, verrät Direktor Andreas Sauseng im Interview. Das Casino Graz hat 2014 ein glänzendes 30-Jahr-Jubiläum gefeiert und ist in der Grazer Innenstadt ein wichtiger Leitbetrieb. Jetzt stehen große Umbauten auf dem Plan. Worauf kann man sich freuen? Wir haben in der Vergangenheit immer wieder die Räumlichkeiten an unser Spielangebot angepasst und natürlich darauf Bedacht genommen, was unsere Gäste erwarten. Im kommenden Jahr werden nun alle Gästeflächen einem kompletten Relaunch unterzogen – eine Investition in die Zukunft unseres Casinos. Wir tragen damit natürlichen Entwicklungen und Trends Rechnung und gestalten das Ambiente so, dass sich unsere Gäste besonders wohl fühlen und einen schönen Abend genießen können.
Glücksspiel“ außerhalb unseres Casinos deutlich weniger genehmigte Spielautomaten. Darüber hinaus müssen die Betreiber dieser Automatensalons auch Spielerschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel eine Ausweispflicht, umsetzen.
Wie lange werden die Umbauarbeiten dauern? Muss das Casino geschlossen werden?
Der Umbau wird bei laufendem Spielbetrieb umgesetzt. Casinos Austria hat in den letzten Jahren auch in den Casinos Bregenz, Wien und Salzburg große Bauprojekte umgesetzt und den Gästen dennoch fast uneingeschränktes Spielvergnügen vermittelt. Das wollen wir auch im Casino Graz schaffen und arbeiten deshalb mit einem ausgezeichneten Team zusammen: Das Konzept wurde vom Architekturbüro Strohecker geplant, umgesetzt wird es vom Generalunternehmer Kamper. Der Vier-Phasen-Umbauplan wird das gesamte Jahr 2016 in Anspruch nehmen und betrifft das gesamte Haus. Dabei wird neben der optischen Erneuerung beispiels-
Direktor des Casinos Graz, Andreas Sauseng.
Was bedeutet dies für das Casino Graz? Der Spielerschutz beginnt bei uns am Entree, also dort, wo sich jeder Gast ausnahmslos registrieren muss. Casinos Austria hat umfassende Spielerschutzmaßnahmen, und das seit mittlerweile fast 50 Jahren. Die wichtigsten Instrumente dabei sind die Aufklärung und die Information über die Risiken des Spielens auf der einen Seite. Doch noch wichtiger sind unsere perfekt geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine hohe Sensibilität in Bezug auf eventuell auffälliges Spielverhalten von Gästen haben. Insofern bedeutet es für uns keine Veränderung.
Fotos: Casinos Austria AG
weise der Eingangsbereich neu gestaltet und das Restaurant wird verlegt. Wir haben aber bereits im Oktober begonnen, den Automatenbereich neu zu gestalten, um auch der mit 1. Jänner 2016 veränderten Marktsituation in der Steiermark zeitgerecht zu entsprechen. Was verändert sich in der Steiermark bei den Automaten mit Jahreswechsel? Zum einen gibt es nach dem Ende der Übergangsfrist für das sogenannte „Kleine
Wie schätzen Sie die Entwicklung des Casinos Graz im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld ein? Wir bauen weiter auf unsere Kernkompetenzen Spiel, Unterhaltung und Top-Gastronomie. Unsere Gäste schätzen das internationale Spielangebot genauso wie unsere Veranstaltungen und Events. Das Casino Graz bietet eine breite Palette und wird auch in Zukunft ein wichtiger Leitbetrieb in der Grazer Innenstadt sein. Ü
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Franz Titschenbacher, Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer, und Vizepräsidentin Maria Pein setzen sich für faire Preise vor Ort für die heimischen Bäuerinnen und Bauern ein. Foto: Raggam
Faire Preise sind gefordert Themen, die Österreich derzeit bewegen, beschäftigen auch unsere heimischen Landwirte. Wir waren mit dem steirischen Landwirtschaftskammer-Präsidenten Franz Titschenbacher im Gespräch über Preise und Lebensmittelhandel, Bürokratieabbau, Eigentumsschutz, Registrierkassenpflicht und zum heiß diskutierten Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP. Der Kampf der Bauernschaft für faire Preise lässt die Öffentlichkeit aufhorchen. Wie geht es hier weiter? Durch die Bauernaktionstage in den Bezirkshauptstädten und in Graz haben wir von der Bevölkerung großen Zuspruch bekommen. Das erste Gespräch mit den österreichischen Spitzenvertretern des Lebensmittelhandels war hart, aber fair. Wir haben deutlich klargemacht, dass die bäuerliche Landwirtschaft den Konsumenten Vorteile bringt, die Bauern jedoch daraus keine Nachteile erleiden dürfen. Wir wollen gemeinsame MehrwertProjekte mit heimischen Lebensmitteln ins Leben rufen. Die Gespräche gehen weiter. Ordentlich gespießt hat es sich bei der Registrierkassenpflicht? Ja. Das Finanzministerium wollte, dass für alle vollpauschalierten Landwirte, die Urprodukte verkaufen, die Registrierkassenpflicht eingeführt wird – ein undurchführbares und sachlich ungerechtfertigtes Ansinnen! Trotz großer Widerstände des Finanz-
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„Wir setzen uns mit aller Kraft für einen fairen Bauernanteil in der Wertschöpfungskette ein. Der Lebensmittelhandel ist gefordert.“ Franz Titschenbacher
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ministeriums gelang es uns, die vollpauschalierten Betriebe – und das sind mehr als 90 Prozent der Höfe – von der Registrierkassen-, Einzelaufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht zu befreien. In Bereichen, wo der Gewinn von den tatsächlichen Einnahmen ermittelt wird, gilt die RegistrierkassenWIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
pflicht, wobei bei Nichterfüllung bis 31. März 2016 die Finanz großzügig sein wird. Bürokratie und immer strengere Gesetze belasten die Bauern. Wir treten für eine Entrümpelung unnötiger bürokratischer Auflagen und Bestimmungen ein und arbeiten intensiv an entsprechenden Vorschlägen. Nur ein Beispiel: Es hat einfach keinen Sinn, dass derzeit fast alle Ställe mit „Mehr Wertschätzung für unsere wertvollen Lebensmittel wie Fleisch. Betriebe rund um Peter Feiertag und die Grazer Fleischerei Rinner zahlen freiwillig mehr. Das erwarten wir uns auch von den Handelsketten.“ Maria Pein
weit über die Gesetze hinausgehenden Tierschutzstandards einfach verhindert werden. Wer gegen neue Ställe ist, ist gleichzeitig gegen einen höheren Tierschutz. Das Bau- und Raumordnungsgesetz sowie das Regionalprogramm sind für uns in wesentlichen Teilen untragbar. Wir tun alles, um diese praxisuntauglichen Bestimmungen und den unnötigen bürokratischen Aufwand abzuändern. Es zeigt sich auch, dass man dem Eigentum mit immer weniger Respekt entgegentritt. In unserer schnelllebigen Zeit ist das Eigentum in Gefahr. Dieses zu schützen ist eines Franz Titschenbacher, Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer Foto: Konstantinov
unserer zentralen Anliegen. Eigentumseingriffe sind für uns nur unter bestimmten Voraussetzungen akzeptabel: bei entsprechenden Entschädigungen bei Grundinanspruchnahmen und durch vertragliche Lösungen. Und eine generelle Wegefreiheit für Mountainbiker ist nicht vorstellbar. Wir sind für vertraglich vereinbarte MountainbikeStrecken mit entsprechender Abgeltung. Was sagen Sie zum Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP? Dazu haben wir eine ganz klare Position: Es gibt für uns eine rote Linie! Denn unsere hochqualitativen Lebensmittel und unsere hohen Produktionsstandards dürfen keineswegs unter die Räder kommen. Und: Wir wollen unsere bäuerliche Familienlandwirtschaft, die gentechnikfrei, hormonfrei und unter Einhaltung sehr hoher Tierschutz-, Naturschutz und Umweltstandards produziert, schützen. Wir brauchen in Österreich keine Produkte aus der USAgroindustrie. Ü
Belegmerkmal „handelsübliche Bezeichnung“ bei Belegerteilungspflicht ab 01.01.2016
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Breschan & Partner: Mag. Birgit Gritschacher, Dr. Andreas Breschan und Mag. Elisabeth Moser (v.l.) Kardinalschütt 9, 9020 Klagenfurt, Tel. 0463/514038-0; Moritschstraße 5/2/3, 9500 Villach, Tel. 0664/934 36 18 Foto: Breschan & Partner
dem UStG entsprechen muss, enger auszulegen ist. Beispielsweise gilt beim Einkauf in einem Obst- und Gemüsegeschäft: Nach der USt ist die Warenbezeichnung von Golden Delicious Äpfel oder Eisbergsalat zulässig. Nach der BAO ist eine zulässige Wa-
renbezeichnung die Bezeichnung mit Äpfel oder Salat. Jedenfalls keine zulässige Warenbezeichnung ist Obst oder Gemüse! Weitere Beispiele zur richtigen Beurteilung einer zulässigen Warenbezeichnung finden sich im BMF-Erlass. Ü
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urch die Steuerreform kommt es ab 01.01.2016 neben der bereits vielfach besprochenen Registrierkassenpflicht auch zu einer grundsätzlichen Belegerteilungspflicht bei Barzahlung für alle Unternehmer iSd § 2 Abs. 1 UStG und daher auch für Vermieter und Kleinunternehmer. Die Belegmerkmale sind in der BAO geregelt. Eines dieser Belegmerkmale ist die „handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände“. Laut Erlass des BMF zur Einzel-, Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht versteht man unter „handelsüblicher Bezeichnung“ eine Bezeichnung, die für die gelieferte Ware allgemein im Geschäftsleben verwendet wird und ist iSd der BAO der allgemeine Sprachgebrauch maßgebend. Grundsätzlich gilt: Die Bezeichnung der Ware/Dienstleistung muss so gewählt werden, dass eine Identifikation möglich ist! Nach der BAO unzulässig ist die Verwendung von allgemeinen Sammelbegriffen oder Gattungsbezeichnungen, wie beispielsweise Obst, Lebensmittel, Büromaterial, Bekleidung, Werkzeug etc. Zu beachten ist, dass der Begriff der „handelsüblichen Bezeichnung“ auf einem Beleg, der
15 Jahre Brücken bauen zwischen Wirtschaft und Technik
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ach der Eröffnung der VeranstalFoto: Campus 02 tung durch Geschäftsführer Mag. Dr. Erich Brugger gab Mag. Alfred Zindes einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Studienrichtung, bei deren Konzeption er maßgeblich von Beginn an beteiligt war. Aktuell wird die Studienrichtung von FHProf. Dipl.-Ing. Dr. techn. Stefan Grünwald geführt. Er selbst ist seit 2006 an der Fachhochschule tätig und konnte somit auch von vergangenen Highlights berichten sowie die aktuelle Situation der Studienrichtung schildern. Das Bildungsangebot umfasst derzeit einen Bachelorstudiengang „Wirtschaftsinformatik“ sowie einen Masterstudiengang Darauffolgend gaben zwei Absolventen ei„IT & Wirtschaftsinformatik“, aber auch ein nen Einblick in ihren Werdegang nach dem postgraduales Masterprogramm „Software Studium an der FH Campus 02. DI Martina Engineering Leadership“ in Kooperation mit Weinzettl, die als Ableitungsleiterin bei der der oose Innovative Informatik in Hamburg Raiffeisenlandesbank Steiermark tätig ist, und einen akademischen Lehrgang „Softschloss das Masterstudium im Jahr 2012 ab ware Engineering“ gemeinsam mit der zam und unterstrich, dass auch in einem wirtSteiermark.
schaftlichen Umfeld technisches Verständnis und Grundwissen nützlich und wichtig ist, um die Bedürfnisse und Anforderungen der Technik als auch der Wirtschaft zu kennen und zwischen diesen beiden Welten vermitteln zu können. DI Günther Pregartner, MSc ist seit seiner Studienzeit Geschäftsführer der von ihm gegründeten GUEP Software GmbH und profitierte während seiner beiden Studien an der Fachhochschule zunehmend davon, das erlernte Wissen direkt in seinem Unternehmen anwenden zu können und auch Lösungen auf die Problemstellungen der Wirtschaft direkt in Lehrveranstaltungen anzusprechen. Er ist der Studienrichtung auch weiterhin als nebenberuflicher Lektor verbunden. Zum Abschluss gab Studiengangsleiter Stefan Grünwald noch einen Ausblick in die Zukunft, indem er als Kernbereiche der Wirtschaftsinformatik Smart Services und Data Science als Schwerpunktsetzungen skizzierte. Ü WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 12/2015
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Am 26. November 2015 lud die Studienrichtung Informationstechnologien und Wirtschaftsinformatik an der FH Campus 02 anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens zum Absolvententreffen.
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Qualifizierung – mit Wissen zum Erfolg Von betrieblicher Weiterbildung profitieren Unternehmen wie MitarbeiterInnen. Das AMS unterstützt Sie dabei.
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Das Kärntner Holzindustrieunternehmen Hasslacher Norica Timber baut auf Ausund Weiterbildung im Betrieb. Foto: Hasslacher Norica Timber
bauen das Potenzial ihrer MitarbeiterInnen aus, können sie gezielt einsetzen und gegebenenfalls ihren Fachkräftebedarf abdecken.“ Somit sei Qualifizierung auch ein Mittel zur Absicherung und zum Erhalt von Beschäftigung im Betrieb. Ü Oft sind das Frauen. Ein weiteres AMS-Förderprodukt sind kostenlose Impulsberatungen: Hier werden Firmen bei Fragen zu ihrer Organisationsentwicklung unterstützt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, MitarbeiterInnen mit anderen Unternehmen gemeinsam zu schulen: Das AMS finanziert die Beratung und Koordination solcher Verbände. AMS-Chef Franz Zewell ist überzeugt: „Von Weiterbildungsmaßnahmen profitieren beide Seiten. Die MitarbeiterInnen verbessern ihre Kompetenzen und können z.B. höherwertige Tätigkeiten übernehmen. Die Unternehmen
lauf g n a L s lk o V r e D Foto: steiralauf.at/Martin Huber
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Rudolfsbahngürtel 42, 9020 Klagenfurt E-mail:
[email protected] www.ams.at/ktn
Im Visier der Barrierefreiheit
Bereits am Freitag, 29.01.2016 gibt es erstmals das Kids Race einen Vielseitigkeitsbewerb für Schüler und Kinder! Als einer der beliebtesten Volkslangläufe Österreichs bietet der Steiralauf wieder vier Strecken (50 km frei, 25 km frei, 30 km klassisch, 9.5 km „Fun“). Auf die traditionell mehr als 500 Teilnehmenden warten die bestens präparierte Salzkammergutloipen in herrlicher Umgebung und interessante Starterpakete inkl. wertvoller Zielgabe. Für die Besten gibt es einzigartige Zirbentrophäen. Zusätzlich gibt es für alle Starter eine Durchführungsgarantie auf den bekannten Loipen der schneesicheren Tauplitzalm. Alle Infos unter www.steiralauf.at oder www.facebook.com/steiralauf
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Nähere Infos erhalten Sie in Ihrer AMSRegionalstelle.
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b Arbeiter oder Führungskraft – bei der Hasslacher Norica Timber Gruppe drücken MitarbeiterInnen quer durch alle Bereiche die Schulbank. Warum? „Weil unsere Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg sind“, sagt Personalmanagerin Judith Murauer. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, baut Firmenchef Christoph Kulterer auf Aus- und Weiterbildung – maßgeschneidert für sein Unternehmen und die Marktanforderungen. So wurde die Hasslacher Management Akademie eingerichtet, es gibt Traineeprogramme und Lehrlingsausbildung und nun nimmt man auch an einem Qualifizierungsverbund teil. Laut Murauer machen sich die Maßnahmen bezahlt: „Unsere Mitarbeiter sind motiviert und qualifiziert. Das wirkt auch auf ihre Leistung.“ Das Arbeitsmarktservice (AMS) Kärnten fördert Betriebe, die ihre Beschäftigten weiterbilden. In den Fokus der Qualifizierungsmaßnahmen rücken dabei Personen über 45 Jahre oder mit geringeren Qualifikationen.
Heuer tourte die Wirtschaftsbund-Roadshow wieder durch die Bezirke. Diesmal im Gepäck: alle Informationen zur Barrierefreiheit. Mit Hans Steiner, Baumeister und Barrierefreiheit-Spezialist der ersten Stunde konnte ein profunder Kenner der rechtlichen und praktischen Seite des Behindertengleichstellungsgesetzes gefunden werden. „Die Barrierefreiheit gilt eigentlich schon seit 1. Jänner 2006. Adaptionen bis zu 5.000 Euro je Bereich müssten schon umgesetzt sein“, so Steiner in seinem Vortrag. Mit 1. Jänner 2016 läuft die zehnjährige Übergangsfrist aus – bis dahin müssen alle Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen einer Öffentlichkeit anbieten, barrierefrei sein. „Das betrifft nicht nur WB-Direktor Markus Malle mit dem Vortragenden den Zugang zu den Geschäf- Hans Steiner und Präsident Jürgen Mandl ten, sondern auch die Zurver- Foto: Didi Wajand fügungstellung von Informationen“, klärt Steiner auf. Wichtig ist, sich eine Strategie zu überlegen und die Barrierefreiheit als Chance für neue Kunden zu sehen, denn generell ist der Unternehmer nicht Feind seines Umsatzes. Leider gibt es bis dato noch keine Rechtssicherheit. Die Barrierefreiheit wird auch nicht von Behörden geprüft, sondern muss von den Betroffenen angezeigt werden. Dann kommt es zu einer Schlichtung, die entweder zu einer Einigung führt oder vor Gericht endet. Bei einer Verurteilung kommen Entschädigungszahlen ab 1.000 Euro pro Fall auf den Unternehmer zu. Wichtig ist das Zwei-Sinne-Prinzip. Kann der Konsument z.B. nicht hören, muss er es sehen können. Die zahlreichen Teilnehmer in den Bezirken zeigten die Relevanz des Themas und dass sich Unternehmer sehr wohl Gedanken über Barrierefreiheit machen. Ü Werbung
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Quelle: trend top 500, 92 der genannten Top 100 Unternehmen sind A1 Mobilfunk-Kunden, trend Ausgabe 7/15, 29.6.2015 „Bestes Netz“ bestätigt vom Smartphone-Magazin Netztest 2015, Heft Okt./Nov. 15. „Bestes Netz“ bestätigt von futurezone.at (Netztest 2015). „Bestes Netz“ bestätigt von Systemics-PAB (11/2015).
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